Tief im Wald, dort wo die Wackersteine liegen, lebte eine Hasenfamilie. Sie bestand aus Mama Hase, Papa Hase und den Schwestern Puscheline und Suseli.
Puscheline und Suseli waren unzertrennlich und machten alles gemeinsam. Am liebsten spielten sie oben bei der Quelle. Auch heute hoppelten sie ganz vergnügt dorthin. Es war noch früh am Morgen, die Sonne war gerade aufgegangen und die Tautropfen glitzerten an den Grashalmspitzen. Sie hatten die Quelle fast erreicht, als plötzlich ein Tautropfen auf Puschelines Näschen fiel und dort zerplatzte. „Hatschi““, machte das Hasenmädchen. Suseli bekam einen Tautropfen auf ihre rechte Ohrspitze. Die beiden Häschen waren verwirrt. Es ging doch gar kein Wind und Tautropfen können nicht fliegen. Da fiel auf einmal ein ganzer Tropfenregen auf die Schwestern nieder und Puscheline und Suseli hörten ein feines Kichern. Aha, da trieb jemand Schabernack mit ihnen. Suseli hoppelte neugierig näher und entdeckte zwei zarte Wesen, die mit den Tautropfen Ball spielten.
„Puscheline, komm her, hier sind Spinnwebtierchen die mit den Tautropfen Ball spielen!!“, rief sie ihrer Schwester zu.
Neugierig kam nun auch Puscheline heran.
„Wir sind keine Tiere! Und aus Spinnweben sind wir gleich gar nicht!“, beschwerte sich eines der merkwürdigen Wesen.
„Was seid ihr dann?“, wollte Suseli wissen.
„Wir sind Quellnixen“, erklärte diese.
„Quellnixen!“, hauchte Puscheline aufgeregt. „Es ist so selten, welche zu sehen. Suseli, heute ist unser Glückstag!“
Suseli war begeistert. Denn wer eine Quellnixe zu Gesicht bekommt, hat einen mächtigen Beschützer.
„Wir sind Ilvi und Alva. Und wer seid ihr?“, wollten die Nixen wissen.
Puscheline brachte keinen Ton heraus, also antwortete Suseli: „Ich heiße Suseli und Puscheline ist meine Schwester.“
Stellt euch neben die Quelle, dort, wo sie aus dem Felsen tritt“, ordnete Ilvi an.
„Wir wollen euch mit einem Schutzzauber belegen“, ergänzte Alva, als sie die erstaunten Gesichter der Häschen sah.
Puscheline und Suseli hoppelten sofort zum Austrittsloch der Quelle und duckten sich eng aneinander gekuschelt ins Gras.
Plötzlich hielten die Quellnixen Zauberstäbe in den Händen. Damit zogen sie mehrere Kreise um die Hasenschwestern und murmelten dabei unverständliche Worte. Dann traten sie zurück und sprachen: „Nun kann euch niemand mehr ein Leid zufügen. Für eure Feinde seid ihr nun unsichtbar. Wir wünschen euch ein langes Leben und kommt uns recht oft besuchen“.
Ilvi und Alva sprangen wieder in die Quelle, winkten den Hasen noch einmal zu und tauchten dann unter.
Puscheline und Suseli sahen sich verblüfft an: „Haben wir das alles geträumt?“, fragte Puscheline ihre Schwester.
„Ich weiß es nicht“, entgegnete Suseli. „Am besten probieren wir es aus“.
Gemeinsam hoppelten sie zum Fuchsbau. Dort spielten die Fuchskinder im Gras. Suseli hoppelte zwischen ihnen hindurch, doch keines der Füchslein reagierte. Da sprang auch Puscheline ihrer Schwester hinterher, und vergnügt liefen sie geschwind nach Hause.
Atemlos erzählten sie Mama und Papa von ihrem Erlebnis mit den Quellnixen. Diese freuten sich sehr darüber, dass ihre Kinder nun nie gefressen werden konnten.


© Sabine Axnick


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Kommentare zu "Puscheline, Suseli und die Quellnixen"

Re: Puscheline, Suseli und die Quellnixen

Autor: Michael Dierl   Datum: 13.04.2022 9:21 Uhr

Kommentar: Moin Sabine, jaaaaa, wieder eine schöne Kindergeschichte! Wunderbar! Beim Lesen kommen mir Bilder im Kopf von einer anderen Welt und einer anderen Sichtweise! Haste schön geschrieben!

lg Michael

Re: Puscheline, Suseli und die Quellnixen

Autor: Angélique Duvier   Datum: 13.04.2022 12:26 Uhr

Kommentar: Liebe Sabine,

wieder eine schöne Kindergeschichte von Dir, die ich sehr gern gelesen habe!

Liebe Grüße,

Angélique

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