Bruno der Wolf  und seine Freunde

© Inge Skrzybski

Bruno der Wolf sucht sich Freunde
Teil 1 von 4

Tief im Wald lebte ein Wolf, sein Name war Bruno. Er war alleine und sehr einsam. Niemand wollte etwas mit ihm zu tun haben, weil er so böse war. Als er im Wald herumlief, dachte er so bei sich, dass sich was ändern muss. Böse sein machte keinen Spaß mehr, Freunde wollte er haben. Er überlegte und überlegte, was könnte er nur tun? Bruno wurde immer trauriger, weil ihm nichts einfiel. Da kam er an einem riesengroßen Baum vorbei. Er legte sich darunter und fing an zu weinen. Natürlich weinte er so leise, dass ihn niemand hören konnte. Er war schließlich ein Wolf und Wölfe weinen nicht. Plötzlich hörte er ein Rascheln. Bruno hob seinen Kopf und schaute mit weinerlichen Augen in die Richtung, aus der das Rascheln kam. Auf einem Ast hüpfte ein kleines Eichhörnchen hin und her. Es freute sich sehr, als es den Wolf sah. „Wer bist du denn und warum hast du Tränen in den Augen?“, fragte das kleine Eichhörnchen. Es hatte noch nie in seinem Leben einen Wolf gesehen. Der Wolf war ganz durcheinander und wunderte sich, dass das Eichhörnchen keine Angst vor ihm hatte. Bruno dachte, dass es eine gute Gelegenheit wäre, Freundschaft zu schließen. So sagte er zu dem Eichhörnchen. „Ich bin Bruno, mir ist nur was ins Auge geflogen, es ist nicht so schlimm. Wie heißt du, möchtest du vielleicht mein Freund sein?“ Das Eichhörnchen hüpfte vom Ast, setzte sich neben dem Wolf und schaute ihn neugierig an. „Ich bin Willi, warum möchtest du mein Freund sein?“, fragte das Eichhörnchen. Zuerst wusste der Wolf keine Antwort darauf. Dann fiel es ihm wieder ein, so erzählte Bruno dem Eichhörnchen, dass er nicht mehr alleine sein wollte. Auf einmal bekam Bruno großen Hunger, er wusste nicht, was er machen sollte. Sein Magen fing so laut an zu knurren, dass Willi Angst vor ihm bekam und sich schnell hinter dem Baum versteckte. Bruno konnte aber das kleine Eichhörnchen davon überzeugen, dass es keine Angst haben musste. So kam es wieder hinter dem Baum hervor. Er entschuldigte sich bei Willi und sagte ihm, dass er großen Hunger hätte. Auf dem Baum raschelte es wieder und ein zweites, etwas größeres Eichhörnchen war zusehen, das sofort zu schreien anfing, nachdem es den Wolf erblickt hatte. Willi hüpfte zu dem anderen Eichhörnchen und versuchte es zu beruhigen. „Warum schreist du denn Franz?“, fragte Willi. „Weißt du nicht, dass das ein Wolf ist?“, fragte das etwas größere Eichhörnchen. Willi sagte nur, „das ist Bruno mein Freund.“ „Man kann kein Wolf als Freund haben, er wird uns fressen“, rief Franz. Doch Willi hörte nicht zu, hüpfte von Ast zu Ast und pflückte Eicheln, soviel er tragen konnte und brachte sie dem Wolf. Erstaunt sah Bruno auf die Eicheln und fragte sich, was das soll. Das kleine Eichhörnchen meinte nur, das Bruno die Eicheln fressen sollte. Da musste Bruno laut lachen. Er sagte zu Willi, dass er so etwas noch nie gefressen hätte, aber es gerne probieren wollte. Nachdem Bruno die Eicheln gefressen hatte, bekam er Durst. Willi hatte sofort eine Idee und meinte zum Wolf, dass sie zum Teich gehen könnten. Dort würde es genug Wasser zum Trinken geben. Sofort mischte sich Franz ein und versuchte Willi die Sache mit dem Teich auszureden. Aber Willi hörte nicht auf Franz und ging mit dem Wolf zum Teich. Franz lief hinter ihnen her, er wollte auf keinen Fall, das kleine Eichhörnchen mit Bruno alleine lassen. Er hatte Angst, dass der Wolf, Willi fressen könnte. Unterwegs traf Franz seinen Freund Uhu, eine Eule, schnell erzählte er ihm alles. Die Eule war ganz aufgeregt, denn schließlich war Willi auch sein Freund. So flog die Eule hinter Bruno und Willi her. Am Teich angekommen trank Bruno viel Wasser, bis er keinen Durst und Hunger mehr hatte. Franz, Uhu und Willi schauten ihm dabei zu. Mathilde, die Ente, die gerade ihre Runden auf dem Wasser drehte, erschrak so fürchterlich, dass sie ein paar Federn verlor. Bruno entschuldigte sich sofort und rief der Ente hinterher, die gerade wegfliegen wollte, dass sie keine Angst vor ihm haben müsste. In dem Moment war Willi sehr Stolz auf seinen neuen Freund. Franz und Uhu dachten, vielleicht hat Willi recht und man kann einen Wolf doch als Freund haben. Bruno war glücklich, dass er Freunde gefunden hatte, sogar Mathilde wollte seine Freundin sein.


