Morgens gab mir meine Biene
stets 'nen Becher voll Listerine
zu trinken als Morgengruß.
So war ich steril den ganzen Tag.
Was sie ganz besonders an mir mag
nebst sorgenfreiem Liebesgenuß. Prosit!
Doch ab und an da ist es geschehn,
ich ließ vermutlich den Becher stehn,
und war als Drohne bei ihr.
Da hat sie ganz gern den Pollen genommen,
wir dadurch auch kleine Bienen bekommen,
glücklicherweise der Stücker vier! Prosit!
Doch später, als genug Bienchen gemacht,
da hat sie als Frau ganz praktisch gedacht,
bemerkt zwischen Liebe und Kuss:
"Wie wär's: wir machen dein Beutelchen leer.
Zu Ostern gibst'e die Eierchen her.
Dann ist mit den Sorgen Schluß!" Prosit!
Die Ochsentour
Stolz trug einst der Bulle den Nasenring.
Doch als Ochse nur noch durch sein männliches Ding.
So daß jeder, der dort den Ring sieht bammeln,
denkt: 'Armer Kerl, darfst wohl nicht mehr rammeln!'
Doch hat er mal Glück, kommt 'ne ältere Kuh,
Die sieht diesen Ring und find' keine Ruh!
Denn sie ahnt, daß in ält'rer und weiter Ritze
er herrlich massiert und rumpelt im Schlitze!
Drum - wenn du ein Ochse und traurig bist,
Weil etwas dir fehlt und du selten küßt,
Dann kauf dir 'nen dicken Liebesring
Und steck ihn beherzt durch dein rammliges Ding.
Denn das Alter schleißt Raum grad in engster Stelle.
Drum für Lust und Erregung braucht's noppige Welle.
Denn so mit Ring erleb'n beide bald himmlisch Genuß,
selbst wenn's nur noch langt zu 'nem luftigen Schuß...
Ich setzt mich hin und denke mir,
bring wieder mal was zu Papier!
Ob kluge Zeilen oder dumm,
sag einfach was – sei nicht mehr stumm!
So viel geschieht in dieser Welt,
das nur den wenigsten [ ... ]
Ein Name fällt ins flimmernde Licht,
getragen von Stimmen, doch kennt man ihn nicht.
Ein Flüstern wird lauter, ein Schatten wird groß,
und plötzlich erscheint etwas völlig [ ... ]
Es war nicht besonders schwierig, diesen Raum zu sehen; ein geringer Ruck meinerseits und dann lag er vor mir: der andere Raum, die andere Welt. Sie war in weißes Licht getaucht. Darin gab es viele [ ... ]
Menschen zu berühren,
Menschen mit ihren Gefühlen zu entführen.
Zu sehen, was sie empfinden, ohne sie wirklich zu kennen,
meine Gabe, mich in diesem Spiegel zu trennen.
Das Wasser nagt am morschen Steg,
der Rost frisst stumm am Eisen.
Ein Möwenschrei verliert den Weg
im Grau vergangner Reisen.
Ein Kranarm beugt sich müd und schräg,
als wollte er schweigend [ ... ]