meine Mutter redet schon mein ganzes Leben nur über meine Schwester.
Versteh mich nicht falsch, ich liebe meine Schwester sehr.
Aber manchmal fühlt es sich so an, als wenn meine Mutter nur eine Tochter hat.
Und ich habe mitbekommen wie es mich wütend werden lässt.
Weil sie mir immer das Gefühl gibt, als wenn ich nie genug war.
Ich war nicht hübsch genug, ich ähnel ihr nicht genug.
Sie wollte mich immer klein halten.
Irgendwann wollte ich das Gespräch zu ihr suchen und ihr sagen wie es sich anfühlt nicht geliebt zu werden und vorallem nicht beachtet zu werden.
Doch sie schrie mich an und meinte, ich will über die ganze scheiße nicht reden.
Das ist erst ein paar Jahre her, aber trotzdem frisst es mich auf.
So wie sie auch nie gerade gestellt hat, bei meinem Vater ehrlich zu sein.
Wieso hat sie nie gesagt das sie mich rausgeworfen hat und es nie meine Schuld war?
Jahre lang hat mir mein Vater vorgeworfen das ich gegangen bin und war scheiße zu mir.
Bis dieser eine Tag kam, wo ich mir das alles nicht mehr anhören konnte und auch lauter geworden bin.
Ich habe ihm gesagt das er damit aufhören soll und ob er weiß das Mama mich damals rausgeworfen hat.
Er meinte, sie hätte gesagt das ich gehen wollte.
Jetzt nach so langer Zeit bricht es mich an manchen Tagen.
Ich werde nie verstehen warum sie so zu mir war und das macht mich richtig traurig.
Aber noch trauriger macht es mich, das mein Vater mir nie geglaubt hat.
Ich bin froh das ich nicht den Charakter von meiner Mutter habe.
Sie ist so ein Mensch der sich nie verändern wird und immer die selben Fehler machen wird.
Und mein Vater macht zwar Fehler, aber er lernt immer daraus.
Und er verändert sich vom Verhalten.
Schade das es alles so laufen musste, aber ich versuche die Situation zu akzeptieren.
Kommentar:kenn ich auch sehr gut ... sie idealisiert deine Schwester , deine Mutter hat wohl ihr eigenes Trauma . Wenn sie selbst nicht "geliebt" wurde dann kann man das auch nur schwer weitergeben ...Es ist alles schwierig leider ... Man da nur versuchen sich selbst zu reflektieren (wenn man es überhaupt kann):
dein Text hat mich wirklich berührt. Man spürt in jedem Satz, wie lange du diese Last schon mit dir herumträgst – und wie viel Mut es braucht, das überhaupt auszusprechen. Was du beschreibst, ist kein kleines Missverständnis, sondern eine Erfahrung, die tief in die eigene Identität eingreift: das Gefühl, nicht gesehen, nicht gemeint, nicht gemeint genug zu sein.
Dass deine Mutter dich damals nicht angehört hat, obwohl du so dringend Klarheit gebraucht hättest, tut weh. Und dass dein Vater dir jahrelang etwas vorgeworfen hat, das nicht einmal stimmte, macht diese Wunde nur größer. Kein Mensch bleibt davon unberührt. Es ist verständlich, dass dich das bis heute trifft.
Was ich in deinem Text aber auch sehe, ist deine Stärke. Du hast dich nicht verbogen, um jemand zu sein, der du nicht bist. Du hast dich nicht klein gemacht, obwohl man dich klein halten wollte. Und du hast irgendwann den Mut gefunden, deinem Vater die Wahrheit zu sagen – auch wenn das spät kam und viel Kraft gekostet hat.
Du sagst, du bist froh, nicht den Charakter deiner Mutter zu haben. Ich glaube, das ist ein wichtiger Satz. Er zeigt, dass du dich nicht über das definierst, was dir angetan wurde, sondern über das, was du daraus gemacht hast. Du lernst, du reflektierst, du wächst – genau wie dein Vater, der sich verändert hat. Das ist etwas, worauf du stolz sein kannst.
Es ist traurig, dass es so laufen musste. Aber es ist auch stark, dass du versuchst, die Situation zu akzeptieren. Akzeptieren heißt nicht gutheißen – es heißt nur, dass du dir selbst erlaubst, weiterzugehen.
Danke, dass du das geteilt hast.
Manchmal beginnt Heilung genau an dem Punkt, an dem man die eigene Geschichte endlich laut macht.
Kommentar:Liebe Caari,
es ist gut, und du tust dir gut damit, zu wissen, dass du nicht schuld bist an dem Familiendrama. Ich kenne solch eine Geschichte aus geringster Distanz. Meine langjährige Freundin erlebte etwas Ähnliches und letztlich hat sie sich aufgegeben und ist daran gestorben.
Was ich bei dir sehe, ist, dass du dich nicht aufgibst. Das ist der erste Schritt, eine solche Geschichte zu überleben.
Es ist auch gerade mein Thema im zweiten Band meines Buches, das ich schreibe und selbst als "nur Beobachter" ist es emotional äußerst schwierig, darüber zu schreiben.
Ich bewundere deinen Mut und auch den von jedem anderen, der solche Dinge öffentlich macht und damit anderen, die so etwas erleben müssen, zeigt, du bist nicht allein. Verzweifele nicht an deiner Familie. Es ist dein Leben und so wichtig Familie auch sein sollte, sie ist irgendwann nicht mehr die Achse deines Lebenskarussells.
Ich habe meine Freundin damals dahingehend versucht zu beraten, dass ich sie an Goethes "Wahlverwandtschaften" erinnerte. Ich habe es nicht gelesen. Allein das Wort beinhaltet so viel, dass es zum Rettungsanker hätte werden können, aber sie hat an ihrer Familie festgehalten und wollte, dass ihre Familie sich ändert.
Aber noch nicht einmal im Tod hat diese Familie etwas begriffen.
Ich wünsche dir viel Mut und Stärke, dass du daran wächst und nicht zerbrichst.
Und vielleicht hilft dir das Wort "Wahlverwandtschaften", die Achse deines Lebenskarussells zu richten.
Liebe Grüße
Gunnar
Ein Name fällt ins flimmernde Licht,
getragen von Stimmen, doch kennt man ihn nicht.
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Noch hielt mich nicht der erste äußre Drang,
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Die eine Stufe zum Leben. Die
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Und keiner weiss [ ... ]
Wenn Lebenslinien sich kreuzen
Fallen Sterne in einen tiefen süßen Schlaf
Hand in Hand gemeinsam sein, solange beide Herzen brennen
Glück ist nicht planbar
Unglück auch nicht
Das Selbst [ ... ]
Ein Wort – ein Stein, ins Wasser gesetzt,
kaum fällt er, zieht er flüchtige Ringe,
die Zeit verwischt, was er verletzt,
verliert sich leise im Grund der Dinge.