Bruno der Wolf und seine Freunde Teil 2 von 4

Es war ein schöner Tag, besonders wenn man Freunde hatte, dachte sich Bruno. Endlich war er nicht mehr alleine. Heute wollten alle zusammen einen Spaziergang im Wald machen. Sie spielten unterwegs und alberten herum, sie schauten sich die Bäume und Sträucher an. Auf einmal meinte Mathilde, die Ente. „Kennt ihr schon die Geschichte von der Hexe Kaukasus“, so fing sie an zu erzählen. „Vor langer Zeit lebte tief im Wald eine Hexe. Sie wohnte in einem Haus, das ganz aus vielen Spiegeln war.“ „Wer dort vorbeikam und in einen von den Spiegeln sah, wurde zu einem Baum oder Busch.“ Die Geschichte war so spannend, dass sie nicht auf den Weg achteten. Sie kamen immer tiefer in den Wald hinein, noch tiefer als Bruno und die Freunde jemals waren. Es war sehr dunkel, obwohl eigentlich die Sonne schien. Die Bäume verdeckten den Himmel, sodass man die Sonne nicht sehen konnte. Sie wussten nicht mehr, wo sie waren, überall sahen sie die Hexe Kaukasus. Da, was war das? Bruno, Willi, Franz, Uhu und Mathilde waren auf einmal ganz aufgeregt und bekamen Angst. Das kleine Eichhörnchen war so am Zittern, dass es nicht mehr laufen konnte. Bruno nahm Willi auf den Rücken, alle versuchten, ihn zu beruhigen. „Ach hätten wir mal auf den Weg geachtet. Wir werden nie mehr nach Hause finden. Die Hexe wird uns verzaubern“, flüsterte Willi und weinte. Bruno, Franz, Uhu und Mathilde vergaßen, dass sie Angst hatten, weil sie so sehr mit Willi beschäftigt waren, ihm Mut zuzusprechen. Schon wieder. Was war das da zwischen den Bäumen? Sie konnten es nicht richtig sehen. Sie hörten auf einmal ein Rascheln und Jammern. Langsam, sehr langsam schlichen sie vorwärts. Dort zwischen den Bäumen war ein großer Busch zu sehen, schon wieder das Jammern, man konnte nichts erkennen. Die Eule meinte, „ich kann dort hinfliegen und von oben nachschauen, ob man vielleicht was sehen kann.“ Alle stimmten zu, so flog Uhu zu dem Busch. Willi beruhigte sich langsam, sah der Eule zu, wie sie davon flog und dachte so bei sich, dass Uhu ganz schön mutig ist. Am Busch angekommen, kreiste Uhu darüber, solange bis er etwas sah, denn er wollte nicht aufgeben. Er konnte aber nur sehen, wie die Blätter im Busch sich bewegten, also flog er zurück zu seinen Freunden. Uhu meinte, dass er wirklich versucht hätte etwas zu sehen, aber nichts richtig erkennen konnte. Da das Jammern immer lauter wurde, beschlossen alle zum Busch zu gehen. Obwohl sie ein mulmiges Gefühl im Bauch hatten, aber sie waren einfach zu neugierig. Dort angekommen schlichen sie um den Strauch herum, alle riefen durcheinander. „Ist da jemand?“ Bruno war so nervös, dass er zu knurren anfing und die Zähne fletschte. Seine Freunde erschraken so fürchterlich, dass sie alle durcheinander liefen, dabei stolperten sie übereinander. Sie bekamen so eine Angst vor Bruno, dass sie sich nur noch verstecken wollten. Franz lief vor Schreck in den Busch, aus dem das Jammern kam. Alle waren so entsetzt, dass sie aufhörten herumzulaufen, auch Bruno hörte mit dem Knurren auf. Es war still, Franz war nicht mehr zu sehen. Alle standen da, keiner bewegte sich. Eine Zeit lang passierte nichts. Da, der Busch bewegte sich, er wackelte hin und her, dann ein Krachen. Franz kam mit einem Lächeln im Gesicht aus dem Busch, hinter ihm kam ein kleiner Spatz. Alle atmeten auf. Der kleine Spatz erzählte ihnen, dass er eine lange Reise hinter sich hätte und ein Platz zum Schlafen suchte. Dabei hatte er sich im Busch verfangen, sodass er nicht mehr loskam. Franz hatte ihn befreit. Da der Spatz aus der Richtung kam, wo Bruno und seine Freunde zu Hause waren, erklärte er ihnen aus Dankbarkeit, wie sie wieder dorthin zurückkommen würden. Bruno, Franz, Willi, Uhu und Mathilde verabschiedeten sich vom Spatz, der davon flog, um seine Reise fortzusetzen. Die Freunde aber hatten noch einen langen Weg vor sich.

