Engeltod V – Besuch

© EINsamer wANDERER

Ein Mann torkelte durch die menschenleere Einkaufsstraße. Da es schon anfing zu dämmern, wollte er schnell nach Hause, bevor seine Frau aufwachte. Er wusste, wenn seine Frau herausfand, dass er wieder die ganze Nacht in seinem Lieblings Pub gewesen war, würde sie ihn wieder verprügeln. Ein schmatzendes Geräusch kam aus einer dunklen Nebengasse. In der Gasse war es noch tiefste Nacht. Der Mann hielt inne. Er überlegte, ob er dem Geräusch nachgehen und das Risiko eingehen sollte wieder von seiner Frau verprügelt zu werden oder ob er einfach weiter gehen sollte. Nach ein paar Momenten gab er seiner Neugier nach. Er tauchte ins Dunkel der Nebengasse ein. Hohe Häuser verdeckten die, schon fortgeschrittene, Morgenröte. Der Betrunkene stieß auf seinen Weg einige Mülltonnen um, die scheppernd zu Boden fielen. Das Geräusch wurde lauter, es hallte unheimlich von den Wänden nieder. Ein Knick in der Gasse, ließ den Betrunkenen einen Moment lang verwirrt inne halten. Als er um die Ecke bog, wurde er schlagartig nüchtern. Die knienden Gestalten waren Leichenblass, in ihren Augen war nur Weiß zu sehen. Die meisten von ihnen waren Männer in Sträflings- und Wärteruniformen, die Anderen hatten normale Kleidung an. Das schmatzende Geräusch war von diesen Kreaturen verursacht worden, die sich an einer toten Frau labten. Da aber nicht genug Platz für alle da war, begnügten sich die anderen Zombies mit Käfern, Hunden, Katzen und Ratten, die sie mit ihren spitzen Zähnen verspeisten. Sie hatten ihn glücklicherweise, noch nicht bemerkt. Auf einmal erhob sich die Frau, die eben noch Tot erschien. Sie war nun ein Zombie. Ihr Körper war zerkratzt und angefressen, an einigen Stellen konnte man ihre blanken Knochen sehen. Sie sah den schockierten Mann und hielt stöhnend auf ihn zu. Nun drehten auch die anderen Zombies sich zu ihm um und erhoben sich ebenfalls. Der Mann nahm seine Beine in die Hand und rannte die Gasse entlang. Vielstimmiges Stöhnen begleitete seine Flucht, welches unheimlich von den hohen Häuserwänden wiederhallte. Er legte noch einen Zahn zu, als er das Ende der Gasse sah. Die Sonne war bereits aufgegangen, als er draußen war. Ihr Licht schien für den Betrunkenen tausendmal wärmer und schöner, als je zuvor zu sein. Er blickte zurück in die immer noch dunkle Gasse. Nichts rührte sich. Es kamen keine Zombies heraus. Vielleicht fürchteten sie die Sonne? Gerade, als der Mann erleichtert einen Schritt machen wollte, kamen unzählige Hände aus der Dunkelheit. Sie packten ihn an Armen und Beinen und Haaren. Er wollte schreien, aber eine Hand erstickte seinen Hilferuf. Er wehrte sich mit Leibeskräften, aber man zog ihn unwiderruflich ins Dunkel zurück. Als der Mann wieder ins Dunkel verschwunden war, kehrte eine unheimliche Ruhe ein.

