In einer klaren, kalten Nacht,
da machte er sich wieder auf den Weg.
Wie zu jeder Vollmondnacht.
Der Wald war dunkel.
Äste knackten unter seinen Füßen.
Das Geräusch hallte durch die Nacht.
Durch die dicht beieinander stehenden Bäume fiel etwas Licht.
Der Mond zeigte ihm seinen Weg,
führte ihn sicher durch den Wald.
Erregung verdrängte jegliches Angstgefühl,
es war nicht mehr weit.
Kleine Äste streiften sein Gesicht und seine Arme,
das Kratzen nahm er kaum wahr.
Der Pfad wurde breiter.
Nur noch ein paar Schritte,
sein Herz schlug immer schneller.
Da war Sie, blau getränkt durch den Mond,
er betrat langsam die Lichtung,
stellte sich in ihre Mitte.
Er starrte in den sternenbedeckten Himmel,
seine Augen suchten das Firmament ab.
Er hielt Ausschau nach ihnen,
da war einer, nur noch ein Flimmern.
Und etwas weiter links noch einer.
Seine Aufregung wuchs.
Wie viele würde er diese Nacht finden?
Er breitete langsam seine Arme aus,
schloss die Augen und ließ sich von ihnen erwärmen.
Jeder verglühte Stern den er in sich aufnahm,
nährte seinen Körper mit reiner Energie.
Er verspürte ein Kribbeln bis in seine Zehenspitzen.
Hoffnung, Stärke und Schönheit, alles Vergangene.
Das Leuchten das langsam erstarb,
er nahm ihre letzten Funken auf.
Als er alle verglühten Sterne aufgesammelt hatte,
blickte er noch mal nach Oben.
Es bildeten sich neue Sterne.
Ihr Glanz blendete ihn, ließ alles Erleuchten.
Da wo noch vor ein paar Sekunden alles dunkel schien,
wurde neues Licht geboren.
Er wusste es war nur eine frage der Zeit,
dann würde er auch ihn fangen,
den neu erleuchteten Stern.
Wenn auch sein Glanz zu verblassen drohte,
sein Licht nur noch ein Flackern war.
Er würde ihn aufnehmen,
seine letzte Wärme spüren,
wie er es zu jeder Vollmondnacht tat.
Doch bis dahin erfreute er sich an seinem Licht.
Ich und mein Schatten, wir zieh’n durch die Zeit,
mit Falten im Gepäck und Gelassenheit.
Die Haare dünn, das Knie mal schwach –
doch unser Witz bleibt hell und wach.
Sterben ist das neue Leben
Blätter, Menschen ,Wälder, Länder, Kontinente, Planeten sterben, und bilden den Mutterboden für neues Leben.
Aus diesem Grund gibt es kein wirkliches Sterben. [ ... ]