Jane --- Kapitel 3 - Roadtrip ins Ungewisse

Roadtrip ins Unbekannte

‘’Wooohooo!’’
Matt lehnte sich aus dem Fenster des fahrenden Fahrzeuges und schoss im Vorbeifahren ein ganzes Magazin leer. ‘’Nimm das du stöhnendes Gammelfleisch!’’
Matt hatte sichtlich ein wahres Freudenfest. Dies lag daran, dass es einer dieser seltenen Momente war, in dem er die Oberhand hatte.

Matt setzte sich wieder und lud sein Gewehr nach. ‘’Endlich läuft es mal gut’’ Er stiess ihr dabei seinen Ellbogen leicht in ihre Seite. Natürlich in einer verspielten Manier. ‘’Matt!’’ Jane war sichtlich genervt. ‘’Hör mit der Scheisse auf! Hältst du das hier alles für einen Witz? Und hör auf mich ständig irgendwie zu berühren!’’ Die Stimmung kippte bei Matt, er sah zu ihr und gab keinen Ton von sich. Er verstaute sein Gewehr nach hinten auf die Rückbank und seufzte laut auf. Die Fahrt danach verlief steril, keiner wollte irgendwie ein Wort mit dem anderen wechseln.

Jane schaute auf die Uhr in der Schalttafel des Fahrzeugs. 19:20 Uhr, es war schon spät. Sie wurde langsam müde, liess es sich jedoch nicht anmerken. Ihr Dickkopf stand ihr im weg sich schwächen einzugestehen. Sie durfte sie nicht zeigen, niemals. Sie sagte Matt nichts davon, und jedes Gähnen versuchte sie zu unterdrücken, schaute dabei immer links aus ihrem Fenster weil sie, wie wir alle auch, einen unglaublich doofen Gesichtsausdruck währenddessen haben.

Matt war in sein Notizbuch vertieft und bekam von alle dem nichts mit.
Plötzlich ratterte es im Fahrzeug, es mündete in ein lautes dröhnen, so das Matt sein Notizbuch vor Schreck in den Fussraum fallen liess. Sein blick ging umgehend zu Jane die scheinbar überhaupt nicht auf die Situation reagierte. Kein Wunder. Die olle Schlaftablette war hinter dem Steuer eingenickt und fuhr auf halbem Wege Offroad. ‘’ Jane!’’ Sie reagierte kein bisschen. ‘’ Jane!’’ Er fing an sie zu schütteln und sie sprang sofort auf. Jane realisierte erst ein paar Meter vor einem Verkehrsschild das sie sekundenschlaf hatte und riss das Steuer nach rechts.

Das Fahrzeug schleuderte seitwärts die Strasse entlang, teilweise nur auf zwei Räder und drohte umzukippen, kam aber schliesslich über beide Spuren zum Stillstand. Nach einem kurzen Moment der Ruhe fing Matt an zu lachen, fast schon hysterisch. Jane die mit völlig zerzaustem Haar das Lenkrad festhielt, starrte durch die Frontscheibe und konnte nicht fassen was auf dem Beifahrersitz abging. ‘’Du findest das wohl lustig.’’ zischte Jane mit geschlossenen zähnen. Matt, wie er halt ist, klopfte sich auf den Oberschenkel und konnte sich nur langsam wieder einkriegen. ‘’Ich sage dir, das war ‘ne knappe Geschichte. Ein paar Meter mehr und aus uns wäre Strassenschildgulasch geworden.’’

‘’Es reicht!’’ rief Jane dazwischen. Das kümmerte Matt nicht viel da er noch immer lachen musste. Sie seufzte, startete den Motor erneut und fuhr rechts an den Strassenrand. Sie stieg aus und lief draussen hin und her um frischen Sauerstoff in ihren Körper zu lassen und die Situation gerade eben zu verarbeiten.
Mittlerweile hatte sich Matt beruhigt und griff nach seinem Gewehr auf der Rückbank und stieg aus, Jane lehnte sich an einen Baum und schaute nach oben. Die Sonne war noch knapp über dem Horizont zu sehen. Die Nacht stand kurz bevor.
‘’So kann ich nicht weiterfahren’’ gab Jane zu während sie ihre arme Verschränkte. Sie wirkte fast angewidert.
Matt traute seinen Ohren nicht, brachte sein Gewehr in Anschlag und zielte in Richtung des Waldes. ‘’Es war ein anstrengender Tag, lass uns irgendwo ein Lager Aufschlagen.’’

