Allzeit bereit !

Wo geht sie hin, meine kostbare Zeit ?
Bin stets erreichbar, immer bereit !
Tu dies und das und jenes dazu -
Und komm` dabei niemals zur Ruh` !

Wo geht sie hin, meine kostbare Zeit ?
Kein Aufwand zu viel, kein Weg zu weit -
Denn irgendwas kann man immer verpassen,
und kriegt es letztendlich nicht mehr zu fassen !

Das Handy ist stets aktiviert -
Damit kein Anruf sich verliert !
Die Mails, die muss man auch noch schreiben -
Und die Post kann so nicht liegen bleiben !

Nun schnell die Kinder in den Kindergarten –
Der Geschäftstermin kann auch nicht warten !
Hurtig den Snack zwischen die Zähne geklemmt -
Am Abend noch eifrig Gewichte gestemmt !

Wo ging sie hin, meine kostbare Zeit ?
War stets erreichbar, kein Weg war zu weit !
Nun hat sich der Körper `ne Auszeit genommen –
Ist schnell, ganz schnell, in die Klinik gekommen !

Mark Widmaier


© Mark Widmaier. Alle Rechte vorbehalten, besonders das Recht auf Vervielfältigung und Verbreitung.


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Beschreibung des Autors zu "Allzeit bereit"

Unsere multimedial gesteuerte Welt eröffnet viele Möglichkeiten - Vieles bleibt aber auch auf der Strecke…wollte einfach mal wieder daran erinnern, wie wichtig es ist, sich am Tag auch mal eine kleine Auszeit zu gönnen. Vielleicht mit etwas Poesie zwischendurch ;-) Und wer bei all dem Terminstress noch eine Sekunde Zeit findet, möge doch auf den Button „gefällt mir“ klicken ;-) Würde mich riesig freuen.

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Kommentare zu "Allzeit bereit"

Re: Allzeit bereit

Autor: noé   Datum: 31.01.2014 20:15 Uhr

Kommentar: Das könnte mein Text "Hörsturz?! Wieso denn DAS!!" nur noch unterschreiben. Toller Text, der Deine!
noé

Re: Allzeit bereit

Autor: Angélique Duvier   Datum: 31.01.2014 22:34 Uhr

Kommentar: Auch ich fühle mich durch deine wirklich wundervollen Zeilen angesprochen, mir hat es außer vor einigen Jahren auch einen Hörsturz und vor etwa vier Wochen einen kleinen Herzinfarkt beschert, siehe mein Gedicht (Kollaps)
Langsam erhole ich mich wieder,stehe aber auch schon wieder unter Stress.

Liebe Grüße,
Angélique

Re: Allzeit bereit

Autor: agnes29   Datum: 31.01.2014 22:44 Uhr

Kommentar: Ein gefällt mir ist nicht genug finde ich, klasse so wie du dieses Gedicht geschrieben hast.Es ist wichtig sich
genügend zeit zu nehmen und an sich selbst zu denken.Ein entspanntes Wochenende wünsche ich dir.
Danke für dein schönes Kompliment.LG Agnes

Re: Allzeit bereit

Autor: possum   Datum: 01.02.2014 0:43 Uhr

Kommentar: Auch mir gefallen deine Zeilen, es spricht in Worten ganz genau wie es leider oftmals in unserer Hektik
des Lebens so ist! Liebe Grüße!

Re: Allzeit bereit

Autor: Cornelia G. Becker   Datum: 01.02.2014 12:41 Uhr

Kommentar: Tja... wenn der Verstand nicht auf die Seele hört,
dann macht der Mensch etwas grundlegend verkehrt.
Das rächt sich irgendwann in irgendeiner Weise.
Der Körper ruft mal laut und dann wieder leise.
Wenn Du Dir immer noch keine Aufmerksamkeit gibst,
dann kann es sein, dass Du auf der Trage liegst.
Nun hast Du viel Zeit, Dir etwas Gutes zu tun.
Der Körper liegt flach und Du kannst jetzt ruhn.
Nimm's als Geschenk und sei endlich lieb zu Dir,
Deine Seele sagt Dir leise "Dankeschön" dafür.
© Cornelia G. Becker (wollte gerade zu Dir :)

