Neulich – ich stapf ich durch den Tann –
schleicht ein Wolf an mich heran,
und ich red ihm freundlich zu:
„Bürschlein, lass mich bloß in Ruh,

troll dich und verzieh dich brav,
ich riech streng nicht wie ein Schaf,
bin auch keins von sieben Geißlein,
die mit Kreide du gern legst rein,

rote Käppchen trag ich nicht,
drum hau ab, du blöder Wicht!“
Jetzt der Wolf knurrt nicht sehr fein
und hebt hoch ein hintres Bein,

pieselt mir an meine Schlappen,
fängt dann an, hinweg zu tappen
durch die Buchen und die Tännchen -
ich glaub fast, es war ein Männchen!


© bruddlsupp


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Beschreibung des Autors zu "BEGEGNUNG MIT EINEM WOLF"

Ausgesetzte Wölfe verbreiten sich immer mehr in Deutschland.

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