Bruno der Wolf und seine Freunde Teil 3 von 4
Im Wald

Es war ein langer Tag. Bruno und seine Freunde liefen immer noch im Wald herum. War das der richtige Weg? Sie wussten es nicht, obwohl der Spatz ihnen den Weg nach Hause erklärt hatte. Ihre Beine wurden schwer, es war anstrengend die Augen aufzuhalten, sie waren müde. Mathilde blieb stehen und rief: „Stopp, ich kann nicht mehr laufen.“ Alle drehten sich um, sie waren froh, dass Mathilde dies sagte, denn keiner konnte mehr weiter laufen. Sie suchten sich einen Platz zum Schlafen. Zwischen zwei Baumstämmen, die neben einem Baum lagen, legten sie sich hin. Willi, Franz, und Mathilde hatten es sich auf Brunos Bauch bequem gemacht, dort war es schön warm. Uhu setzte sich auf dem Baum, alle schliefen sofort ein. Irgendwann wurden sie wach, aber sie wussten nicht, ob es schon Morgen war. Da sie ausgeruht waren, gingen sie weiter. Der Weg war sehr holprig und anstrengend zu laufen, alle bekamen Durst. Bruno und seine Freunde wollten erst einmal ihren Durst stillen. So beschlossen sie eine Wasserstelle zu suchen. Franz hatte die Idee, dass doch Uhu nach Wasser suchen sollte, so bräuchten sie nicht so viel herumzulaufen. Aber wo war Uhu, die Eule, sie war nirgendwo zu sehen. Willi sagte, „ich glaube, wir haben Uhu vergessen. Ist er überhaupt mitgekommen oder sitzt er noch auf dem Baum und schläft?“ Keiner wusste es. Sie beschlossen, das Bruno zurücklaufen sollte, um nach Uhu zu schauen, da er größer war und schneller. Bruno lief los, er kam zu dem Baum, tatsächlich Uhu saß noch dort, er schlief. „Hey, aufwachen“, rief Bruno. Er nahm Uhu auf den Rücken, da er noch müde war. Sie machten sich auf den Rückweg zu den Freunden. Unterwegs kamen sie an einen sehr großen Laubhaufen vorbei. „War er vorher schon da?“, fragte sich Bruno. Der Laubhaufen fing an, sich zu bewegen, das Laub fiel auseinander. Ein Igel kullerte heraus. Der Igel rollte sich langsam auf und schaute Bruno mit großen runden Augen an. Schnell versuchte er, sich wieder zwischen den Blättern zu verstecken. „Bitte bleib, sagte Bruno, wir brauchen deine Hilfe.“ Der Igel wunderte sich, dass ein Wolf seine Hilfe brauchte, dann sah er auf einmal auch Uhu. Der immer noch auf dem Rücken saß. „Wie kann ich euch helfen?“, fragte der Igel. So erzählte Bruno ihm, dass sie nach Wasser suchen würden. Der Igel aber konnte ihnen nicht sagen, wo man eine Wasserstelle finden könnte. Er war mit seinen kleinen Füßen, noch nicht weit im Wald herumgekommen. „Hier in der Nähe wohnt aber ein Reh, das weiß, wo es Wasser gibt“, meinte der Igel. Uhu sollte zu ihm hinfliegen und es fragen, er flog los. Bruno blieb bei dem Igel, um das Reh nicht zu erschrecken. Nicht weit von Bruno und dem Igel konnte Uhu das Reh sehen. Langsam flog die Eule zu dem Reh, das an einem Busch stand. Uhu setzte sich auf dem Busch und sprach zum Reh. „Kannst du mir zeigen, wo es Wasser gibt? Meine Freunde und ich haben einen langen Weg hinter uns. Wir sind alle sehr durstig.“ Das Reh jedoch hörte Uhu nicht zu, es starrte die ganze Zeit nur auf den Busch, auf dem die Eule saß. „Was schaust du den Busch so an?“, fragte Uhu. Aus traurigen Augen sah das Reh zu Uhu und meinte, das der Busch sein Bruder sei. Da musste Uhu laut lachen, aber das Reh wurde noch trauriger. „Kennst du denn die Geschichte von der Hexe Kaukasus nicht?“, fragte das Reh. So erzählte das Reh der Eule. Sein Bruder hatte in einen der Spiegel gesehen, so wurde er zum Busch. Da fiel Uhu wieder ein, dass Mathilde die Geschichte schon mal erzählte, aber er daran nicht geglaubt hatte. Er schaute in allen Richtungen, konnte aber nirgendwo ein Haus mit Spiegeln sehen. Das Einzige, was er sah, war, dass Bruno zu ihnen schlich, um das Reh nicht zu erschrecken. Uhu flog sofort zu Bruno, der etwas von dem Gespräch mitbekommen hatte. Beide wollten dem Reh helfen. Warum konnten sie das Haus der Hexe nicht sehen? Beide rätselten herum, dann fragte Uhu das Reh. Die Hexe würde einen Zauberstab besitzen, der sie überall mit ihrem Spiegelhaus hinbringt. „Er funktioniert aber nur im Wald“, meinte das Reh. Als Dank, weil sie dem Reh helfen wollten, zeigte es ihnen den Weg zur Wasserstelle. Diese war nicht weit entfernt von Willi, Franz und Mathilde. Bei den Freunden angekommen, gingen sie zusammen dort hin und erfrischten sich. Da das Reh sich gut im Wald auskannte, zeigte es ihnen den Weg nach Hause. Aber Bruno und Uhu wollten ihr Versprechen halten und dem Reh helfen. So beschlossen alle gemeinsam die Hexe Kaukasus, zu suchen. Obwohl sie glaubten, bis auf das Reh, das es die Hexe nicht gibt.