Re: Allzeit bereit

Autor: Hans Finke   Datum: 01.02.2014 13:56 Uhr

Kommentar: …etwas Wahres kann man nicht „wahrer“ machen, Mark. - Nur soviel noch: Diese Stressproblematik, der der/die Einzelne/n ausgesetzt sind, liegt auch an unserer Leistungsgesellschaft, deren Credo (das ich erst kürzlich wieder aus „Expertenmund“ vernahm) lautet: Stillstand bedeutet Rückschritt. Was soll das? Und immer noch wird ein Burn out nicht ernsthaft genug gesehen, vielmehr haftet dieser Krankheit der Makel des sich Wegduckens vor Problemen an. Seriöse Nervenärzte können sich den Mund fusselig reden – sie werden nicht wirklich ernst genommen. - Solange die Wirtschaft dieses Land regiert und die Politik nur „ministriert“, wird sich daran nichts ändern. Besten Dank für deinen Wachrütteltext. – LG Hans

Re: Allzeit bereit

Autor: Michaela Thanheuser   Datum: 02.02.2014 0:03 Uhr

Kommentar: Ja Mark. Das bist DU. Das ist wirklich authentisch, das spürt man mit jedem Wort und jeder Zeile. Sehr wahr, sehr sehr nachvollziehbar. Das gefällt mir ausgesprochen gut! Damit kann ich mich identifizieren- das ist unsere Zeit im Spiegel deiner wohlgewählten Worte. Danke!
LG
Michaela

Re: Allzeit bereit

Autor: Ralf Risse   Datum: 02.02.2014 21:18 Uhr

Kommentar: Hallo Mark, eine Bitte um Entschleunigung kann man kaum besser verpacken.Toller Text.
Gruß Ralf

Re: Allzeit bereit

Autor: Gaby   Datum: 02.02.2014 21:25 Uhr

Kommentar: Das kenne ich nur allzu gut. Ständig für andere da sein, und man selbst und die dringend benötigte Auszeit kommt zu kurz. Guter Text.
Sehr aussagekräftig und wahr.

Re: Allzeit bereit

Autor: Alf Glocker   Datum: 03.02.2014 6:12 Uhr

Kommentar: treffend! man bemüht sich und stellt fest, daß man eigentlich nur in einen Gesamtprozess eingebunden war
Gruß, Alf

Re: Allzeit bereit

Autor: Frau Hilgert   Datum: 04.02.2014 12:23 Uhr

Kommentar: Die Zeit - sie ist etwas von Menschenhand gemachtes, also implitziert sie ja schon, dass sie vorüber gehen MUSS... Und sie wird. Es ist nur eine Frage des Zeitmanagements - und das man zu leicht vergisst, dass sich die kostbare Zeit, an eig'nen Prioritäten misst.

Auszeit - sei auf der Hut - ich komme.

Schöne Gedanken, die deinen...

Re: Allzeit bereit

Autor: Picolo   Datum: 04.02.2014 22:24 Uhr

Kommentar: Das ist echt ,,Mein Gedicht", denn alles was ich hab´ist ...keine Zeit.
Gefällt mir gut
LG Picolo

Re: Allzeit bereit

Autor: micha221b   Datum: 05.02.2014 0:01 Uhr

Kommentar: Das kenne ich. Es geht mir besser, seit sich mein PC verabschiedet hat und ich jetzt nur auf Computer schreibe, die mir nicht gehören. Bei Freunden, Familie oder auf Arbeit. Man hat viel Zeit für andere Dinge. Ich überlege mir, ob ich mir überhaupt noch so ein Teil anschaffe.
Liebe Grüße
Micha

Re: Allzeit bereit

Autor: Harry B   Datum: 06.02.2014 18:31 Uhr

Kommentar: Unsere Gesellschaft lechzt nach immer mehr ... mehr Geld, mehr Liebe, mehr Ware, mehr Anerkennung. Doch das Wichtigste bleibt oft auf der Strecke. Man selbst (und seine Gesundheit).

Re: Allzeit bereit

Autor: [email protected]   Datum: 07.02.2014 6:51 Uhr

Kommentar: Lieber Mark , sich bei all dem Stresss mal auf sich selbst besinnen , den Alltag entschleunigen , ist wohl die größte Kunst in der heutigen Zeit . Ich muss leider feststellen , dass man Stress nicht selbst verursacht sondern von anderen gemacht bekommt - so ist es jedenfalls bei mir .Gott sei Dank habe ich mir meine Inselchen geschaffen , auf die ich mich dann - immer mal wieder verabschiede...liebe Grüße , Petra

Re: Allzeit bereit

Autor: kleineta   Datum: 11.02.2014 19:36 Uhr

Kommentar: Hallo Mark, welch wahre Worte, erschreckend Real,und voll auf den Punkt geschrieben, auch ich hab es schon erlebt, und schlimm soviele andere auch. Bringt einem wieder zum Nachdenken um besser zu Leben. Danke.

