Marie-Antoinette

Marie-Antoinette, stolze Königin
Dein guter Ruf ist längst dahin
Von den Franzosen hoch gepriesen
Bis sie in Argwohn von dir ließen.

Du hast dich über den Frevel gebeugt
Wie mancher Ausspruch klar bezeugt
Das Volk hat Hunger, lehnt sich auf
Was sagst du Königin darauf?

Hat man kein Brot, dann soll man Kekse essen!
Ach, dieser Sager ist vermessen
Da spricht der Hochmut kalt aus deinem Munde
Macht im Volke schnell die Runde.

Der Zeitgeist schlägt dir ins Gesicht
Man nimmt dich in die schnöde Pflicht
Die Revolution spukt in den Hirnen
Du wirst zur Sternschnuppe an himmlischen Gestirnen.

Neid und Missgunst sind oft Übeltäter
Erweisen sich als die Verräter
Dein Todesurteil ist besiegelt, wird vollstreckt
Die Guillotine hat an dir Blut geleckt.


© Herbert Kaiser


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Beschreibung des Autors zu "Marie-Antoinette"

Anfänglich beliebt, wurde Marie-Antoinette schon unter dem Ancien Régime zur Zielscheibe gehässiger Propaganda, die sich nicht nur gegen den Aufwand des Hofes, sondern auch gegen das Bündnis Frankreichs mit Österreich und gegen Reformversuche im Geist des aufgeklärten Absolutismus richtete. Neun Monate nach ihrem Gatten wurde sie auf dem Schafott hingerichtet.

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Kommentare zu "Marie-Antoinette"

Re: Marie-Antoinette

Autor: Bluepen   Datum: 25.10.2020 8:00 Uhr

Kommentar: Hallo Herbert,

arbeitest du die französiche Revolution jetzt lyrisch auf?
Als Geschichte-Liebhaberin möchte ich sagen, dass dir das Gedicht super gelungen ist.

LG - Bluepen

Re: Marie-Antoinette

Autor: Alf Glocker   Datum: 25.10.2020 8:55 Uhr

Kommentar: ...ich kenn da noch jemanden, der für die Guillotine stark in Frage käme...

es ist auch eine unumschränkte Herrscherin!

LG Alf

Re: Marie-Antoinette

Autor: Herbert Kaiser   Datum: 25.10.2020 11:11 Uhr

Kommentar: # Liebe Bluepen, da gäbe es noch einiges zu (ver)dichten... Ich habe mir nur das traurige Schicksal dieser Österreicherin herausgepickt.

# Lieber Alf, ich könnte dir auch ein paar Namen nennen... aber lassen wir diesmal Gnade walten.

LG Herbert

Re: Marie-Antoinette

Autor: Eleonore Görges   Datum: 25.10.2020 15:17 Uhr

Kommentar: Wenn das Volk Hunger leidet, dann steht es auf - und in der Zeit um die Franz. Revolution litt das Volk Hunger und den "Großkotzerten" triefte das Fett aus den Mundwinkeln, wenn sie in das fette Fleisch bissen. Sorry, vielleicht ein wenig drastisch formuliert, aber so war es nun einmal.
Und wenn der Aufstand erst einmal da ist, dann fließt Blut, manchmal auch unschuldiges Blut, dann gibt es kein Halten mehr.
Die Franz. Revolution hat mich immer schon interessiert, ansonsten habe ich es nicht so mit der Geschichte.
Gut von dir umgesetzt!

LG, Eleonore

Re: Marie-Antoinette

Autor: Mark Widmaier   Datum: 26.10.2020 8:10 Uhr

Kommentar: Und dabei war sie doch selbst (als Maria Antonia) Erzherzogin von Österreich und Tochter der großen Aufklärerin und Kaiserin Maria Theresia. Wie sich die Wut auf die Mutter durch eine (mehr oder weniger) Zwangsverheiratung) doch auswirken kann. Ich denke, auch diese Seite muss man sehen, um Marie-Antoinette richtig einzuschätzen. Aber wie Du schön beschreibst, lieber Herbert, in Frankreich fiel sie zunächst tief und dann der Kopf. Wer sein Volk als Oberhaupt verhöhnt, der sollte leiden...auch in der heutigen Zeit.

Liebe Grüße Mark

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