Die Sonne bricht durch die dunkle Wolkendecke und erhellt mit ihren warmen Sonnenstrahlen die Gemüter aller Lebewesen. Die Blumen brechen aus ihren ängstlichen Verstecken unter der Erde und lassen langsam ihre Blütenpracht über das satte grüne Gras der Wiesen blühen. Erst einige, dann viele gelb, weiße Flecken von Gänseblümchen auf der grünen Pracht sammeln sich in einer Gruppe zusammen und sind die ersten Vorboten des Frühlings. Die Bäume strecken sich nach oben um noch mehr der wärmenden, wohligen Sonnenstrahlen einzufangen und lassen ihre ersten Blüten frei um mit ihrer Schönheit die neue Jahreszeit zu begrüßen. Die Welt erwacht, und eine Schar von tot geglaubten Geräuschen übertönt die Ruhe des Himmels. Die Vögel freuen sich und pfeifen und quietschen und springen umher und vertreiben die Stille des Winters und dessen grauen Schatten. Die Sonne steht wieder hoch am Himmel und streckt die Fühler aus und erweckt alles zum Leben. Die Tiere, die Pflanzen und auch die Menschen. Die Gesichter zum Himmel gestreckt wird die Wärme so wohltuend auf den Körper so befriedigend auf das Herz und die Seele. Die Augen freuen sich an dem neuen Farbspektakel, das für so lange Zeit vor uns verborgen war. Die Haut saugt die Strahlen auf und erzittert vor Glück und genießt das angenehme Gefühl dieser großen, gelben Göttin am Himmel.
Einfach schön, einfach zu genießen. Noch hoffentlich so lange wertgeschätzt bis uns die kalte finstere Jahreszeit wieder in den Fängen hat. Glück wird einfacher, einfacher zu leben. Der Tag macht Spaß, die Freude an der Landschaft erhebt die Gemüter. Erkennen wir unser Glück?
Ich meine verstehen wir, welch wunderbare Magie sich vor unseren Augen abspielt? Sind wir uns dessen bewusst, welch schöner Tag draußen ist, außerhalb des kalten Büros?
Eingesperrt hinter dicken Türen, mit Fenstern die nie geöffnet werden. Kein Moment wird der Blick von dem flackernden Bildschirm abgewendet. Die Angst zu groß, die Augen nach draußen zu wenden und die Sehnsucht des Tages wieder zu entdecken. Den was sollen wir tun, festgehalten von Zahlen und Umsätzen sind wir unserer Pflicht bewusst und verdrängen das Glück. Das Glück das alle Tiere und Pflanzen erleben im Frühling.
Unserer Natur entspricht es den frischen Wind zu spüren, das kalte, nasse Grass unter unseren Füßen zu berühren und die Nase in die Luft zu halten und alle Gerüche der Welt zu riechen. Es entspricht unseren Augen die Welt zu sehen, so wie sie ist. Und unserem Herzen das wohlige Gefühl des Zaubers der Natur zu spüren.
Krank werden wir, unserer Lebensweiße beraubt und langsam sterbend an dem Dunst der Langeweile und des Alltags. Dem Körper durchzieht die dunkle Missgunst der Menschen untereinander, aber wie sollte es auch anders gehen. Ausbrechen können wir nicht, wir haben nur die anderen um unserer schwarzen Seele Platz zu machen.


© Fortis Arbor


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Beschreibung des Autors zu "Der gefangene Frühling"

Der Frühling erwacht...die Bildschirme flackern weiter!

Draußen blühen die Blumen und die Bäume erstrahlen in neuem Grün. Mein Blick möchte sich nicht mehr abwenden von dieser Schönheit der erwachenden Natur. Doch der Alltag holt mich ein und meine Augen starren wieder auf den flackernden Bildschirm vor mir. Wie auch all die anderen Augen um mich herum muss ich wieder gefangen sein.



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