Re: Allzeit bereit

Autor: Mark Widmaier   Datum: 13.02.2014 15:08 Uhr

Kommentar: Vielen lieben Dank für die positiven Bewertungen und Rückmeldungen. Und wenn sich jetzt noch der eine oder andere von Euch (mich eingeschlossen)in Stressmomenten an das Gedicht erinnert und mal für ein paar Minuten alle Fünfe grade sein läßt, bin ich besonders happy. Liebe Grüße an alle. Mark

Re: Allzeit bereit

Autor: Momo   Datum: 13.02.2014 21:35 Uhr

Kommentar: Ich werde mir Deine Botschaft zu Herzen nehmen, lieber Mark, und im Alltag-Stress auch versuchen, mal ne positive Auszeit zu nehmen. Aber das ist nicht immer so einfach!

Re: Allzeit bereit

Autor: Flammenbraut   Datum: 20.02.2014 17:38 Uhr

Kommentar: Leider leben wir in einer absolut medienverseuchten zeit. dein gedicht triffr es exakt :)

Re: Allzeit bereit

Autor: Black White Brain   Datum: 22.02.2014 13:57 Uhr

Kommentar: Die dingen die früher auch wichtig war kann man manchmal garnicht mehr machen , sehr guter text

Re: Allzeit bereit

Autor: ulli nass   Datum: 05.03.2014 18:48 Uhr

Kommentar: lieber Mark,
dann also auch noch meine Anmerkung zu deinem beschriebenen "Problemstatus". das Gedicht ist O.K. beschreibt aber ein Phänomen,
das ich so nicht kenne . . . trotz 35 Jahren im Außendienst.
Vielleicht hat mich primär meine Gitarre und die Philosophie, auch Familie und Sport weitgehend immunisiert gegen das Phänomen Stress. Wenn ich Musik übe, Philosophie,Literatur lese, dann ist das mindestens so wirksam wie Autogenes Training, Entspannungsübungen etc - muss auch sein, denn es gibt immer nur einen Fokus der Existenz. Ich bin dann ganz und gar bei mir - und wenn ich z.B. Gitarre übe, dann kann es für diese Zeit nur dieses Thema geben.Die Welt hält Ruhe usw, usw usw
Ich wünsche jedem Menschen eine gleichwertige Methode des Abschaltens . . .

ulli

Re: Allzeit bereit

Autor: Christian Alexander Tietgen   Datum: 30.03.2014 18:11 Uhr

Kommentar: Nachdem ich mir im Internet viel Ärger eingehandelt hatte, haben meine Betreuer mir für 3 Monate das Handy weggenommen. Meinen Laptop hatte ich eh bei meiner Mutter gelassen, weil sie sich Sorgen machte. Da meine Schwester zu dieser Zeit bei meinem Vater wohnte und mein Erscheinen nicht wünschte, konnte ich auch nicht bei meinem Vater ins Internet gehen. Und bei meiner Mutter wurde das Internet abgeschaltet, nachdem über ihre E-Mail-Adresse Spam versendet wurde. Ein Internetcafé habe ich auch vergeblich gesucht. Ich war in den drei Monaten also wirklich nur zwei Mal für ein paar Stunden im Internet über den Zugang eines Freundes.

