Es war einmal ein kleines Mädchen. Das lebte mit seiner Mutter tief im verborgenen Wald. Ihr Vater stab schon, als sie noch ein Baby war. Rabia, so hieß das Mädchen, von dem ich euch jetzt erzählen werde.
Sie ging jeden Tag, wenn die Sonne schien, zur Lichtung. Da war es immer besonders schon. Rundherum Bäume also Wald und in der Mitte ein kleiner Fleck Wieso. Diese war ungefähr so groß wie ein Fußballfeld.
Eines wunderschönen Tages ging sie wieder zur Lichtung, diesmal war schon jemand hier.
„Hallo, was machst du da?“,wollte der junge Mann von ihr wissen.
„Ich sonne mich, sonst bin ich eh immer im Schatten,“ antwortete sie.
„Da musst du heute aufpassen, denn heute ist keine normale Sonne. Nicht, dass du noch in ein Einhorn verwandelt wirst“, mahnte er sie.
Rabia glaubte ihm kein Wort. Schließlich geht sie ja immer, wenn die Sonne scheint, zur Lichtung. Warum hätte es jetzt anderes sein sollen?
In ihren Gedanken versunken, warum sagte er das so? Ging sie einfach nach Hause. Rabia merkte gar nicht, dass der Wald nicht mehr normal war, sondern dass die Bäume schon rosagelbgrün glitzerten. Bunte Blumen und Pilze schossen vom Boden wie aus dem Nichts heraus. Hinter ihr ein Glitzerpfad. Sie öffnete ihre Haustüre. Alles war normal wie immer.
In der Nacht kam eine Hexe zu ihr. „Rabia du Sonne, weil du die Sonne so magst, wirst du zum Einhorn,“ sagte die Hexe und verschwand wieder.
Am Morgen wachte Rabia auf. Sie merkte nichts von ihrer Verwandlung, denn im Inneren war sie noch immer sie.
„Ah, Rabia was ist mit dir passiert!“, schrie ihre Mutter erschrocken. Denn schließlich wurde ihre Tochter in der Nacht zum Einhorn.
Doch Rabia verstand es nicht, für sie war alles normal.
Ihre Mutter war so besorgt um Rabia, dass sie einen Kobold rief.
Der natürlich dann auch gleich kam. „Hm, was machen wir den da?“, fragte sich der Kobold und runzelt die Stirn. „Aber, Herr Kobold, du musst doch eine Ahnung haben. Oder?“, fragte die Mutter verzweifelt den Kobold. Der Kobold schüttelte den Kopf und sagte „Nein, meine Liebe. Möglicherweise hilft da echt nur das rosagrüne Drachenei vom Sonnenprinzen. Finde ihn.“ Die Mutter starrte den Kobold verzweifelt an und meinte „Ja aber wie soll ich ihn den finden. DU bist gut. Mein Lieber.“
„Meine Liebe, ich verschwinde,“ sagte der Kobold. Und weg war er.
Der Mutter kamen schon die Tränen. Doch die Tochter als Einhorn blieb ganz gelassen. „Ja aber deshalb bin ich ja trotzdem noch ich,“ erklärte Rabia ihrer Mutter.
Die weinerliche Frau schüttelte den Kopf und meinte „Nein mein Kind du gehörst gerettet.“ Das Mädchen verstand nicht, was die Mutter meinte, denn schließlich war sie ja noch immer sie. Rabia wollte sich nun vergewissern, sie rannte zum Spiegel. Sie sah kein Einhorn, sondern sich selber, sie fühlte sich auch so, als wär sie noch ganz normal. Auch beim Essen hatte sie keine Probleme. Deshalb verstand sie das Problem ihrer Mutter nicht.
Die Mutter machte sich auf dem Weg zum Sonnenprinzen.
Und jetzt rate mal, wo die Mutter nach langem Suchen den Sonnenprinzen fand? Na bei der Lichtung wo sonst. „Ach, hallo mein Lieber. Ich brauche deine Hilfe,“ bat sie den Prinzen. Der Prinz schüttelte den Kopf und sagte „Ja, weiß ich schon. Rabia muss selber kommen.“ Und er verschwand.
Die Mutter sah das nicht ein. So ging sie traurig wieder nach Hause.
In der Zwischenzeit machte sich Rabia selbst auf den Weg, da ja die Sonne scheinte. Sie ging also ihren üblichen Spaziergang.
Plötzlich sie spürte etwas Schweres. Und zack sie stand mit allen vieren am Boden. Sie war nun ein Einhorn. „Oh nein jetzt bin ich wirklich eins!“, schrie sie entsetzt.
Niemand konnte sie hören. Verzweifelt rannte sie im Wald um her. Sie fand die Lichtung nicht. „Stopp , stehen bleiben!“, schrie der Kobold.
Doch Rabia rannte den Kobold um. Er versuchte sie immer wieder auf zuhalten. Doch sie war stärker. Sie hatte eigentlich nicht wirklich einen Plan sie wollte nur noch sie selber werden. In ihrer Wut zerstörte sie den ganzen Regenbogenwald. So hieß der Wald der Einhörner. Sie drehte sich umher und sah eine totale Verwüstung. Das war sie gerade. Oh nein wollte ich nicht.
Plötzlich tauchte eine Hexe aus dem Nichts auf und sagte: „Finde das rosagrüne
Drachenei. Und küsse den Sonnenprinzen, dann bist du wieder du.“
„Aber wie finde ich das Drachenei?“, wollte das Mädchen wissen.
„In dem du,“ sagte die Hexe und sie verschwand. Das war nicht gerade die Antwort, die Rabia hören wollte.
Rabia lief kreuz und quer durch die Gegend, bis sie endlich zur Lichtung kam.
Da sie ja in der Einhornwelt war, sah sie den Sonnenprinzen auf einem Thronsessel sitzen umringt mit Brunnen und hinter ihm eine riesige Villa.
„Oh schön, dass du da bist Rabia,“ sagte der Prinz fröhlich zu ihr.
„Woher kennst du mich?“, wollte sie von ihm wissen.
„Weißt du es gibt sonst kein so schönes Einhorn. Wo ist das Ei?“, fragte er sie.
„Ich hab keines gefunden,“ sagte Rabia enttäuscht.
„Ach, sie doch mal da hinten, zwischen den beiden Tannen da ist das Ei nimm es und bring es her,“ erklärte ihr der Prinz.
Rabia lief schnell zu den Bäumen und nahm das Ei auf das Horn.
„Oh nein! Rabia!“, schrie der Prinz. „Du hast das Ei kaputt gemacht! Das ist nicht gut, das Ei und du. Das wäre die Rettung gewesen, jetzt müssen wir immer im Einhornland bleiben!“, schreit der Prinz.
Plötzlich tauchte aus dem nichts eine Hexe auf „Küsse das Einhorn! Sonnenprinz!“, befahl die Hexe und verschwand wieder.
Also küsste der Sonnenprinz Rabia. Zack das Einhornland wurde zerstört. Hinter ihnen tauchte nun die größte und schönste Villa auf, die sie je gesehen hatten. Es war die Villa vom Sonnenprinzen.
Rabia wusste nicht, in welcher Welt sie vorher lebte, eins stand jedenfalls jetzt fest, dass die Lichtung in Wahrheit immer eine Villa war.
Und so lebten die beiden glücklich und zufrieden in der Villa.


© Christlriemi


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