ich bin dort, wo der Nebel sich im Licht auflöst. Über den Bergen, in einem Land wo es jedes Jahr mehr Bäume gibt. Heute regnet es im November. Graue Totalität. ich suche zwischen den Ritzen der Sekunden nach dem Sinn. Letztes Jahr warst du auch schon weg. Ich erinner mich gerne an die Zeit, bevor du alles mitgenommen hast. Es war ein Fehler dir zu folgen. Aber mein Herz hat es nicht anders gewollt. Ich musste die Wahrheit mit eigenen Augen sehen und hören und am Ende auch spüren. Es tat sehr weh in der Mitte. Ich habe dieses Jahr viele Menschen verloren und es fühlt sich an wie erfrieren. Es ist wirklich ziemlich kalt um mich geworden. Wärme und Nähe sind sich sehr ähnlich. Nähe fühlt sich warm an und du warst auch warm als du gesagt hast das du es liebst. Gerade schwitze ich in der Badewanne aber das ist eine andere Wärme, sie ist weniger echt, weniger flauschig. Du warst wie ein bunter Traum habe ich immer wieder gesagt und heute ist die Erinnerung an dich wirklich wie die an einen Traum. Sie nimmt weniger Raum in mir ein, weil nur noch Bruchstücke hängen geblieben sind und wird unscharf wie ein alter Film.
Die Luft hängt schwer,
ein dichter Mantel über Raum und Sein,
Lavendel, Patschuli, Bier – ein Duft, der Schichten trägt,
der sich in Körper mischt, in jede Pore [ ... ]
Ich sitze im Bett! Trinke Tee. Und finde
keine Idee. Ich sehe mich im Zimmer
um. Sehe den Tisch. Mit Tabletten und
Kram. Die Thermoskanne. Den Rollstuhl.
Das Sofa. Den Sessel. Die Lampe. [ ... ]
Sie wollte…,
Sie konnte …,
Sie durfte …,
Und sie wollte immer wieder!
Doch sie konnte nicht!
Durfte sie nicht?
Nein, sie konnte nicht!
Wollte sie nicht?
Doch sie [ ... ]
Ja, ich projiziere.
Ich projiziere auf Menschen,
Die so sind,
Wie ich gerne wäre.
Dann denke ich,
Dass ich so sein würde,
Wenn ich Teil ihres Lebens sein könnte.
Aber was würde das [ ... ]