An dem Tag, als mir das Handy abgenommen wurde, habe ich mich so sehr geärgert, dass ich wie ein Irrer mit dem Fahrrad losgeradelt bin. Ich wollte so weit weg fahren, dass mich keiner mehr findet. Naja, jedenfalls wusste ich irgendwann wirklich nicht mehr, wie ich wieder nach Hause komme, ich war weit, weit weg von zu Hause. Durch Mutmaßungen habe ich dann aber doch noch den Weg zurück gefunden. Ich war danach so fertig, dass ich gar nicht mehr dazu imstande war, wütend zu sein. Es war so ärgerlich, weil mir der eine Betreuer am Tag vorher gesagt hatte, dass ich das Handy behalten könnte, nachdem ich meine Ex-Freundin blockiert und all ihre Bekannten gelöscht hatte. Vielleicht war es aber auch besser so, denn als mein Ex-Mitbewohner mir ein Foto von sich und meiner Ex-Freundin geschickt hatte, hatte ich wutentbrannt ein Ersatzhandy zerschmettert, zum Glück nur das Ersatzhandy! Ich bin kurz darauf zu meinen Großeltern gefahren und habe dort zwei Wochen Urlaub gemacht. Dort auf dem Land habe ich mich schon immer wohlgefühlt, der einzige Ort, wo ich noch halbwegs das Gefühl einer heilen Welt hatte. Ich habe meine Zeit mit dem Lesen von Klatschzeitschriften und Psychothrillern (Sebastian Fitzek, Jonas Winner) verbracht, viel geschlafen, aber auch mit meinen Großeltern regelmäßige Mahlzeiten eingenommen, jeden Tag eine Radtour gemacht und abends Verbotene Liebe geguckt. Beim Lesen konnte ich meine Erlebnisse verarbeiten ohne direkt darüber nachzudenken, denn das hätte mich zu sehr aufgeregt. Und die Rituale haben mich sicher stabilisiert. Ich war einfach weit weg von allem Schlechten. Gerade auch, weil ich keinen Internetzugang hatte. Als ich zurück in meiner Wohngruppe war, habe ich mir angewöhnt, Zettel mit Liedern, die meine Gefühle widerspiegelten, an meine Tür zu kleben. Das war quasi der Ersatz für Facebook-Statusmeldungen. Daraus entwickelte sich vermutlich auch die Idee, meine Jacke mit Sprüchen beschriften, mittlerweile ist sie voll und ich werde sehr oft darauf angesprochen. Außerdem habe ich Briefe geschrieben und konnte ab und zu mit meinen Eltern sprechen, über das Betreuertelefon oder Münztelefone. Es war schon eine komische Zeit, aber ich habe dadurch neue Ausdrucksformen gefunden und überhaupt erst richtig Kontakt zu meinen Mitbewohnern aufgenommen. Erst in der Zeit haben sich echte Freundschaften entwickelt und mein Leben hat sich radikal geändert. War ich vorher Jahre lang sehr instabil gewesen, bin ich seitdem zufrieden und stabil wie wahrscheinlich nie zuvor. Zu der Zeit hat ja auch meine Ausbildung begonnen, ich hatte das erste Mal ein langfristiges Ziel vor Augen. In der Grundschule war ich auch stabil, aber die Pubertät war eine Achterbahnfahrt. Die Unzufriedenheit mit meinem Leben hatte mich in die Internetsucht getrieben und ich schadete mir damit immer mehr.

Mittlerweile habe ich mein Handy schon eine Weile wieder zurück und ich bin froh, dass ich für gute Freunde jederzeit erreichbar bin. Aber ich fühle mich nicht mehr verpflichtet, jedem sofort zu antworten. Das war mir vorher sogar wichtiger als zu arbeiten. Aber ich achte eben darauf, mich auch mit meinen anderen Hobbys regelmäßig zu beschäftigen. Das stabilisiert sehr.

Ich würde sagen, dass Erreichbarkeit grundsätzlich nützlich ist, dass sie aber zum Fluch wird, wenn sie zur Sucht wird.

Re: Allzeit bereit

Autor: Ursula Schittenhelm   Datum: 01.04.2014 19:54 Uhr

Kommentar: Besser kann man nicht beschreiben, wie wichtig es ist, los zulassen und zu lernen, mehr auf sich selbst zu achten. Schade, dass man das so oft erst dann schafft, wenn Körper und/oder Seele schlapp gemacht haben.
LG Ursula

Re: Allzeit bereit

Autor: soistshalt   Datum: 04.04.2014 2:10 Uhr

Kommentar: Allzeit bereit sein, in Hab-Acht-Stellung... im Januar habe ich mir einige Tage Zeit nur für mich genommen, um das zu tun, was mir Spaß macht und was habe ich gemacht? Statt Zugfahrt den Flug gebucht, um Zeit zu sparen... in der U-Bahn: Dreiviertel der Fahrgäste fummeln mit spitzen Fingerbeeren auf einem Smartphone-Display (Marke Mäusekino) herum und eine junge Mutti im Park redet scheinbar mit dem Himmel (Handy am Ohr) und sieht nicht, wie ihr Kleines sie anlächelt und um ein Lächeln zurück bettelt... so, jetzt nehme ich mir 10 Minuten Zeit nur für mich ganz alleine, bevor ich ins Bett falle. Wie sagt man doch: WEr sich Zeit nimmt, hat welche... i.d.S. Nehmen wir uns Zeit! :-)

Re: Allzeit bereit

Autor: Gisela Volkmann   Datum: 28.04.2014 20:02 Uhr

Kommentar: .... und tritt dir mal jemand auf die Füsse
will dir gar was Gutes tun
keine Chance
die Zeit rennt und du rennst mit

immer wieder daran erinnern auch sich selbst, so schnell fällt man zurück ins HETZraster...

und es ist angekommen
LG Gis

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