Jane löste sich vom Baum, Nickte leicht und lief an Matt vorbei in den Wald ‘’ Deine erste anständige Entscheidung heute, Cowboy’’
‘’Du würdest dich wundern.’’ Gab er zurück und Lief hinterher.
Es herrschte eine ungemütliche Ruhe, abgesehen von Knackgeräuschen unter ihren Füssen die von den Zweigen ausgehen die sie mit den Füssen beim laufen zertrampeln. ‘’ Da.’’ Jane zeigt auf eine stelle die ein wenig Platz mit flachem Boden bietet. ‘’Alles klar’’ Bestätigte Matt und warf sich sein Gewehr über die Schulter. ‘’ Wir brauchen ein Feuer, und Wasser’’ Matt schaute sich um und Hob hie und da einige Steine auf, die er Später für das Lagerfeuer benutzen wird. ‘’Was ist mit Nahrung?’’ Fragte Jane und brach einige Zweige ab.
‘’Der menschliche Körper kann locker einige Tage ohne Nahrung auskommen. Ohne Wasser wird’s schwieriger’’

Die beiden trafen sich mit allen benötigten Utensilien für das Lagerfeuer.
Matt griff in eine Tasche der Schutzweste und zückte ein Stück trockenes Moos heraus welches er vorhin beim Steine sammeln gefunden hatte. Aus seiner Hosentasche holte er die Packung Streichhölzer.
Er kniete sich hin und begann das Moos in seiner Hand mit dem Streichholz zu entfachen. Wenn es anfing zu rauchen, blies er ganz sanft, dass die junge Glut genug Sauerstoff bekommt.

Er steckte das Stück Moos nun vorsichtig zwischen alle Zweige, bückte sich so das er seitlich weiterpusten konnte um das Feuer am Leben zu halten.
Jane hatte es sich inzwischen auf einem umgestürzten Baumstamm gemütlich gemacht und konnte sich nicht helfen Matt zuzuschauen.
In ihren Augen war er ein verspielter Kindskopf, der scheinbar nichts ernst nimmt. Allmählich dämmerte ihr aber das er auf diese Weise mit schwierigen Situationen umgeht. Denn wenn es ums Überleben geht, war er immer absolut fokussiert. Er hatte den gleichen strengen Blick wie vorhin bei der Reparatur der Zündkerzen.
Jane entfloh ein lächeln bei dem Gedanken. ‘’Das hab ich gesehen’’ Lächelte Matt sanft und lief an ihr vorbei zu einem kleinen Vorsprung. Jane lief bei der Bemerkung Rot an und schaute mit Herzklopfen in die andere Richtung. ‘’Das Glück ist uns Hold.’’ Matt sah ein stück weiter unten ein Fluss. Janes Interesse war geweckt.
‘’Ich hole Wasser, pass auf das Feuer auf’’ sie wollte gerade den Vorsprung runterhüpfen da sagte Matt noch trocken ‘’ Womit transportierst du das Wasser? Ich habe gehört die haben Hosen entwickelt mit wasserdichten Hosentaschen.’’ Matt grinste und streckte ihr eine Thermoskanne entgegen, die hinten an seiner Weste hing.

Jane machte einen Schritt zurück und riss ihm die Kanne aus der Hand ‘’ Ich hasse dich’’ kläffte sie ihn an. ‘’ Och nicht doch’’ sagte er ganz locker und setzte sich auf den Baumstamm. Jane verschwand bereits in den Büschen und bahnte sich einen Weg nach unten.

