Die Hinterfragung der moralischen Identität

© EINsamer wANDERER

In den luftigsten Höhen thronte ein Schloss aus purem Gold und erhabenen Elfenbein, welches auf einen Berg mit beschwerlichen Pfaden ruhte. Es war das Zentrum einer Welt aus reinem Licht und auf dem Thron saß ein weiser Himmelskönig namens Emwoit der Stellvertretend für alles Gute stand.

    Er hatte sich dereinst von einem bescheidenen als auch rechtschaffenden Mann mittels edelmütiger Taten die Hierarchie hochgearbeitet. Doch seit einiger Zeit beschäftigte ihn eine Frage die ihn nicht mehr losließ...

    
In den tiefsten Abgründen thronte ein Schloss aus bleichen Gebeinen und schwarzen Stein, welches auf einen Gebirge von Leichen errichtet worden war. Es war das Zentrum einer Welt der puren Finsternis und auf dem Thron saß ein grausiger Höllenkönig namens Lowikz der Stellvertretend für alles Böse stand.

    Er hatte sich einst von einem listigen und ruchlosen Mann durch blutige Taten die Hierarchie hochgemetzelt. Doch seit einiger Zeit beschäftigte ihn eine Frage die ihn nicht mehr losließ...

    
Was war das Gute?

    
Was war das Böse?

    
Erneut richtete Emwoit über einen seiner Diener, von welchem er glaubte, er hätte das Zeug sein Nachfolger zu werden. Allerdings musste er dafür über einen reineren Charakter verfügen als der Himmelskönig selbst. Doch er merkte, dass lediglich sein Ehrgeiz den Platz als Himmelskönig einzunehmen sein Handeln bestimmte. Ihm mangelte es eindeutig an Selbstlosigkeit.

    Schon wieder eine bedeutungsschwere Niederlage.

    
Lowikz hatte sein Haupt nachdenklich auf seine geballte Faust gelegt, doch ein Geräusch ließ ihn seinen Kopf aufrichten. Ein dunkler Schatten hatte sich hinter ihm positioniert und versuchte ihn zu meucheln. Nur der Stärkste hatte das Recht sich Höllenkönig zu schimpfen. Doch als der unbekannte Angreifer sprang und für einen Augenblick über ihn schwebte, schlug der Höllenkönig lustlos zu. Wer der Meuchler war würde nur schwerlich herauszufinden sein. Von ihm war nur ein blutiger Klumpen übrig, der durch das eben entstandene Loch in der Decke flog. Lowikz war derart stark, dass jegliche Konfrontation schon nach einem einzigen Schlag beendet wurde. Dem Angreifer mangelte es an der nötigen Stärke ihn zu töten und seinen Platz einzunehmen.

    Schon wieder ein bedeutungsloser Sieg.

    
Was war das für eine Leere die er schon so lange verspürte? Gab es niemanden der Reiner war als er selbst?/Gab es niemanden der Stärker war als er selbst? War er nicht der Himmelskönig/Höllenkönig geworden von dem er so sehnsuchtsvoll geträumt hatte? So rein, dass jeder andere wie ein Lump gegen ihn wirkte./So stark dass er jeden Gegner mit nur einem einzigen Schlag vernichtete. Also was war das für eine Leere die er schon so lange verspürte? Was bedeutete es gut/böse zu sein? Es gab nur einen Weg dies herauszufinden.

    Er öffnete einen Spiegel der Dimensionen. Dort suchte er nach interessanten Helden/Schurken. Sie und ihr Werdegang sollten ihm Antworten liefern. Und er fand Personen nach denen es ihm gelüstete. Manche Helden waren heuchlerisch, unkonventionell oder einfach nur naiv. Manche Schurken waren gerissen, unkonventionell oder einfach nur zart besaitet. Doch waren sie seiner würdig und der Beantwortung jener existenzieller Frage?

    
Fortsetzung folgt...


© EINsamer wANDERER


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Beschreibung des Autors zu "Die Hinterfragung der moralischen Identität"

Ein Himmelkönig und Höllenkönig fragen sich nach der Bedeutung ihrer personifizierten Moral. Zu diesem Zweck blicken sie in andere Realitäten, um die dortigen Helden und Schurken zu studieren.

Der Tausch der moralischen Identität (Gegenstück): Coming Soon

Der alte Dunkelelf und seine Tochter: https://www.schreiber-netzwerk.eu/de/2/Geschichten/12/Fantasie/67175/Der-alte-Dunkelelf-und-seine-Tochter/
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