Am Anfang war der weiße Kalk
Und die orangenen Griffe
Wir sind gestiegen
Zweisam
Niemand sonst
Kam an uns heran
Wir beide lächelnd stumm

Die Straßenlaterne goss ihr Neon
Orange auf deine Haut
Lippenflaum
Gesaugt
Ich sagte dir
Wie schön du bist
Und du bliebst leider stumm

Auf dem kalten Acker lagen wir
Orange die Decke drunter
Augensterne hell
Geleuchtet
Wir flüsterten
Die Namen unserer Kinder
Dann umschlungen warm und stumm

Mein Nagellack war wechselfarben
Du trugst meistens keinen
Doch einmal schon
Bühnenorange
Ich saß ganz hinten
Hörte deine helle Stimme
Und applaudierte atemlos und stumm

In deiner schnellen Hand der Leuchtstift
Orange die Zeilen markiert
In meinem kleinen
Lebensbuch
Doch die Tinte bald
Schon dünn und ausgetrocknet
Und meine heißen Tränen fließen stumm

Wenn man das Orange entsättigt
Wird es zu plumpem Braun
Geronnenes Blut
Kot
Der mich erstickt
Mein Innerstes entzündet
Der Herzschlag vom Sepia verstummt


© Ja


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Beschreibung des Autors zu "Regenbogen IV - Das Orange entsättigt"

Eine Übung in Form, aber trotzdem sehr persönlich

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