Matt sass inzwischen da, starrte friedlich ins Feuer und war hin und weg. Das knistern bescherte Wärme und frieden. Es zog Matt vollkommen in seinen Bann. Das weckte seine Primitive Seite, alles machte sinn, alles war In ordnung.
‘’AAAAAAAAAAHH!’’
Lautes Geschrei ertönt plötzlich aus der Richtung in die Jane gewandert ist. Matt erschrak sich zu Tode, und stand sofort auf. Das Gewehr im Anschlag. Kimme und Korn Richtung Schrei.
‘’MATT!! AAARGH HILFE!’’
Das war Jane, Matt machte sich umgehend auf den Weg.
Vorsichtig untersuchte er schritt für schritt seine Umgebung. Das Geschrei liess ihn Adrenalin ausschütten, er wusste Jedoch damit umzugehen und das Hormon zu kanalisieren.
‘’Ich bin hier!’’ rief Jane zu Matt rüber. Sie lag verletzt am Boden und konnte sich nicht bewegen.

Eine Alte rostige Bärenfalle, auch das noch. Wer hätte das gedacht, es könnte ein Zombie, eine Schlange, Herrgott sie könnte sich an einem niedlichen Hasen erschrecken können. Aber eine Bärenfalle? Hoffentlich war die Letzte Tetanus Impfung nicht allzu fern her.
Jane lag mit blutigem Bein und Tränen in den Augen da. ‘’Matt bitte hilf mir..’’ ihre Stimme zitterte. Die Angst war deutlich zu hören. Matt rutschte das Herz in die Hose. So kannte er sie überhaupt nicht. Mann sagt, in einer brenzligen Situation der Wahre Charakter zum Vorschein kommt. Für Jane war es die Ultimative Prüfung. Die Toughness, war eine Art Fassade, dessen war sich Matt nun sicher.
‘’Halt still, ich versuch’ den Ring zu lösen’’ Er hatte jedoch kein Glück. ‘’Scheisse’’ er suchte nach einer anderen Lösung während sich Jane weiter vor Schmerzen auf dem Boden krümmte. ‘’ Befrei mich Matt.. bitte’’ sie war verzweifelt, ihr liefen Schweiss und Tränen die Wange hinunter.

‘’Halt dein Bein still’’ sie Schaute zu ihm hinauf als er sein Gewehr in Anschlag brachte. ‘’ Was, wird das?’’ Jane wurde nervös, bisher hatte niemand mit einer Schusswaffe in ihre Richtung gezielt. ‘’ Vertrau mir, beweg dich nicht’’ Matt konnte sie ein wenig beruhigen.
Er löste ein Schuss. Das Projektil traf die Feder die vom Teller aus den Ring spannte und die Falle löste sich.
‘’Gott sei Dank!’’ Jane war erleichtert, doch das schlimmste war nicht überstanden. Matt schaute den Hang hinauf, und versuchte einen weg zu finden um sie so einfach wie möglich zurück zum Lagerfeuer zu bringen.

‘’Huckepack, komm’’ Matt drehte Jane den Rücken zu und ging ein wenig in die Knie. Jane zögerte zuerst, merkte aber das einiges auf dem Spiel stand um die Harte zu Markieren. Sie willigte ein und kletterte auf seinen Rücken. ‘’ Tut mir leid.’’ Winselte sie mit Tränen in den Augen. Matt lächelte leicht und beruhigte sie ‘’ Du wirst wieder, keine sorge.’’

Fortsetzung Folgt...


© Sarkario


0 Lesern gefällt dieser Text.

Diesen Text als PDF downloaden



Kommentare zu "Jane --- Kapitel 3 - Roadtrip ins Ungewisse"

Es sind noch keine Kommentare vorhanden

Kommentar schreiben zu "Jane --- Kapitel 3 - Roadtrip ins Ungewisse"

Möchten Sie dem Autor einen Kommentar hinterlassen? Dann Loggen Sie sich ein oder Registrieren Sie sich in unserem Netzwerk.