Aus den Lautsprechern knistert die Platte. Geschlossene Gardinen dämmen die Akkorde der Gitarren. Nebenbei verstecken sie die singuläre Tischgesellschaft. Du hast die besten seiner Lieder geklaut – Chapeau!
Das Knacksen der laienhaft angeschlossenen Leitungen taucht die rauch geschwängerte Luft in romantisches Kaminknistern. Das Knistern untermalt das Teelicht bei seinem großen Auftritt, den paar Körnern Weihrauch zu der versprochenen, reinigenden Wirkung zu verhelfen. Ich sabotiere seine Wirkung. Ich setze auf Desinfektion. Ich spüle den Inhalt des Glases in großen Schlucken runter und warte auf den Dunst, der schläfrig macht. Damit desinfiziere ich meine Wunden. Hoffe, dass der Schmerz der erste Schritt zur Heilung ist.
In der Spiegelung des Glases schließt die verzerrte Fratze ihre Augen.
Sie schläft in der Dunkelheit der Hoffnung.
Kommentar:Hallo,
ich bin völlig überrascht. Ja wirklich. Nun muss ich auch dazu sagen, positiv. Das ist ein Text, wie ich ihn liebe. Er sagt genug und lässt doch jede Menge Raum, ein eigenes Bild zu spinnen, zu spekulieren, sich dem - was ist da passiert - hinzugeben und letztendlich mit der Erzählerin im Dunst der Schläfrigkeit zu versinken, ohne zu wissen, woher der Schmerz wirklich rührt. Es reicht zu wissen, dass es Hoffnung auf Heilung gibt. Und das ist, trotz des schon beinahe physisch spürbaren Schmerzes, schön.
Liebe Grüße
Gunnar
Allein ist das Herz im Lebensgestöber.
Der Wind kennt deinen Namen schon, er flüstert ihn mir leise zu.
Das Herz ist voller alter Narben,
es sehnt sich so sehr
nach einem neuen [ ... ]