ich sitze da und starre auf das brot
und starre auf den leeren platz vor mir
bis letzte woche warst du auch noch hier
jetzt schweigt nur noch das himbeerrot

ich sitze da, es ist sehr still zwischen den scheiben
ich hätte nicht gedacht, dass du mir so sehr fehlst
weil du das kalte weiß der küche irgendwie beseelst
während mich andre in den wahnsinn treiben

ich sitze da und esse ohne was zu schmecken
denn ohne dich schmeckt alles gleich
und überhaupt machst du mein leben reich
und lässt mich selbst in marmelade was entdecken

ich sitze da, wer nie sein brot mit tränen aß
der weiß nicht, wie es ist wenn man so sehnsucht hat
denn so ein marmeladenbrot alleine macht nicht satt
und essen ganz alleine keinen spaß

ich sitze da - warum konntest du nicht bleiben?
ich wünsche mir so sehr, du wärst bei mir
dann säßen wir gemeinsam mit der marmelade hier
und ich nicht ganz allein mit ungegessnen scheiben.


© Anne Ladgam


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Kommentare zu "beim anblick eines marmeladenbrots"

Re: beim anblick eines marmeladenbrots

Autor: Verdichter   Datum: 28.10.2018 19:25 Uhr

Kommentar: Die Originalität deiner Zeilen lässt einen die Traurigkeit darin fast vergessen.
Gefällt mir sehr gut!

Gruß, Verdichter

Re: beim anblick eines marmeladenbrots

Autor: Ikka   Datum: 29.10.2018 0:45 Uhr

Kommentar: "ich sitze da" in der Wiederholung geht echt unter die Haut, liebe Anne!
Gruß, Ikka

Re: beim anblick eines marmeladenbrots

Autor: Santos-Aman   Datum: 29.10.2018 6:23 Uhr

Kommentar: diese Zeilen berühren mich stark.

Lieben Gruß, Santos

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