O Kanzler, mein König, so groß und so fein,
du sprichst von der Zukunft bei Sekt und bei Schein.
Das Volk steht im Regen und murmelt dabei:
„Die Rede war teuer, die Heizung nicht frei.“

O Kanzler, mein König, dein Plan ist famos,
er passt auf ein Banner, doch selten ins Los.
Du sagst: „Wir erneuern!“ Das Volk fragt beklommen:
„Wer hat denn das Alte zuerst mitgenommen?“

O Kanzler, mein König, du redest von Mut,
von Wandel, von Morgen, von allem, was gut.
Das Volk zählt die Münzen und merkt ziemlich schnell:
Die Hoffnung ist groß, doch die Rechnung ist hell.

O Kanzler, mein König, regier uns nur sacht,
sonst wird aus dem Aufbruch Verwaltung gemacht.
Denn wer nur verkündet und selten versteht,
merkt meistens zu spät, wohin Stimmung verweht.

© Timo Ertel, 2026


© TIMO ERTEL


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