Verbotene Liebe

Der Prälat und die Äbtissin
Frau Oberin als Bettgenossin
Hielten viel von Nächstenliebe
Folgten dabei ihrem Triebe.

Zuerst gab es ein Abendessen
Die beiden waren echt verfressen
Dann genoss man die verbot'ne Frucht
Man gab sich hin der Leibeslust.

Zügellos war wohl ihr Treiben
Sündhaft, wenn sich Körper reiben,
die unserm Herrn allein geweiht
Damit von Sünde sie befreit.

Verhütung war tabu, Abtreibung eine Sünde
Wonach ihnen der Sinn wohl stünde
Wenn man in schwüler heißer Nacht
Ungewollt ein Kindlein macht?

Sie brachte jedes Kind zur Welt
Hat ihre Kute weit gestellt
Die Ministranten hat der Pfaff bekommen
Die Mädchen wurden eben Nonnen.

Man sieht wie alles sich zum Guten fügt
Wenn man sündhaft sich vergnügt
Zu Weihnachten hat man gefrommt
Und laut gesungen - Ihr Kinderlein kommt.


© Herbert Kaiser


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Kommentare zu "Verbotene Liebe"

Re: Verbotene Liebe

Autor: Bluepen   Datum: 14.10.2020 9:44 Uhr

Kommentar: Auf den Kopf getroffen hast du mit deinem Gedicht, lieber Herbert.
Amüsant geschrieben, dennoch wahr und traurig zugleich, zumal
sich viele Geistliche nicht zu ihren Kindern bekennen dürfen!

LG - Bluepen

Re: Verbotene Liebe

Autor: Jens Lucka   Datum: 14.10.2020 18:09 Uhr

Kommentar: Das ist ein scharfes Tema zum nachdenken und wohl Derzeit in aller Munde.
Finde ich gut formuliert.

Gruß Jens

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