den süßen duft von fäulnis trägt der wind,
der herbst ist über nacht ins land geschlichen,
das dunkle grün der blätter ist verblichen,
ein greis hockt müd am wegesrand und sinnt.

der regen rauscht seit stunden auf das dach,
auf meinem schreibtisch liegt mit trägem leibe
die katze; während ich dir verse schreibe
vergeht der tag und leuchtet matt und schwach.

vergehn und abgesang. das hohe lied
des sommers ist verklungen. frostgeklirr
des winters droht, nur noch die aster blüht.

platanen recken ihre arme dürr
wie heil'ge in der wüste. ach, mein kind,
das weinen meines herzens trägt der wind...


© Peter Heinrichs


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