Bruderherz ich vermisse dich. Ich hoffe du kommst mich bald an unserem kleinen Hof besuchen. Die Natur hier ist wunderschön, Ohja Bruderherz.
In den Sommermonaten summt es überall und die Bienen und Hummeln fliegen von Blüte zu Blüte, von Baum zu Baum. Die Birnbäume auf unserem Hofe blühen und sie am Ende des Sommers erntereif. Abends gibt es die schönstenSonnenuntergänge die je ein Mensch zu Gesicht bekommen hat. Wenn sich das Rot der Sonne in den Bäumen verfängt und sich im Blauen Wasser der Seen spiegelt vergisst man alles schlechte im Leben. Oh ich wünschte wir könnten so einen Sonnenuntergang einmal gemeinsam betrachten.
Im Herbst dann, wenn die Blätter fallen und der Wind nur anfängt zu wehen, da wird alles so schön Bunt. Die Blätter an allen Bäumen strahlen in den schönsten Rot und Brauntönen. Die Vögel zwitschern munter und der Wind weht die Blätter umher als würden sie von ihm mit Händen getragen werden.
Wenn es dann noch kälter wird und der Winter anbricht, so wird auch der erste Schnee fallen. Er verdeckt die Sträucher und Bäume und alle sieht so viel schöner aus wenn es voll mit Schnee bedeckt ist. Mit dem Schnee kommt auch die Stille. Es ist als würde er sie verschlucken. Verschlucken um uns eine ruhige Minute zu verschaffen. Einen Augenblick um zu leben, zu atmen und zu hören wie schön Stille sein kann.
Und dann im Frühling wenn der Schnee weicht und einem Meer von blühenden Blumen frei gibt. In nur vorstellbaren Winkeln hier blüht es zu dieser Jahreszeit. Die Temperaturen steigen wieder und die Welt erwacht aus ihrem tiefen Schlaf, von dem sie sich manchmal wünschte er würde nie enden.
Der Sommer ist mir am liebsten unter den vier Geschwistern der Natur. Ich mag es wenn es so warm ist und alles um einen herum lebt. Es entspannt nicht. Ich mag es draußen zu sitzen und in die weite zu schauen. Über die Felder unseres Hofes, Richtung der ersten Siedlungen zur Stadt wo ich auch noch ein Jahr die Schule besuchen werde. Wenn ich so schaue dann bekomme ich ein Gefühl von Freiheit und Geborgenheit und weiß, dass ich nie mehr weg von hier möchte.
Und trotzdem vermisse ich dich so sehr. Es ist schlimm dass wir so lange getrennt sind und ich kann es kaum abwarten dich endlich wieder zu sehen meine lieber Bruder. Kannst du unseren Vater nicht doch überreden, dass er dich hier zu uns an den Hof ziehen lässt. Das wäre so schön. Wir könnten morgens schon früh aufstehen und die Sonne am Horizont aufgehen sehen. Dann ein wunderbares Frühstück mit der Mutter und den Angestellten. Anschließend radeln wir zum See und verweilen dort den ganzen Tag. Schwimmen im Glasklaren Wasser und die Wolken betrachten. Am Abend würden wir zum Feld und dort ein paar Erdbeeren klauen und warten bis die sonne den Horizont küsst und mit ihm verschmilzt. Ach mein lieber Bruder wärst du doch nur hier ich wär des Lebens viel mehr froh
Herzallerliebst
Dein Schwesterchen
Geboren und Gestorben
Leben und Tod
Wachsen und Schrumpfen
Klein und Groß
Weiss und Schwarz
Dick und Dünn
Schmal und Breit
Hungrig und Satt
Nah und Fern
Innen und [ ... ]
Wann ist es an der Zeit für uns zu gehen,
selbst wenn noch völlig ungewiss wohin.
So wertbefreit manchmal auch jeglich Sinn,
was bringt uns der Versuch es zu verstehen.
Ob beim Schreiben, beim Malen, beim Musizieren, beim Spazieren gehen...
Dann, wenn ich ganz "leer" bin, meine Gedanken still stehen,
wenn ich irgendwo in einem "freien Raum" bin,
undefinierbar [ ... ]
Das leere Haus. Im Zimmer der
Löwen, leben jetzt Katzen.
Im Zimmer der Adler, leben jetzt
Spatzen. Im Zimmer der Hirsche
leben jetzt Hasen. Und alle sind
voller Bildung. Und alle sind [ ... ]
Dein Bild im Rahmen
Wandert.
Kippt.
Verblasst.
Neue Falten.
Alte Fragen.
Eine Stirn, die leise lacht.
Doch tief in dir hängen andere Rahmen.
Eingebrannt wie frische Narben.
Ohne [ ... ]