„Wahrheit erweist sich nicht im Lärm der Welt, sondern im stillen Denken, das Gott Raum gibt; sie zeigt sich im Wort, das Herzen berührt, im Leben, das trägt, in Gemeinschaft, die wandelt, in Lehre, die bildet, und im Gedächtnis, das bleibt.“
Beschreibung des Autors zu "Wahrheit im Lärm der Welt."
Dieses Zitat verkörpert die Handschrift des Autors: die Suche nach einem Wort, das mehr ist als Sprache – ein Wort, das Denken und Glauben, Gefühl und Gesellschaft, Lernen und Erinnerung zugleich berührt.
Im Werk von Timo Ertel finden wir stets den Versuch, das Fragmentarische der menschlichen Erfahrung zu einer Ganzheit zu fügen. Der Autor verbindet dabei philosophische Schärfe mit theologischer Tiefe, literarische Prägnanz mit psychologischer Nähe, gesellschaftliches Bewusstsein mit pädagogischem Anspruch und historischer Dauer.
So wie die einzelnen Fäden eines Teppichs erst im Muster Bedeutung gewinnen, so entfalten sich auch seine Aphorismen nicht im Einzelnen, sondern im Zusammenspiel der Disziplinen. Jeder Satz trägt den Anspruch, zeitlos zu sein – und zugleich ein praktisches Werkzeug für das Heute.
Das Werk des Autors ist damit ein Spiegel des Denkens und eine Schule des Lebens: Denken, Glauben, Fühlen, Handeln und Erinnern treten in einen Dialog, der nicht nur gelesen, sondern gelebt werden will.
Das Leben ist ein Geschenk wie eine Wundertüte
Auf dass jeder der dieses Geschenk bekommt es gut hüte
Und wie bei einer Wundertüte jeder ganz schnell merkt
Keiner kann im Voraus wissen was da [ ... ]
Ich trage ein T Shirt, nur so mal zum Schlecken,
um vielleicht irgendwo mein Eis zu entdecken.
Habs immer dabei, für die Spontanität,
falls mein Auge nen cremigen Laden erspäht.
Ich baue seit 1977 Gedichte. Mal
bin ich da für Monate dran. Dann
mal nur für Tage. Sonst habe ich die
Zeit nur vertrödelt. In Cafes. Und in
der Stadt. Bin durch Strassen spaziert.
Und war [ ... ]
Wenige Hundert Meter. Bis zum Bahnhof. Am Rande der Stadt. Für die alte Frau anstrengend. Die Deichsel des Handwagens drückt. Der klapprige Wagen ruckelt. Auf rauen Gehwegplatten. Poltert. Ihre [ ... ]
Ich öffne das Fenster und schon donnert die Straßenbahn durch das Wohnzimmer. Mit lautem Klingeln durchquert sie den kleinen Raum und reißt alles mit sich, was zu nahe [ ... ]
Vor langer Zeit
wartete ich
auf die Erfüllung meiner Wünsche.
Erst später spürte ich,
dass meine Erwartungen
nicht durch Andere entstehen,
sondern in mir.
Inzwischen haben sich
meine [ ... ]