Sokrates hat mich schon von Anfang an fasziniert. Der antike Philosoph hat es geschafft das zu leben, was er lehrte. Er hat unabhängig und kritisch gedacht und das Individuum in den Fokus gerückt, was heute meiner Meinung nach wieder dringend nötig wäre! Den Grund will ich dir im Folgenden erklären..


Alle Menschen streben insgeheim nach Glück und Zufriedenheit.
Leider ist es aber so, dass das Gros der Menschheit, vor allem im leistungsorientierten Westen das gar nicht mehr weiß, beziehungsweise vorgelebt bekommt, wie man denn zu leben hat: Nämlich brav, angepasst und leistungsstark.
Es scheint ein ungeschriebenes Gesetz zu sein diesem Idealbild von Leben zu entsprechen, was in der Gesellschaft umgeht. Gute Noten nach Hause bringen, Ausbildung und dem Arbeitsmarkt frühstmöglich zur Verfügung stehen - wobei die Wirtschaft mir schon fast vorkommt wie eine Gottheit, der wir alle dienen müssen - dann schnell Heiraten, Kinder kriegen (die ja der Wirtschaft auch wieder dienen können) und ein Häuschen bauen. Ich finde es schlimm so zu leben oder zu denken "weil man das halt so macht" und eine solche Einstellung macht das Leben auch irgendwie sinnlos.

Jedenfalls worauf ich eigentlich hinaus wollte ist, dass so viele Menschen in ihrem Ego gefangen sind, Psychologen würden es das verletzte "Innere Kind" nennen.
Das ist die frühkindliche (negative) Erfahrungswelt die noch in uns wohnt und unser Handeln heute noch bestimmt. Wenn wir als Kind beispielsweise nicht genug Liebe bekommen haben oder uns ständig unsicher gefühlt haben, dann wirkt das nach bis diese Verletzungen oder dieser Mangel ausgeglichen wurde - oder eben nicht. Ich halte es für besonders wichtig, dass Menschen anfangen Selbstreflektierter zu sein und auch auf sich selbst achten.
Ich kann nur aufrichtig altruistisch anderen Menschen helfen, wenn es mir an nichts mangelt und es mir auch insgeheim nicht darum geht Anerkennung oder sonstige Gegenleistungen zu bekommen.
Wer in seinem Ego gefangen ist, der ist nicht er selbst.
Wir kompensieren diese Mängel in uns auf unterschiedliche Weise, vorrangig eben durch solche Handlungen, die uns kurz ein Glücksgefühl geben, wie Sex, Anerkennung, Sport, Essen, Konsum usw.
Die inneren Verletzungen haben aber vor allem natürlich große Auswirkungen auf unsere (Liebes-)Beziehungen: Wer im tiefsten inneren glaubt nicht gut genug zu sein, wird dies in jedem Fall kompensieren wollen. Es kann sein, dass jemand viel Drama macht, um Aufmerksamkeit zu bekommen (was weinende Kinder auch tun), oder sich besonders um seine äußere Schönheit kümmert. Vielleicht aber geht eine solche Person auch lieber in den Angriff um nie jemanden an sich herankommen zu lassen oder stumpft in seinem Gefühlsleben komplett ab. Wer andere niedermacht, sie schlecht redet usw. der kann auch niemals ein gesundes Selbstwertgefühl haben.
Woher Machtstreben kommt oder Kontrollzwang dürfte jetzt auch kein Geheimnis mehr sein. Aber ich finde es hier wichtig die verschiedenen Auswirkungen von diesem Inneren Kind aufzuzeigen, denn man sieht sie jeden Tag:
Leistung bringt Anerkennung, das denkt sich jeder und das gibt sich auch unter den Menschen als Glaube weiter. Darum streben die Menschen nach viel Geld, hohen Positionen, Status und Besitz. Burnout und Herzkrankheiten häufen sich, mich wundert es nicht warum. Die Menschen hetzen sich ab um die Anerkennung von anderen zu bekommen, die sie sich selbst nicht geben.
Aber was ich hiermit natürlich nicht sagen will ist, dass man nichts mehr tun soll und alle anderen Schuld sind, denn das wäre genauso schlimm. Das wäre die klassische Opferrolle, die Menschen einnehmen und anderen die Schuld geben, damit sie nichts mehr machen müssen und sie eine Rechtfertigung haben. Es mag sein, dass man in der Vergangenheit bestimmte Dinge nicht ändern konnte, mal abgesehen davon dass sich die Vergangenheit ohnehin nicht ändern lässt. Aber das heißt nicht, dass man jetzt nicht mehr dafür verantwortlich dafür ist, dass es besser wird, das kann einem niemand abnehmen, keine Person und auch nichts Materielles. Besonders Religion scheint hier den Menschen von Nutzen zu sein, denn man kann sich einer Vaterfigur unterwerfen, die einem Hilft und die einem alles verzeiht,die uns Sinn gibt, belohnt und straft, ja der wir sogar für alles die Schuld geben können! Die einzige Gottheit in deinem Leben solltest du selbst sein. Du bist verantwortlich dafür dir die liebenden und verständnisvollen Worte einer Mutter, die disziplinierenden und stärkenden Worte eines Vaters zu geben.

Wer nur noch vorsichtig ist und die Dinge vermeidet, vor denen er Angst hat, kommt nunmal nicht weiter. Wer immer nach Harmonie strebt und allen gefallen will, der vergisst sich selbst und ist von anderen abhängig. Perfektionisten handeln genau so, sie wollen durch übermäßige Vorsicht und Leistung gleich alles perfekt machen, weil sie Angst vor Kritik oder Ablehnung haben. Ist es nicht offensichtlich wie viele Menschen immernoch verletzte kleine Kinder sind?
Darum finde ich es wichtig, wie anfangs erwähnt, sich um sich zu kümmern und nach den eigenen Vorstellungen zu leben. Gleichzeitig ist es schade, dass die Schulen weiterhin die Motivation der Kinder und Lehrer zerstört und Philosophie abgetan wird, als wäre es absoluter Blödsinn. Denn ich finde, genau das ist es, was wir heute brauchen, mehr gebrauch der Vernunft.

Natürlich rechtfertige ich mich mit diesem Text auch selbst, denn auf mich treffen auch einige der beschriebenen Dinge zu. Aber ich denke, dass ich auf dem richtigen Weg bin, denn ich will jemand sein, der innerlich zufrieden ist und dass dadurch all die unnötigen Handlungen und Kompensationen hinfällig werden.

Selbstakzeptanz und Selbstliebe sind enorm wichtig. Wer immer nur auf andere achtet verliert unnötig viel Energie und hat ständig Angst etwas falsch zu machen.
Ich denke dir geht es genauso und darum rate ich dir mehr auf dich zu achten!
Du bist das Wichtigste in deinem Leben


© Sokrates


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Beschreibung des Autors zu "Das Ego"

Das Ego bzw. das Innere Kind hat eine riesige Wirkung auf uns einzelne Personen, als auch auf die Gesellschaft.



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