Als ein Gott zu sterben ist kein Denkhindernis für Vollidioten, aber auch für mit dem Vorauseilenden gehorsam behaftete Devote sterben nie in genau ihren Himmel hinein, den sie sich vorgestellt haben, denn 1. kommt es anders und 2. als man denkt. Dabei ist die Umschreibung „Als man denkt“ schon ein maßlos übertriebenes Kompliment. Kann denn jemand wirklich behaupten, daß er/sie denkt, wenn er nichts weiter tut als fremdes Gedankengut nachzuplappern? Mitnichten, ohne Neffen, Onkels, Tanten, Eltern und Geschwister…

Aber die Gerüchteküche brodelt ja zuerst immer im eigenen Kopf, wo sich die ganze Ansammlung verrückt gewordener Gespenster befindet, die mancher Komiker für Geister hält und sich dabei auch noch bestätigt fühlt. Naja, so ist halt die Politik: Immer schön sich und anderen etwas Schräges vormachen – Hauptsache man glaubt selbst daran. Dann wird es schon irgendwelche Trottel geben, die noch blöder sind als man selbst, die einem den zusammenphantasierten Oberquatsch auch noch abnehmen, damit man selbst zunehmen und schließlich als Gott sterben kann.

Dann kommt das böse Erwachen! Denn zurück liegt eine fremde Welt, in der man sich ganz einfach nicht wirklich zurechtgefunden hat. Man/frau ist Annahmen gefolgt, die man/frau ganz einfach nur angenommen hat, obwohl sie doch teilweise abstoßend waren. Aber was soll‘s?! Da war doch die „Verantwortung“ der Familie, dem Job, der Ehre gegenüber, die uns hinter den Ohren einfach nicht trocken werden und uns haarsträubende Taten vollbringen ließ. Wir holzten ab und stiegen auf, wir schmähten und verurteilten wovon wir einfach keine Ahnung haben konnten, weil ja nie gedacht wurde…da in den grauen Zellen.

Schlagen wir nach: Was sagt ein großer Geist wozu? Vorsicht – nicht den falschen großen Geist heranziehen, sondern grundsätzlich nur einen, der gerade ins Schema passt…staatskonform ist gefragt! Ansonsten müssten wir uns ja maßregeln lassen, uns scheinlogisch eines Schlechteren belehren lassen, uns vierteilen, oder was anderes Schönes lassen…machen wir doch lieber eine tiefe Verbeugung! So und nicht anders gelangen wir in den einen oder anderen Himmel. Das haben wir jedenfalls gedacht! Nach dem Leben werden wir dann vielleicht klüger sein? Wer wir? Da ist doch keiner – und wenn, dann ist er genauso blöd wie im „richtigen“ Leben. Was sonst: Die Seele bestimmt unser Sein!

Wie gut, daß man sie meistbietend verkaufen kann! Schreit die anderen an sie seien mit dem Teufel im Bund und haltet hinter dem Rücken die Hand auf, wenn euch einer in die Sklaverei verkaufen will. Es kommt doch nur darauf an, wie und wo man sich sieht! Man muss mit dem zurechtkommen was man vorfindet, auch wenn es noch so hinterkünftig ist. Innere Proteste verschieben wir auf nach unserer Apotheose. Jetzt wird gelebt. Fallen muss man ignorieren, dann merkt man es nicht wenn man reintappst. Und wenn man in einer steckt, dann braucht man nur zu rufen: „Das ist gar keine Falle, seht ihr das nicht?!“ Dann wird auch postwendend alles gut!

Sollte der Held vor sich selbst also kein Gott sein, wie es Diktatoren glauben, dann muss er sich zumindest bereiterklären, einem Gott, sprich „Diktator“ gedient zu haben, damit er selig werden kann. Ganz wichtig: Wenn eine Diktatur behauptet keine Diktatur zu sein, dann ist sie demokratisch und alle, die behaupten sie sei trotzdem eine, sind rechtsradikal! Die Gemeinschaft der heiligen Helden ist dann aufgerufen den vorauseilenden Gehorsam, bis ins rettende Jenseits auszuüben, damit die Lügen der Welt weiterhin aufrechterhalten werden können. Was dann im Jenseits mit uns geschieht ist diesseits richtiggehend wurscht!

Dadurch werden Denkhindernisse zu Gefühlseruptionen, die Heiligenscheine über leer Köpfe projizieren, wo sie den Eindruck erwecken (sollen) man sei noch bei Trost, während sich Leute, die nach ihrem Gewissen handeln, die Haare bei lebendigem Leib ausraufen. Aber das macht nichts. Sie sind eben mitnichten Götter, sondern eher Neffen, Onkels, Tanten, Kinder und Geschwister – manchmal sogar wahrhaft lebende Menschen, die jedoch total ignoriert werden (müssen). Was wäre ein Universum schon ohne seine Vollidioten, deren einzige Aufgabe es wohl ist, jemanden zu drangsalieren auf den die Bezeichnung „Mensch“ zutreffen könnte.


© Alf Glocker

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Kommentare zu "Die Bezeichnung „Mensch“"

Re: Die Bezeichnung „Mensch“

Autor: Alf Glocker   Datum: 26.10.2018 16:08 Uhr

Kommentar: die Krone der Erschöpfung ist gut!
Das passt!

LG Alf

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