Weißt nicht was dich dorthin geführt hat
In diesem moment
Es ist
Als hätte dich eine unsichtbare hand geführt
Die hand
Lässt dich den karton öffnen
Der dein altes ich bewahrt
Ist es doch ironie
Ein halbes leben passt nun in einen schuhkarton
Fängst an in alten wunden zu wühlen
Immer tiefer tauschst du ein
In eine längst vergessene welt
Siehst die bilder
Wie sie dir damals oft erschienen sind
Und es fühlt sich kaum anders an
Versinkst in den stechend blauen augen
Und wartest noch immer auf eine reaktion
Plötzlich bist du wieder 15
Und unsterblich verliebt
Dasselbe verlangen packt dich
Dieselbe sehnsucht
Derselbe schmerz
Nur das gefühl
Der unerreichbarkeit
Ist nun gewissheit
Paradox, doch es ist wunderschön
Denn schmerz ist vor allem eins
Leben
Leben
Dem bist du noch immer nicht gewachsen
Routiniert legst du schlagartig alles aus der hand
Und den karton zurück in die vitrine
Bis zum nächsten mal
Wenn du wieder ein wenig leben brauchst
Früh am Morgen,
wenn der Wecker klingelt,
schlafen meine Augen noch
und ich bin in Gedanken,
bei meinem letzten Traum,
der jetzt zerbrochen
vor mir liegt.
Ein neuer Tag beginnt, noch unberührt und weit,
der frühe Wind verweht den Staub der Dunkelheit.
Stille füllt den Glanz, die Welt hält den Atem an,
weil im hellen Schein das Werden neu [ ... ]