Depressionen. Scheiß Wort, scheiß Krankheit. Depressionen fühlen sich an, als würde man dich in eine Druckkammer stecken. Oder als ob dir alleine die Luft zum Atmen genommen wird und du allen anderen dabei zusehen kannst, wie sie immer wieder nach frischer Luft schnappen. Das Leben von depressiven Menschen verwandelt sich in ein andauerndes `Wozu`? Wozu aufstehen, wozu das Haus verlassen, wozu duschen oder essen. Wozu überhaupt aufwachen. Letzteres ist für mich übrigens immer das schlimmste. Aufzuwachen und mir zu wünschen, ich wäre nicht aufgewacht.
Es ist nicht so, dass ein Spaziergang an der Luft oder eine Runde Sport die Probleme lösen. Das Problem ist, dass das Leben keinen Sinn hat. Absolut nichts hat einen Sinn. Essen verliert an Geschmack, obwohl ordentlich Gewürz dran ist. Der Frühling verliert an Farbe, obwohl das Grün satter strahlt als je zuvor. Du fühlst dich einsam und verloren, obwohl du von deinen Liebsten umgeben bist. Depressionen sind, wenn dein Leben sich in einen grauen und taubstummen Film verwandelt.
Allerdings denken viele, dass man einfach nur nicht mehr glücklich ist. Das ist nur die halbe Wahrheit. Denn Depressionen sind, wenn in dir eine Gefühlsleere herrscht. Da ist keine Freude mehr, das stimmt, aber auch keine Wut, keine Hoffnung, gar nichts. Selbst eine Wüste hat mehr Inhalt als das Gefühlsleben einer depressiven Person. Allerdings verspreche ich dir, das du vielen Menschen mit Depressionen begegnet bist und es ihnen nicht mal zu 0,000001% angesehen hast. Denn wir sind Meister der Vertuschung. Also, der Vertuschung der nicht vorhandenen Gefühle und der Leere und Traurigkeit in uns. So unterschiedlich wie Menschen eben sind, so unterschiedlich können auch Depressionen sein. Es gibt Menschen, die nicht arbeiten können, nicht aufstehen können und ihr Leben einfach nicht bewältigen können (das, liebe Karen und lieber Hans-Joachim, ist keine Faulheit und ihr dürft froh sein, dass ihr euch nicht wie ans Bett gefesselt fühlt). Es gibt auch Menschen, die funktionieren wie eine Maschine frisch aus dem Werk. Vielleicht sogar noch geschmeidiger als Menschen ohne Depressionen. Diese Menschen haben dann eine hochfunktionale Depression (nein, Karen und Hans-Joachim, das ist nicht besser als „normale“ Depressionen). Hochfunktionale Depressionen lassen dich nämlich solange Grenzgänger spielen, bis die kleinen Depri-Soldaten dich niedermetzeln. Ne, ist auch nicht geil, ehrlich nicht.
Was kann man denn nun tun, so als außenstehende Person? Ist eigentlich ganz einfach, nämlich zuhören, Verständnis zeigen, nicht verurteilen und diese „gut gemeinten“ Ratschläge einfach mal nicht aussprechen.
Kommentar:…die Motivation diesen Text zuschreiben kenne ich nicht...
Die Aussage, die im letzten Satz liegt bringt es auf den Punkt, nach meinem Empfinden.
Genau darin, dies Nicht aufzubringen, liegt einer der größten Mangel der Zeitgeschichte. "Zuhören, Versuchen zu verstehen, nicht urteilen, nicht verurteilen, nicht beurteilen..." Ich habe Deinen Text gehört und glaube ich verstanden.
Kommentar:Hallo Daydreamer,
das ließt sich, als willst du felsenfest aufklären, doch leider auch wie eine weitere von den Unzähligen, die äußerst persönliche Gedanken/ Gefühle ins Internet schwappen lassen. Bist du dir sicher, solchen Inhalt zu veröffentlichen? Ganz so anonym ist das auch nicht. (Emailadresse - IP)
Auf mich wirkt dein Text, als bist du (als scheinbar betroffen) fest davon überzeugt zu wissen, wovon du redest und tiefere Kenntnis vorzuweisen. Deine Gefühle will ich nicht angreifen, daher möchte ich zum Inhaltlichen nicht viel sagen. Nur so viel, das du ein wenig verallgemeinerst z.b. jeder empfindet Depression etwas anders. Mit dem Wort Wahrheit, sowie absolut formulierten Aussagen wie du sie hier machst, sollte man ggf. behutsam umgehen. Der Punkt ist dabei ja die Subjektivität, die Kritik schwer macht.
Die Art wie du schreibst, erscheint mir persönlich jedoch etwas unernst und unseriös, sowie als bist du selbst in heranwachsendem Alter, in dem die echten Probleme gerade erst beginnen. Die Zusammenarbeit mit einer Fachperson und oder fundierte Recherche könnte deinen Text vielleicht gut ergänzen und noch mehr Seiten beleuchten.
Vielleicht sprichst du aber eher jüngere Menschen an? Vermutlich sind die auf anderen Plattformen deutlich zahlreicher.
Liebe Grüße Robert
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