Die Sonne sticht vom Himmel, als die Schulklasse mit ihrem Lehrer losgeht. Bald kommen sie zur Fahrbahn und Absperrung, wo das Radrennen stattfindet.
Sie staunen nicht schlecht, als 200 Personen des Kaders vorbeiziehen, und feuern die Fahrer an.
In der Gruppe sind Amateure und Profis, die, wie die Sportwissenschaftler sagen, das richtige "Mindset" für das Rennen haben.
Unterwegs hilft jeder jedem: "Hier liegt etwas auf der Fahrbahn", oder "Vorsicht Autotüren!" wird den anderen Rennfahrern signalisiert.
Dann kommt der Berg für Rudi, und beim Aufstieg kämpft jeder für sich, bis die Beine schmerzen.
Ein Rennfahrer hatte fünfmal in Folge die Tour gewonnen und den Zuschauern die Spannung genommen. Beim letzten Rennen haben sie nicht gejubelt, sondern ihn ausgepfiffen, was er damit verarbeitete, dass er sich ein Motorboot kaufte, es auf den Namen "Pfiffe" taufte und damit auf den Gewässern kreuzt.
Fast jeder Fahrer hat einen Kameraden durch Sturz und Tod verloren, und die Geschwindigkeiten von 50 km/h und bergab bis 70 km/h sind für alle gefährlich.
Vom Radsport alleine können die wenigsten leben, sie haben Berufe,- von Schriftsteller bis Philosoph und zitieren bei der Tour oder in den Mannschaftskabinen manchmal Nietzsche...
Ein Sportbuch mit dem Titel "Mit Leib und Seele" erzählt von den Mühen, bis zu den körperlichen Grenzen zu gehen, sich mit Schmerzen auf die Berge zu quälen, kilometerlang keine Zuschauer zu haben und sich auf das Ende der Tour zu freuen.
Aber wenn Rudi zuhause auf dem Sofa liegt, denkt er , wie alle-, wieder an das nächste Jahr und die nächste Tour.


© Karin Schaffer


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