Bruno der Wolf und seine Freunde
Die HexeKaukasus Teil 4 von 4

Wo sollten sie anfangen zu suchen? Bruno, der Wolf und seine Freunde wollten dem Reh, Fridolin, helfen. Sie machten sich auf den Weg, zurück in den Wald, Fridolin ging mit, weil er den Wald gut kannte. Diesmal brauchten sie, sich keine Sorgen machen, dass sie sich verliefen. Franz hatte die Idee, dass sie nach Sträucher und Bäume suchen sollten, die Ähnlichkeit mit Tieren hätten. Da alle eine große Fantasy besaßen, sahen sie überall, Rehe, Füchse, Eichhörnchen und noch viel mehr Tiere. Der Wald wurde zunehmend dichter. Irgendwann kamen sie zu einem Häuschen, es bestand aus eine Menge Bretter, in dem einige Löcher waren. Langsam gingen sie näher, alle schlichen um die Waldhütte herum, doch sie konnten niemanden entdecken. So beschlossen sie, dort zu übernachten. Der Wohnraum sah bequem aus, viele Decken lagen auf dem Fußboden. Hier war es kuschelig, sie legten sich auf die Laken, auf einmal hörten sie Geräusche. Wer knabberte denn da? Die Freunde durchsuchten das Zimmer, konnten aber nichts finden. Willi setzte sich auf eine Decke, lehnte sich an die Wand, an seinem Rücken spürte er eine Bewegung. Was war das? Ein kleiner Holzwurm kam zum Vorschein. Er begrüßte freundlich den Wolf und seine Freunde, jetzt wussten alle, warum so viele Löcher in den Brettern waren. Die Freunde erklärten dem Wurm, dass sie die Hexe suchten. Tatsächlich konnte der Holzwurm, er hieß Felix, ihnen etwas über die Hexe Kaukasus erzählen. Die Hütte, in der sie waren, gehörte einmal der Hexe, bis diese, sich das Haus mit den Spiegeln zauberte. Ein Hauch von dem Zauber könnte man hier in der Hütte immer noch spüren. Wenn man die Augen zu machte, dem Wind lauschte, dabei die Melodie des Windes summte. So sah jeder, wo die Hexe sich aufhielt, erklärte Felix ihnen. Bruno und seine Freunde bekamen Angst, sollten sie es wagen, die Melodie, des Windes summen. Was würde dann passieren, würden sie wirklich die Hexe sehen, wenn ja, könnte die Hexe nicht auch sie sehen? Wenn sie anschließend kommen würde, hätten sie überhaupt eine Chance, könnten sie sich wehren? Ihnen fielen so viele Fragen ein. Trotzdem stellten sie sich alle Mutig in einem Kreis. Auf einmal fing Mathilde, die Ente langsam an zu summen. Franz stimmte mit ein, nach und nach fingen auch die Anderen an. Der Wind wurde immer stärker, das Häuschen wackelte. Ein Sturm zog auf, ganz tapfer summten alle weiter, dann gab es einen Knall. Sie erschraken, da erblickten sie die Hexe, plötzliche stand sie mitten im Kreis. Die Freunde sprangen auseinander. Uhu befand sich hinter der Hexe Kaukasus. Er flatterte vor Aufregung so stark mit seinen Flügen, dass er den Zauberstab