Die Debatte um die Migranten schlägt hoch. 80 % der Syrer sollen zurückkehren in ihr Land. Und Peter jammert: "Sie haben Fluchterfahrung, ganz schlimm. Und Vertreibung." Ich sehe die Bilder von Syrien vor mir und bin erschüttert, und ich erinnere mich an die Straßenfeiern vor einem Jahr, nachdem Assad zurückgetreten war. Die Syrer schwenkten damals ihre Fahnen, sangen und tanzten auf den Straßen und in öffentlichen Verkehrsmitteln.
Viele Syrer sind hier fest integriert, arbeiten, haben eine neue Heimat gefunden. Nur wenige wollen zurück.
Ich lese Peter die Meldung aus der Zeitung vor : `Die Gewaltbereitschaft in Deutschland sei angestiegen und das, so behaupten einige Parteien, aufgrund der Migranten.`
Da ist Abstand das Gebot der Stunde, um festzustellen, dass sich diese Gewalt durch alle Bevölkerungsgruppen zieht und die Berichterstattung, ob diese Tat nun ein Deutscher oder Ausländer verübt hat, nicht in die Nachrichten gehört.
Peter meint: "Das sind Verzweiflungstaten, die die Menschen verüben. Sie wissen nicht mehr weiter."
Mir fehlt noch der verständige Blick und ich kuschele mich in die warme Decke, denn ICH bin hier zuhause.


© Karin Schaffer


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