Es mindert dich nicht

Die Sonne, wenn die ersten Vögel am Morgen ihr Gedicht vortragen, geht auf.
Wo warst du.
Wo warst du da immer. Fragst du dich das.
Du warst aber immer da. Auch wenn du hart zu dir warst. Immer schautest du auf dich. Gabst dir Aufmerksamkeit. Auch im Schmerz.
Ganz vorne angefangen. Bei deinem Erwachen als Sein.
Als du das Laufen erlerntest und das Fallen.
Du das Sonnenlicht angelächelt hast. Frei. Und den Menschen um dich herum zugetan warst. Ohne Pfand. Mit Zauber in den Augen.
Wo warst du als Alles zerbrach. Dein Paradies erlosch.
Du warst immer noch da. Wolltest schreien. Wolltest über Blumenfelder laufen. Wolltest verstehen.
Die Sonne, wenn die ersten Vögel am Morgen ihr Lebenswille vortragen, ist warm.
Ich stehe da.
Stelle nicht Fragen, stelle mich. Und versuche mein Bestes. Und weiß nicht, wie es sein soll, mein Bestes.
Ertrage ich diese unwirklichen Schmerzen der Menschen. Möchte ich aufgeben.
Und weiß, ich bin nur, wenn ich weiß, das ich bin.
Das Denken, das Gefühl, ich. Alles erlosch. Wenn es geht, das gemeine Leben.
Und da ist ein Funken in uns allen. Der uns antreibt.
Der schreit: All dein Denken, all dein Fühlen, all dein Handeln:
Es mindert dich nicht.


© l.tretschoks@web.de


6 Lesern gefällt dieser Text.







Diesen Text als PDF downloaden



Kommentare zu "Es mindert dich nicht"

Re: Es mindert dich nicht

Autor: possum   Datum: 29.11.2018 1:03 Uhr

Kommentar: Dies hast du fein Beschrieben lieber Maja, gefällt mir, gerne angehalten, liebe Grüße!

Kommentar schreiben zu "Es mindert dich nicht"

Möchten Sie dem Autor einen Kommentar hinterlassen? Dann Loggen Sie sich ein oder Registrieren Sie sich in unserem Netzwerk.