Manchmal führt der Weg nicht ins Offene, nicht nach oben, wo Licht und Weite warten. Es gibt Treppen, die sich nach unten ziehen, Stufe um Stufe, wie ein Gang ins Ungewisse. Das Holz knarrt, der Atem hallt, und jeder Schritt klingt lauter, als er sein dürfte.

Die Dunkelheit wächst mit der Tiefe, und doch spüre ich, dass sie nicht nur Leere ist. Sie ist dicht, schwer, beinahe greifbar ein Raum, der mich prüft, aber auch birgt. Jede Stufe zwingt mich, langsamer zu werden, genauer hinzusehen, ehrlicher zu atmen.

Und während ich tiefer sinke, merke ich, es ist nicht die Tiefe, die mich verschlingt. Es ist die Tiefe, die mir zeigt, dass in mir mehr Platz ist, als ich glaubte, ein Raum der nicht von Angst gefüllt sein muss, sondern von Erkenntnis.

So wird das Hinabsteigen kein Fall, sondern eine Begegnung. Kein Verlorengehen, sondern ein Erinnern daran, dass selbst Dunkelheit eine andere Art von Licht in sich trägt, eines das man nur unten finden kann.


„Manchmal führt der Weg nach unten, nicht nach oben. Doch die Dunkelheit birgt keine Leere, sondern eine andere Form von Licht, wer hinabsteigt, begegnet nicht dem Verlust, sondern sich selbst.“


© Erik langer


2 Lesern gefällt dieser Text.



Diesen Text als PDF downloaden




Kommentare zu "Die Treppe"

Es sind noch keine Kommentare vorhanden

Kommentar schreiben zu "Die Treppe"

Möchten Sie dem Autor einen Kommentar hinterlassen? Dann Loggen Sie sich ein oder Registrieren Sie sich in unserem Netzwerk.