“Guten Tag, was kann ich für Sie tun?”
“Hallo”, sagte Rupp. “Ich brauche eine Weltanschauung.”
“Da sind Sie bei uns goldrichtig, junger Mann. An was hatten Sie denn so gedacht?”
“Äh, ich weiß nicht. Was haben Sie denn da?”
“Also sehr beliebt sind unsere Rundum-Sorglos-Abos, da ist dann alles mit drin.”
“Aha. Und was heißt das?”
“Na ja, da haben Sie für jeden Lebensbereich direkt eine Meinung mit dabei.”
“Hmm, klingt gut.”
“Genau. Ich empfehle Ihnen unser Mainstream-Paket. Ist gerade der Renner in der Medienbranche. Damit können Sie eigentlich nichts falsch machen.”
“Ah ok. Und wie ist das so?”
“Warten Sie, ich erkläre es Ihnen kurz. Wenn Sie unser Mainstream abbonieren, sind Sie automatisch für Klimaschutz, für die Homo-Ehe, für Diversität, für Zuwanderung, für Abtreibung, für Waffenlieferungen an die Ukraine und so weiter”.
“Oh. Kann man das noch irgendwie modifizieren?”
“Nein, leider nicht. Dann müssten wir eine individuelle Lösung für Sie finden. Das wird dann kostspieliger.”
“Ach so. Und was gibt es noch für Pakete?”
“Wir haben noch Konservativ in den Ausführungen religiös, nationalistisch oder esoterisch. Und Liberalismus, aber nur noch in der kapitalistischen Version – speziell für Premium-Mitglieder. Könnte ich Ihnen aktuell zum Vorzugspreis anbieten. Ach ja, und natürlich unser Verschwörungs-Klassiker QAnon, ist leider wegen der großen Nachfrage aus Ostdeutschland zur Zeit nicht vorrätig. Kann ich aber bestellen.”
“Ok danke, ich überleg es mir. Ich komm dann nochmal rein.”
“Gerne. Einen schönen Tag noch.”
“Danke dito”.
Da werde ich wohl etwas mehr ausgeben müssen, dachte Rupp und machte sich auf den Heimweg.
Das Leben ist ein Geschenk wie eine Wundertüte
Auf dass jeder der dieses Geschenk bekommt es gut hüte
Und wie bei einer Wundertüte jeder ganz schnell merkt
Keiner kann im Voraus wissen was da [ ... ]
Ich trage ein T Shirt, nur so mal zum Schlecken,
um vielleicht irgendwo mein Eis zu entdecken.
Habs immer dabei, für die Spontanität,
falls mein Auge nen cremigen Laden erspäht.
Wenige Hundert Meter. Bis zum Bahnhof. Am Rande der Stadt. Für die alte Frau anstrengend. Die Deichsel des Handwagens drückt. Der klapprige Wagen ruckelt. Auf rauen Gehwegplatten. Poltert. Ihre [ ... ]
Vor langer Zeit
wartete ich
auf die Erfüllung meiner Wünsche.
Erst später spürte ich,
dass meine Erwartungen
nicht durch Andere entstehen,
sondern in mir.
Inzwischen haben sich
meine [ ... ]
Ich öffne das Fenster und schon donnert die Straßenbahn durch das Wohnzimmer. Mit lautem Klingeln durchquert sie den kleinen Raum und reißt alles mit sich, was zu nahe [ ... ]