Und wenn Gott mein Hirte ist –
bin ich dann das Schaf?
Folgsam. Vertrauend.
Doch wer garantiert mir,
dass ich nicht das Opfer bin?
Das, das man schlachtet,
für ein höheres Ziel, das ich nicht verstehe?
Ich zweifle.
Oft ohne Grund.
Oder vielleicht ist der Grund zu tief,
zu alt,
zu schmerzhaft,
um ihn noch zu sehen.
Siehst du seine Wunder nicht?
Die Sterne, das Meer, das Atmen,
der Zufall, der keiner war.
Er ist es.
Er – der Himmel und Erde sprach und sie standen da.
Und doch…
Gewisse lachen.
Sagen: „Es gibt keinen Gott.“
Oder schlimmer:
„Dein Gott ist ein Zauberer. Ein Märchenerzähler. Eine Projektion.“
Ich höre sie.
Und dann denk ich:
„Scheiß drauf. Dann schreib ich meine eigene Bibel.“
Eine, in der Zweifel erlaubt ist.
Eine, in der man auch schreit.
Eine, in der Schafe bluten und trotzdem glauben.
Früh am Morgen,
wenn der Wecker klingelt,
schlafen meine Augen noch
und ich bin in Gedanken,
bei meinem letzten Traum,
der jetzt zerbrochen
vor mir liegt.