1. Gleichgültigkeit
Sie schleicht so leise durch die Zeit,
unsichtbar, kalt und doch bereit.
Sie löscht die Glut, sie löscht den Sinn,
und zieht das Herz ins Graue hin.

Refrain:
O Mensch, erwach, bevor du fällst,
das Gift der Nacht beherrscht die Welt!

2. Anpassung
Sie lächelt mild, sie nickt so fein,
doch löscht sie heimlich dich allein.
Wer sich verbiegt, verliert sein Recht,
sein Wille stirbt, sein Herz wird schlecht.

Refrain:
O Mensch, erwach, bevor du fällst,
das Gift der Nacht beherrscht die Welt!

3. Feigheit
Sie tarnt sich gern als kluger Rat,
doch raubt sie Mut in letzter Tat.
Die Stimme schweigt, der Schritt erstarrt,
der Feige lebt – doch ohne Art.

Refrain:
O Mensch, erwach, bevor du fällst,
das Gift der Nacht beherrscht die Welt!

4. Gier
Sie frisst das Maß, sie frisst das Glück,
sie treibt den Blick stets nur zurück.
Kein Haben stillt den Hunger je,
die Hände leer, das Herz voll Weh.

Refrain:
O Mensch, erwach, bevor du fällst,
das Gift der Nacht beherrscht die Welt!

5. Selbstbetrug
Er streichelt sanft, er lügt so rein,
er flüstert: „Alles wird schon sein.“
Doch wer im Spiegel Lügen sieht,
der weiß zu spät, wohin es zieht.

Refrain:
O Mensch, erwach, bevor du fällst,
das Gift der Nacht beherrscht die Welt!

6. Trägheit
Sie hält dich fest, sie zieht dich fort,
ein süßes Grab, ein stummer Ort.
Du glaubst zu ruhn, doch gehst zurück,
verlierst den Schritt, verlierst dein Glück.

Refrain (Schluss):
O Mensch, erwach, bevor du fällst,
das Gift der Nacht beherrscht die Welt!


© TIMO ERTEL


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