,,... unklar, was mit den Leichen passiert ist. Bei den Untersuchungen, ist die Polizei auf einen alten Tunnel gestoßen, der sich tief in die Erde gräbt und schließlich in einer Art Kammer endet. Wir werden Sie weiter darüber auf den Laufenden halten... Bei U – Bahnarbeiten haben einige Tunnelarbeiter einen Schacht entdeckt, der in eine unterirdische Stadt führt. Experten schätzen das Alter der Stadt, auf mehr als ...“ Mark schaltete ab. Er hatte genug Nachrichten gesehen. Er aß den letzten Löffel, von seinen Cornflakes. Nun da er ausgeruht und satt war konnte er weitere Informationen, über die Monsterjagd, sammeln. Er hatte sich während des Essens ernste Gedanken, über seine Lage gemacht. Er war nicht zum ersten mal in Gefahr. Es gab viele Kulte, die ihn ans Leder wollten. Ein Halbvampir war für ihn etwas völlig neues, aber was tat man nicht alles für die Wahrheit und den Ruhm, außerdem konnte Lucia ihn immer noch beschützen, schließlich mussten Engel die Menschheit, vor solchen Übeln, beschützen. Er dachte über seinen nächsten Schritt nach. Zuerst musste er darauf warten, was sein Informant herausgefunden hatte. Lucy kam in voller Montur ins Wohnzimmer. Ihr weißer Mantel wehte hinter ihr her und ihre goldene Pistole glänzte im Licht, obwohl sie in ihrem Halfter war. Sie hatte, gleich nachdem sie zurück waren, geduscht. ,,So Mark, du bleibst, brav, hier auf deinen faulen Arsch Sitzen und ich stelle schon mal unsere Truppe zusammen.“ ,,Was heißt hier,faulen Arsch´?“ fragte Mark empört. ,,Ich habe dich schließlich aus dieser verdammten Kirche gerettet.“ ,,Ich wäre auch ohne deine Hilfe zurecht gekommen.“ Behauptete der Engel. ,,Außerdem,“ setzte Mark an ,,heiße ich Markus oder soll ich dir das Buchstabieren. Woher kennst du eigentlich meinen Namen? Ich habe ihn nie genannt.“ Lucy zeigte nur bedeutsam nach oben und meinte ,,Wir sehen vieles und dadurch, wissen wir vieles über dich. Zum Beispiel, wissen wir, dass du ein Karrieregeiler Typ bist und jeder guten Story hinterher Jagst. Du isst gerne Fast - Food bei McDonalds, wo du versuchst die Kassiererinnen, in die nächste Toilette zu kriegen, um sie dort zu ficken. Die letzte hieß Nicki. Sie wollte eigentlich Schauspielerin werden, landete dann aber in einer Burgerbude, wo sie sich total ausgebeutet fühlt. Um zurück zu dir zu kommen...“ ,,Schon gut. Schon gut. Ich hab `s verstanden“ Unterbrach Mark hastig Lucys Redeschwall. ,,Wieso brauchen wir eigentlich ein Team? Du schaffst diesen Typen doch auch so.“ ,,Eben nicht.“ Entgegnete Lucy genervt. ,,Meine Kugeln haben zwar Schaden angerichtet, aber in einem Zweikampf hätte ich den kürzeren gezogen. Ich habe nur überlebt, weil ich Azrael belustige. Bei der letzten Jagd auf ihn war ich mit einem Team hochprofessioneller Monsterjäger unterwegs, die übrigens alle einen Mantel getragen haben. Und ich werde nun die Orte aufsuchen an denen sich Monsterjäger nun mal rumtreiben.“ ,,Ich komme mit.“ Sagte Mark entschlossen. Lucy schmetterte es mit einem ,,Vergiss es!“ ab. ,,An diesen Orten sind normale Menschen nicht gern gesehen.“ ,,Na gut.“ Zeigte Mark sich besiegt. Dann werde ich eben die Tonbandaufnahmen auswerten, dachte Mark. ,,Bau bloß keinen Scheiß während ich weg bin.“ Lucy hielt an der Haustür inne, als sie sagte: ,,Ach übrigens ... Die Tonbandaufnahmen kannst du in die Tonne treten. Höhere Wesen nimmt das Teil, eh, nicht auf.