berührte, den die Hexe in Händen hielt. Der Stab flog direkt vor Willis Füße. Er schnappte sich den Zauberstab, ungesehen hüpfte er, so schnell er konnte aus der Hütte. Sofort hörte es auf zu stürmen, kein Windchen wehte. Die Hexe besaß keine Macht mehr. Derweil suchte die Hexe den Fußboden nach ihrem Stab ab. Keinen von ihnen fiel auf, dass Willi nicht mehr im Haus war. Als Bruno merkte, dass die Hexe den Zauberstab suchte, bäumte er sich vor ihr auf, jaulte so laut, wie er noch nie in seinem Leben gejault hatte. In der Zwischenzeit vor der Hütte schaute Willi sich genau den Zauberstab an. Er fand, dass er aussah wie ein dünner Birkenast. Da Willi lange nichts mehr gegessen hatte, bekam er großen Hunger. Sein Magen knurrte, in Gedanken fing er an, am Zauberstab zu knabbern. Was war das, neben Willi bewegte sich ein Busch? Vor Schreck hörte er auf zu knabbern. Jetzt stand auch der Strauch still, er knabberte weiter, der Busch bewegte sich wieder. Nun schwang ein Baum seine Äste hin und her. Willi wunderte sich, es war doch Windstille. Er hörte wieder auf, an dem Zauberstab zu knabbern, es war wieder alles ruhig. Da merkte das Eichhörnchen, dass es an ihm lag. Immer wenn er am Stock knabberte, bewegten sich einige Büsche und Bäume. Wie ein Blitz fuhr es durch sein Köpfchen, dass das die verzauberten Tiere sein könnten. Eifrig zerpflückt Willi mit seinen Zähnen den Zauberstab. Tatsächlich nach und nach wurden aus einigen Sträuchern und Bäumen, Tiere. In der Hütte stand Bruno der Wolf immer noch vor der Hexe Kaukasus. Ihre Haut wurde schrumpelig, sie wurde kleiner, ganz klein, die Ohren wurden Spitz. Sie verwandelte sich in eine Maus, dann lief sie flink davon, bevor Bruno sie mit seinen Tatzen schnappen konnte. Die Hexe Kaukasus gab es nicht mehr. Alle wunderten sich, weil es draußen laut wurde. Sie verließen die Waldhütte, sahen die vielen Tiere und Willi. Vor ihm lag der Zauberstab, in vielen kleinen Teilen nicht mehr zu reparieren. Das wollte auch niemand. Felix probierte einige Teile, die ihm sehr gut schmeckten. Fridolin entdeckte hinter einem Baum seinen Bruder. Schöner hätte dieser Tag nicht enden können. Die Hexe war besiegt, alle konnten ohne Angst nach Hause gehen.


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Kommentare zu "Bruno der Wolf und seine Freunde"

Re: Bruno der Wolf und seine Freunde

Autor: possum   Datum: 19.03.2019 0:52 Uhr

Kommentar: Dies ist allerliebst, gerne gelesen wenn auch meine Kindheit etwas zurück liegt! Liebe Grüße!

Re: Bruno der Wolf und seine Freunde

Autor: Inge Skrzybski   Datum: 19.03.2019 10:03 Uhr

Kommentar: Danke für deinen Kommentar, Liebe Grüße!

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