Hey, hier kommt nochmal ein Text von mir... Diesmal geht es um die Frage, was ich noch für ein Mensch bin, außer dem "Psychowesen". Und ehrlich gesagt, muss ich gestehen, dass mich dieser Titel schon ziemlich einnimmt. Ich habe tatsächlich auch ziemlich an Selbstbewusstsein gewonnen, seitdem ich angefangen habe, mich so zu nennen. Ich gehe offen mit meinen Krankheiten um, weil ich sie sowieso habe.
Ich nehme mir da gerne die Expressionisten zum Vorbild oder Künstler der Dark-Wave-Szene, wie Anne Clark oder Welle:Erdball. (Letztere gehören nur bedingt zu Dark-Wave, aber kommt in diesem Fall auf das Selbe hinaus...) Songs über den Weltuntergang und andere deprimierende Themen, mit Discomusik hinterlegt. Viele Menschen achten wahrscheinlich bei Discomusik sowieso nicht auf den Text, für andere mag es verstörend oder auch pietätlos wirken. Für mich ist es tatsächlich der Ausdruck, eines Lebensgefühls.
Ja, die Welt ist scheiße, ja das Leben ist scheiße, ja du bist einsam, aber du kannst trotzdem das Leben genießen und irgendwie eine schöne Zeit haben. Natürlich lassen sich weder die eigenen Depressionen, noch der deprimierende Blick in die Welt "wegfeiern". Will ich auch gar nicht. Ich versuche, im Ramen meiner Möglichkeiten, die Umwelt zu schützen, aber im Endeffekt ist das auch alles, was ich tun kann, muss man mal ehrlich sein. Auch wenn es keiner hören will, die Hauptverantwortung liegt bei den Politikern und selbst wenn sich Deutschland von nun an perfekt umweltfreundlich verhalten würde, wäre das im Endeffekt ein Tropfen auf den heißen Stein. Und selbst, wenn es die ganze Welt von nun an tun würde, wäre das nur noch Schadensbegrenzung. Die anderen Probleme, die wir auf dieser Welt haben, kommen ja auch noch dazu. Hier ist meiner Meinung nach das Beste, was man tun kann, einfach friedlich zu sein. Klingt banal, aber du, ich und sonst niemand wird Putin davon abhalten, die Ukraine und eventuell auch noch den Rest der Welt zu zerbomben, wenn er das möchte. Du und ich werden auch nicht verhindern können, dass Flüchtlinge aus der Ukraine (die größtenteils weiblich sind, weil die Männer alle im Krieg sind) hier in Deutschland oder auch in anderen Ländern direkt zur Prostitution gezwungen werden.
Es ist verdammt schwer, nicht die Augen zu verschließen, aber gleichzeitig auch zu wissen, dass man die Welt nicht wirklich retten kann. Aber was hat das jetzt mit mir und dem "Psychowesen" zu tun?
Nun ja, ich habe halt einfach meinen Weg in einer Mischung aus Zynismus, Hedonismus und Narrenfreiheit gefunden. Die einen nennen es Freigeist, die anderen bekloppt. Ich persönlich denke, dass es tatsächlich beides ist. Das eigentliche Problem, was ich auch erst seit kurzem als "Problem" erkenne ist, dass ich es angenommen habe. Es kam die Frage auf, wer ich denn sonst so bin. Ja, ganz ehrlich, das ist eine sehr gute Frage! Ich kann aufzählen, was ich mag und was ich nicht mag, was ich in meiner Freizeit mache usw, aber macht das meine Persönlichkeit aus? Das Deprimierte, was ich oft hier teile, ist auch tatsächlich nur eine Seite. Es gibt auch die andere Seite, wo ich total gut drauf bin und die ganze Zeit nur am Kichern bin und einfach das Leben genieße. Nur wenn ich glücklich bin, brauche ich kein Ventil. Und das, was sich hier vielleicht so skurril und irgendwie interessant liest, ist einfach ein purer Ausdruck von Gefühlen und Gedanken oder zumindest ein Versuch davon.
Ich kann es theoretisch ganz einfach runterbrechen und sagen, ich lebe einfach. Und muss man unbedingt wissen, wer man ist? Muss man überhaupt irgendjemand sein? Warum reicht es nicht einfach, dass man lebt und dabei möglichst friedlich ist?


© Mathi Psychowesen


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Kommentare zu "Mathi out of Psycho"

Re: Mathi out of Psycho

Autor: Michael Dierl   Datum: 28.09.2022 20:10 Uhr

Kommentar: Hallo Mathi, alles im Allem eine gute Einstellung die ich teile. Es ist nicht's falsch was Du denkst oder fühlst. Das geht vielen ähnlich! Jedes Lebewesen hat Hoch und Tiefs, das ist normal. Die Welt zu retten hahahahaaa......das habe ich mir schon lange abgeschminkt. Man wird mit der Zeit egoistisch, damit meine ich nicht egomanisch, also krankhaft. Das ist nur reiner Selbstschutz. So, aber mache vielleicht ein Gedicht draus oder eine Geschichte oder irgendwas, was hier eher in's Forum paßt, so wie es Anschi geschrieben hat. Für Lebenshilfe ist das wohl auch ein schlechter Tummelplatz obwohl man ja gerne hilft wenn man einen Durchhänger hat. Verfasse es in ein Gedicht oder auch in ein Bild oder eben beides. Das wird wohl der besser Weg hier im Forum sein. Wir sind ja auch keine ausgebildeten Pädagogen.

lg Michael

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