Allein in der Stadt

Wenn es eng wird in der Brust
Verzweiflung wächst und auch der Frust
Muss ich raus, will Leben spüren
Lass mich von der Sehnsucht führen.

Das Getümmel dieser Stadt
Die so viele Sprachen hat
Rauscht an meinem Ohr vorbei
Als wäre ich ihr einerlei.

Wie ein junger Hund streif ich durch Gassen
Das Leben krieg ich nicht zu fassen
Im Schanigarten am Donaukanal
Werde ich beim Bier sentimental.

Hier habe ich dich oft getroffen
Damals konnte ich noch hoffen
Dass aus uns ein Paar noch wird
Mensch, wie hab ich mich geirrt.

Seitdem komm ich immer her
Wird das Leben mir zu schwer
Heute werd ich ein paar Bierchen trinken
Vielleicht auch einer Schönheit winken.


© Herbert Kaiser


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Kommentare zu "Allein in der Stadt"

Re: Allein in der Stadt

Autor: Michael Dierl   Datum: 29.10.2020 18:53 Uhr

Kommentar: Ja, das kenne ich gut! Sehr gut sogar! Hast Du sehr gut beschrieben diese Einsamkeit mit sich. Erinnert mich an ein Tal in das kein Licht einfällt und das ewig dunkel ist. Keine Hoffnung auf neues Leben das blüht und gedeiht.

Die kleine Kneipe um die Ecke......es gibt ein wunderschönes Lied darüber! Kennt wohl jeder. Nur heute in Coronazeiten wird einem noch nicht mal das gegönnt, obwohl ich's aber auch verstehe. Der Mensch braucht den Mensch und das ist Fakt! Bei all der Technik und Internet ist das ja ganz nett aber den direkten Austausch von Gesicht zu Gesicht geht auch Online nicht. Ahhhhhhhaaa....reimt sich sogar! Tja, früher hab ich noch Musik gemacht und fast jeden Abend Probe vor dem Auftritt was viel Stress war. Heute etwas zu ruhig auch bei mir tut sich da nicht viel außer, dass ich an meinen Illus arbeite aber das reicht mir auch nicht. Viele Menschen haben Angst so zu leben wie vor Corona. Ich ebenfalls. Man schließt sich fast schon ein und das ist nicht gut! Wo soll das hinführen frag ich mich schon zu oft! Naja, schön, dass es trotzdem das Internet gibt! Ohne wird mancher aus dem Fenster springen!

Gruss Michael

Re: Allein in der Stadt

Autor: Herbert Kaiser   Datum: 29.10.2020 20:09 Uhr

Kommentar: Danke lieber Michael.
Am Gedicht hängen Erinnerungen an junge Jahre. Damals bin ich in die große Stadt gezogen, der Arbeit wegen. Und ich kannte privat keine Seele. Am Anfang hat man Ablenkung - Musik, Ausstellungen, Einkaufsstraßen. Aber der menschliche Kontakt hat gefehlt. Hab viele Jahre mit ein paar oberflächlichen Liebschaften verbracht, ehe ich meine Lebensgefährtin kennen gelernt habe.

LG Herbert

Re: Allein in der Stadt

Autor: Eleonore Görges   Datum: 29.10.2020 22:56 Uhr

Kommentar: Oh ja, die Einsamkeit, du hast deine Empfindungen und Erinnerungen in sehr schöne Zeilen gepackt, lieber Herbert. Man kann gut nachempfinden.

Ich schließe mich da gerne dem Text von Michael an - der Mensch braucht soziale Kontakte, braucht Gespräche mit einem Gegenüber.
Wenn mir die Decke auf den Kopf fällt (in der jetzigen Zeit sowieso), dann gehe ich mit meinem Lebensgefährten auch raus, irgendwo in die Natur und anschl. nach Möglichkeit noch in einem Biergarten, oder auf einer Restaurantterrasse etwas trinken, damit man auch unter Menschen ist. Das genügt mir dann schon, man kommt fröhlicher nach Hause.

Liebe Grüße, Eleonore

Re: Allein in der Stadt

Autor: Herbert Kaiser   Datum: 30.10.2020 0:55 Uhr

Kommentar: Kontakte sind wichtig, da gebe ich euch natürlich recht. In den Corona Zeiten wird es diesbezüglich wieder eng, denn selbst das Treffen von lieben Verwandten sollte man bleiben lassen. Traurig ist das schon.

LG Herbert

Re: Allein in der Stadt

Autor: Alf Glocker   Datum: 30.10.2020 8:27 Uhr

Kommentar: winken geht immer!

LG Alf

Re: Allein in der Stadt

Autor: Bluepen   Datum: 30.10.2020 10:22 Uhr

Kommentar: Lieber Herbert,

ja dein schön formuliertes Gedicht birgt Sehnsuchts-Erinnerungen!

LG - Bluepen

Re: Allein in der Stadt

Autor: Vergissmeinnicht   Datum: 30.10.2020 19:10 Uhr

Kommentar: Ach ja Herbert... da ist dir ein Zauberhaftes Trauriges aber Nachvollziehendes
Gedicht gelungen... habe alles vor meinen Augen gesehen... Das Vergissmeinnicht.

Re: Allein in der Stadt

Autor: Herbert Kaiser   Datum: 30.10.2020 19:50 Uhr

Kommentar: Dankeschön liebes Vergissmeinnicht. Freut mich, wenn dich meine Zeilen ansprechen - wie gesagt, da hängen Erinnerungen dran...

LG Herbert

Re: Allein in der Stadt

Autor: Jens Lucka   Datum: 01.11.2020 10:11 Uhr

Kommentar: Die Hoffnung stirbt zuletzt ? Die Erinnerung ist eingespeichert wie ein schon immer wärender Wunsch. Und den süßen Scherz genießt man lange noch.
Schön von dir beschrieben Herbert. Ich meine, ich weiß wovon du sprichst.

Gruß ,Jens

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