Die Sonne ging auf
Doch sie erhellte nicht,
Sie blendete.
Die Entscheidung wurde ihr genommen.

Nun stehe ich,
Mitten im Wald,
Zwischen all diesen Bäumen,
Und frage mich
Warum?
Lauern ihre Blicke auf mir,
Oder meine auf ihren?
Sie stehen so dicht um mich versammelt.
So weit das Auge reicht
Erdrückung.
Einengung.
Alles, was ich sehe ist Gleichheit
Und alles, wonach ich suche, bin ich.
Manche werden groß,
Manche bleiben klein?
Druck.
Ich schlage meine Wurzeln
Bin auf dem Weg nach oben
So der Frühling, so der Herbst.
Doch wenn jeder wächst,
Bleibt dann noch Platz zwischen unseren Kronen?
Sie strecken ihre Äste zu mir hin
Doch nicht zur Hilfe.
Und ich frage mich
Bin ich auch nur ein winziger Baum
inmitten eines erschaffenen Waldes?


© Alara


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Kommentare zu "Untergang vorm Aufgang?"

Re: Untergang vorm Aufgang?

Autor: Wolfgang Sonntag   Datum: 23.02.2020 18:09 Uhr

Kommentar: Liebe Alara,
dein Gedicht befreit beim Lesen, aber erdrückt bei der Vorstellung des Geschehens. Auf jeden Fall ist es beeindruckend.
Und herzlich willkommen im Schreiber Netzwerk. Wir lesen voneinander.
Liebe Grüße Wolfgang

Re: Untergang vorm Aufgang?

Autor: possum   Datum: 24.02.2020 2:14 Uhr

Kommentar: Eine sehr tiefgreifende Frage,

man sollte immerzu hoffen, dies Pflänzchen in einem Alten Regenwald zu sein, wo Alles Sein den eigenen Platz einnimmt und in seiner Zeit wachsen und gedeihen darf!
Dein Werk gefällt mir sehr,
lieben Gruß!

Re: Untergang vorm Aufgang?

Autor: Ben Warrik   Datum: 02.03.2020 10:04 Uhr

Kommentar: Tolles Gedicht, geht unter die Haut und die Fragen berühren mich sehr. Lieben Gruß, Oliver

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