“ Nachdem sie die Tür hinter sich zugeknallt hatte, holte Mark schnell das Tonbandgerät hervor, um Lucys Aussage zu prüfen. Nachdem er es zurückgespult hatte, spielte er das Band ab, zum Glück hatte das Ding auch einen Lautsprecher. ,,Wieso sind Sie umgekippt?“ kam es metallisch aus den Lautsprechern. Eine längere Pause trat ein, bevor Marks Stimme fragte: ,,Geweihte Kugeln? Ich dachte, so was würde bloß bei Dämonen oder ...“ Mark stoppte das Band. Die Stimme des Engels war nicht darauf. Lucia hatte gewusst, dass er das Gespräch aufnehmen würde. Sie hatte gewusst, dass ihre Stimme nicht auf dem Band sein würde und das Schlimmste von allem war, sie hatte es ihn einfach so beim Rausgehen erzählt. Er warf das Aufnahmegerät wütend in die Ecke. Die Aufnahmen waren für ihn nutzlos. Der Journalist stampfte verärgert in sein Arbeitszimmer, wo er seine Emails kontrollierte. Das Arbeitszimmer war voller Akten, über sämtliche Kulte die Mark jemals untersucht hatte. Es war für ihn so was, wie ein Lebenswerk. Die Akten waren in alphabetischer Reihenfolge in den Bücherregalen und Aktenschränken untergebracht worden. Außer den Akten war da nur noch sein alter Schreibtisch mit einer Lampe und einem neuen Computer, der nicht gerade billig gewesen war. Im Computer waren all seine gesammelten Informationen noch mal gespeichert. Sein Informant hatte ihn eine Email, mit Auszügen aus alten Schriften, zu kommen lassen. In dem ersten Teil, ging es um den verdammenswerten Engel Lucia. Zuerst kamen ihre vielen Namen wie Geißel des Himmels, Dämon des Lichts, weißer Teufel und viele weitere. Sie war eine Monsterjägerin, die im Auftrag des Himmels Dämonen und andere böse Wesen jagte und tötete. Im Text stand, dass sie für ihr ungebührendes Verhalten bekannt war, aber das hatte Mark auch schon bemerkt. Im Text vertrat man die Meinung, dass ihr Verhalten, durch ihre Tätigkeit und den damit verbundenen vielen Begegnungen mit Monstern, herrühre. Dadurch glich sie sehr ihren Verwandten, den Dämonen. Im zweiten Teil ging es um Azrael. Es waren teilweise sogar Ausschnitte aus den Heiligen Texten, des Orden des Todes. Über Azrael gab es einen großen Teil, der sich allein nur mit den von ihn getöteten Gegner befasste. Aber zum größten Teil bestätigte der Text nur, was ihnen der Vampir Vladimir schon erzählt hatte. Nachdem Azrael seinen Vater und seine Brüder ermordet hatte, begann er eine blutige Schneise in der Geschichte hinter sich zu lassen. Im Text stand, dass er mordete, wie der leibhaftige Sensenmann und eine Welle der Auslese ihn folgte. ,,Welle der Auslese? Dieser Unsinn stammt bestimmt vom Orden.“ murmelte Mark zu sich selbst. Nachdem Lucy ihn mit ein paar anderen Monsterjägern besiegt hatte, schnitt man ihm das Herz heraus. In diesen Herz waren all seine dämonischen Kräfte. Es tötete jeden der es berührte und bekam den Namen Das böse Herz. Viele Dämonen trachteten nach der Macht dieses Herzens. Magische Fesseln sollten ihn noch zusätzlich schwächen. Dann wurde er in die Tiefen der Erde gebannt. Es gab nur einen, der den Kampf gegen Azrael überlebt, ja, ihn sogar fast getötet hatte. Er war es auch, der Das Böse Herz ungeachtet der Folgen, berühren konnte und der es ebenfalls versteckt hatte. Dieser Kämpfer wurde als der größte Dämonenjäger aller Zeiten betitelt. Als Mark sah, wer der Kämpfer war, fiel ihn die Kinnlade herunter. Er konnte nicht glauben, was da stand. Er las sich den Namen mehrmals durch, aber er kam immer auf das selbe Ergebnis.

