Bruno der Wolf Teil 1 von 4

Tief im Wald lebte ein Wolf, sein Name war Bruno. Er war alleine und sehr einsam. Niemand wollte etwas mit ihm zu tun haben, weil er so böse war. Als er im Wald herumlief, dachte er so bei sich, dass sich was ändern muss. Böse sein machte keinen Spaß mehr, Freunde wollte er haben. Er überlegte und überlegte, was könnte er nur tun? Bruno wurde immer trauriger, weil ihm nichts einfiel. Da kam er an einem riesengroßen Baum vorbei. Er legte sich darunter und fing an zu weinen. Natürlich weinte er so leise, dass ihn niemand hören konnte. Er war schließlich ein Wolf und Wölfe weinen nicht. Plötzlich hörte er ein Rascheln. Bruno hob seinen Kopf und schaute mit weinerlichen Augen in die Richtung, aus der das Rascheln kam. Auf einem Ast hüpfte ein kleines Eichhörnchen hin und her. Es freute sich sehr, als es den Wolf sah. „Wer bist du denn und warum hast du Tränen in den Augen?“, fragte das kleine Eichhörnchen. Es hatte noch nie in seinem Leben einen Wolf gesehen. Der Wolf war ganz durcheinander und wunderte sich, dass das Eichhörnchen keine Angst vor ihm hatte. Bruno dachte, dass es eine gute Gelegenheit wäre, Freundschaft zu schließen. So sagte er zu dem Eichhörnchen. „Ich bin Bruno, mir ist nur was ins Auge geflogen, es ist nicht so schlimm. Wie heißt du, möchtest du vielleicht mein Freund sein?“ Das Eichhörnchen hüpfte vom Ast, setzte sich neben dem Wolf und schaute ihn neugierig an. „Ich bin Willi, warum möchtest du mein Freund sein?“, fragte das Eichhörnchen. Zuerst wusste der Wolf keine Antwort darauf. Dann fiel es ihm wieder ein, so erzählte Bruno dem Eichhörnchen, dass er nicht mehr alleine sein wollte. Auf einmal bekam Bruno großen Hunger, er wusste nicht, was er machen sollte. Sein Magen fing so laut an zu knurren, dass Willi Angst vor ihm bekam und sich schnell hinter dem Baum versteckte. Bruno konnte aber das kleine Eichhörnchen davon überzeugen, dass es keine Angst haben musste. So kam es wieder hinter dem Baum hervor. Er entschuldigte sich bei Willi und sagte ihm, dass er großen Hunger hätte. Auf dem Baum raschelte es wieder und ein zweites, etwas größeres Eichhörnchen war zusehen, das sofort zu schreien anfing, nachdem es den Wolf erblickt hatte. Willi hüpfte zu dem anderen Eichhörnchen und versuchte es zu beruhigen. „Warum schreist du denn Franz?“, fragte Willi. „Weißt du nicht, dass das ein Wolf ist?“, fragte das etwas größere Eichhörnchen. Willi sagte nur, „das ist Bruno mein Freund.“ „Man kann kein Wolf als Freund haben, er wird uns fressen“, rief Franz. Doch Willi hörte nicht zu, hüpfte von Ast zu Ast und pflückte Eicheln, soviel er tragen konnte und brachte sie dem Wolf. Erstaunt sah Bruno auf die Eicheln und fragte sich, was das soll. Das kleine Eichhörnchen meinte nur, das Bruno die Eicheln fressen sollte. Da musste Bruno laut lachen. Er sagte zu Willi, dass er so etwas noch nie gefressen hätte, aber es gerne probieren wollte. Nachdem Bruno die Eicheln gefressen hatte, bekam er Durst. Willi hatte sofort eine Idee und meinte zum Wolf, dass sie zum Teich gehen könnten. Dort würde es genug Wasser zum Trinken geben. Sofort mischte sich Franz ein und versuchte Willi die Sache mit dem Teich auszureden. Aber Willi hörte nicht auf Franz und ging mit dem Wolf zum Teich. Franz lief hinter ihnen her, er wollte auf keinen Fall, das kleine Eichhörnchen mit Bruno alleine lassen. Er hatte Angst, dass der Wolf, Willi fressen könnte. Unterwegs traf Franz seinen Freund Uhu, eine Eule, schnell erzählte er ihm alles. Die Eule war ganz aufgeregt, denn schließlich war Willi auch sein Freund. So flog die Eule hinter Bruno und Willi her. Am Teich angekommen trank Bruno viel Wasser, bis er keinen Durst und Hunger mehr hatte. Franz, Uhu und Willi schauten ihm dabei zu. Mathilde, die Ente, die gerade ihre Runden auf dem Wasser drehte, erschrak so fürchterlich, dass sie ein paar Federn verlor. Bruno entschuldigte sich sofort und rief der Ente hinterher, die gerade wegfliegen wollte, dass sie keine Angst vor ihm haben müsste. In dem Moment war Willi sehr Stolz auf seinen neuen Freund. Franz und Uhu dachten, vielleicht hat Willi recht und man kann einen Wolf doch als Freund haben. Bruno war glücklich, dass er Freunde gefunden hatte, sogar Mathilde wollte seine Freundin sein.


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Kommentare zu "Bruno der Wolf Teil 1 von 4"

Re: Bruno der Wolf Teil 1 von 4

Autor: possum   Datum: 19.03.2019 0:52 Uhr

Kommentar: Dies ist allerliebst, gerne gelesen wenn auch meine Kindheit etwas zurück liegt! Liebe Grüße!

Re: Bruno der Wolf Teil 1 von 4

Autor: Inge Skrzybski   Datum: 19.03.2019 10:03 Uhr

Kommentar: Danke für deinen Kommentar, Liebe Grüße!

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