In mitten der Stadt, stand eine ungewöhnliche Bar, die in früheren Zeiten ein Wachturm war. Am Tage trafen sich dort die Kämpfer des Lichts, während des Nachts sich dort die Monster, der ganzen Stadt, versammelten. Der Betreiber war ein sogenanntes Halbblut. Zur Hälfte ein Engel und zur anderen Dämon. Am Tage bestimmte die helle Seite sein Leben und Nachts war es die dunkle Seite. Er war jemand, der sich aus dem Himmel-Hölle-Konflikt strikt raushielt. Viele vermuteten, dass der Name seiner Bar, wo er ebenfalls der Barkeeper war, bei Nacht zustande gekommen war. Jedenfalls begab sich Lucy in die Bar, wo über der Tür in dunkelblauer Neonschrift Engeltod stand, wobei das T in Form eines Kreuzes war. Eine kleine Glocke klingelte, als sie eintrat. Der Geruch nach Tod, Verwesung, Urin und Kotze kam ihr entgegen. Es war noch früher Morgen und der Inhaber hatte noch keine Zeit gehabt, den Gestank der Nacht zu beseitigen. In den Ecken waren kleine, aber leistungsstarke Lautsprecher angebracht worden. An der Wand gegenüber der Tür war eine Bühne, wo man Karaoke singen konnte. Die Bilder an der Wänden zeigten, wie die Horden der Hölle von Engeln, mit leuchtenden Flügeln und goldenen Schwertern, besiegt und in ihre Welt zurückgetrieben wurden. Lucy schüttelte in Gedanken den Kopf. Schwerter, so was Altmodisches. Da ist mir meine Knarren viel lieber, denn die muss man nicht jedes Mal nach gebrauch, vom Blut seiner Gegner reinigen. Wieso hängen so viele Engel überhaupt noch an ihren alten Waffen?, fragte sie sich unwillkürlich, in Gedanken. Die Stühle, waren umgedreht auf die runden Tische gestellt worden. Der Barkeeper, ein schlanker Mann mit langen roten Haaren, stand hinter einem schwarzen Holztresen und polierte ein Bierglas, mit einem weißen Lappen, die klassische Pose halt. Er schaute nicht auf, als er sagte ,,Wir haben geschlossen. Also verschwinde, bevor ich dir in den Arsch trete.“ Lucy tätschelte nur freundschaftlich ihre Waffe. ,,Versuchs doch.“ Provozierte sie ihn. Der Barkeeper sah sie nun zum ersten mal richtig an, dabei fiel auf, dass die Pupille seines linken Auges glühend Rot war, während das andere Auge wie flüssiges Gold aussah. ,,Lucia?! So wies aussieht, stimmen die Gerüchte doch. Der Tod ist zurückgekehrt oder was verschafft mir sonst, diesen ehrenwerten Besuch?“ Lucy nahm sich einen Barhocker, welches aus dem selben schwarzen Holz, wie der Tresen war. ,,Ich bin noch nicht mal einen vollen Tag auf Erden und schon zerreißt man sich über mich das Maul.“ ,,Gestern waren noch zwei Vampire von Vladimir hier. Ein Weißer und ein Schwarzer. Sie sagten, dass sie dich getroffen und angeblich sogar besiegt hätten. Du sollst sogar auf Knien, um Gnade gewinselt haben.“ Er lachte dabei kurz auf. Lucy machte sich den Vermerk, das nächste Mal diese untoten Wichser umzulegen. ,,Möchtest du was trinken?“ fragte der Barmann höflich. ,,Ein Gin und ein paar gute Kämpfer, wären nicht schlecht. Ich hoffe bloß für dich, dass sie zu mehr Taugen, als die letzten Schlappschwänze, die DU, Raphael, mir empfohlen hast.“ Raphael holte schnell einen Gin, für Lucy, unterm Tresen hervor. Als er ein Glas auf den Tresen stellen wollte, nahm sich Lucy schnell die Flasche und trank, in großen Schlücken, daraus. Sie stellte die Flasche, mit einem lauten krachen, auf den schwarzen Holztresen. Sie wischte sich mit ihrem Ärmel den Mund ab, bevor Raphael fragte: ,,Weißt du eigentlich was aus IHM geworden ist.“ Lucy zuckte bloß mit den Schultern. ,,Nö, ich hab nur gehört was alle sagen, dass er das Tor zur Hölle geöffnet haben soll, um Satan einen kräftigen Arschtritt zu verpassen. So wies aussieht, hat er dabei den kürzeren gezogen. Wo du mich gerade so ausfragst, was weißt du eigentlich über den Monsterschlächter?“ ,,Nur, dass er starke und zahlenmäßig überlegene Gegner sucht und sie tötet. Er tauchte vor drei Jahren, wie ein böser Geist, auf. Wir dachten zuerst Azrael wäre ausgebrochen. Er schlachtet alle höheren Wesen ab. Viele vermuten einen Nachahmer von Azrael, einen durchgedrehten Kultanhänger oder so was. Aber, genau weiß das keiner. Seltsam dabei ist nur, dass er seine Gegner mit bloßen Händen beseitigt, im Gegensatz zu Azrael, der seine Gegner mit dem Schwert tötete. Außerdem tötet er keine Menschen. Die höheren Wesen haben große Probleme ihn zu finden, denn niemand kennt sein Gesicht. Er taucht auf und verschwindet, ohne das irgendjemand etwas gesehen oder gehört hat.“ Gestern hat ihn jemand gesehen, durchzuckte es Lucy. ,,Vielleicht haben wir ja Glück und die beiden bringen sich Gegenseitig um.“ Hoffte Raphael ,,Oder aber,“ entgegnete Lucy düster. ,,Sie verbünden sich. Aber lass uns nun zum Geschäftlichen kommen.“ Raphael kratzte sich kurz am Kopf bevor er loslegte ,,Nun, die Monsterjäger von Heute sind größtenteils Großmäuler, die zu nichts Taugen. Die meisten halten Azrael für einen Mythos. Ein Märchen um kleine Kinder ins Bett zu kriegen. Aber gegen seine Untoten könnte ich dir eine hochinteressante Dame empfehlen. In diesen Geschäft geben sich alle Spitznamen und sie nennt sich Zombie-Qeen, heißer Feger übrigens. Sie ist für ihre 500 Jahre, noch ganz schön knackig. Wie ihr Name schon verrät, sie ist ein Zombie, hat aber ein eigenes Bewusstsein, also ist sie gegen die Bisse, ihrer Artgenossen, immun. Dann hätte ich da noch, einen Priester. Erinnerst du dich noch an Pater Paulus, der dir in deinem alten Team, gegen Azrael geholfen und später das Gefängnis von Azrael geleitet hat?“ Lucy überlegte einige Momente, nickte dann aber. Paulus war es auch, der das Kloster erbaut und die magischen Türen angebracht hatte. Raphael fuhr fort ,,Nun, einer seiner Nachfahren von ihm könnte sich als nützlich erweisen. Er heißt Leonardo und ist derzeit in Italien. Wenn alles gut geht könnte er in drei Tagen hier sein.“ Lucy überlegte einen Moment, bevor sie fragte: ,,Kennst du denn keinen verdammt guten Dämonenjäger?“ ,,Doch, doch.“ Erwiderte Raphael hastig ,,Der Beste ist derzeit der Deviloser.“ ,,Der hat einen Scheißnamen, den will ich nicht.“ Sagte sie. ,,Gut, wie du willst.“ Sagte der Halbengel. Die Musikanlage ging an. Sie spielte Have A Nice Day. ,,So wies aussieht, fängt jetzt die Tagesschicht an. Ich habe die Anlage auf diese Tageszeit gestellt. Tagsüber gibt’s Rock und Klassik. Nachts Gothic und Metal darauf stehen die Monster in dieser Stadt total“ ,,Wer ist das?“ fragte Lucy und nickte dabei in Richtung der Lautsprecher. ,,Das ist Bon Jovi. Wieso? Willst du für ihn dort oben ein gutes Wort einlegen?“ ,,Jepp.“ Gestand Lucy. ,,Bethofen und Mozart gehen mir so langsam auf den Sack. Ich muss mal etwas anderes hören. Hast du eigentlich sonst nichts, was mir weiterhelfen könnte?“ ,,Einem Gerücht zu folge soll hier eine Quelle des Lichts sein und es gibt, seit langer Zeit, das Gerücht, dass ER, in dieser Stadt, Das Böser Herz versteckt haben soll.“ Es würde zu ihm passen das Herz hier zu verstecken. Und eine Quelle des Lichts wäre genau das ,was ich brauche, dachte Lucy. Die Quellen des Lichts waren seltene Orte, an denen Engel ihre Macht erweitern konnten. Auf einmal wurden Lucys Gedanken von einem merkwürdigen Gefühl unterbrochen. Ihr schien unerträglich heiß zu sein. Der Gestank von Schwefel lag in der Luft und übertönte die anderen Gerüche in der Bar. Ein flaues Magengefühl rundete alles ab. Sie kannte dieses Gefühl sehr gut. Bei ihren Jobs hatte sie es oft gehabt. Raphael schien dieses Gefühl ebenfalls zu haben. ,,Da scheint wohl wieder jemand ein Tor zur Hölle geöffnet zu haben.“ Lucy trank noch einen kräftigen Schluck. Als sie die Flasche wieder geräuschvoll auf den Tresen gestellt hatte, wischte sie sich wieder den Mund mit dem Ärmel und sagte, mit einem wölfischen Grinsen ,,Es fing schon an, langweilig zu werden.“


Fortsetzung folgt...


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