Ich sitze im Zug am Fenster. Ich bin ganz allein in dem Abteil, niemand da, mit dem man ein Schwätzchen halten könnte. Der Zug fährt nicht sehr schnell, macht keinen unerwarteten Bogen oder Schlenker. Mein Blick versinkt in der malerischen Landschaft, die langsam an mir vorüberwandert.
Ich sehe mit kleinen Findlingen eingegrenzte Felder, auf denen sich Schafe tummeln und das Gras kurz halten. Ich sehe auch kleine Cottages, die eine heimelige Atmosphäre verströmen. Und ich denke: wenn ich mal in Rente gehen, dann möchte ich in so einem kleinen Cottage in Südengland meinen Lebensabend genießen. In einem Dorf mit freundlichen Nachbarn, jeder kennt jeden, man hilft einander, man verbringt Feiertage zusammen, jeder bringt etwas mit: Kuchen, Gurkensandwiches, Scones, crumpets, Bier. Manchmal gibt es Kirchenbazars, wo für Waisenkinder Geld gesammelt wird, jeder gibt das, was er kann. Der örtliche Pfarrer ist ebenfalls dabei und freut sich alle seine Schäfchen um sich zu haben, und der blaue Himmel ist die Kirchenkuppel.
30 Minuten später erreicht der Zug Victoria Station. Ich steige aus, erkundige mich bei einem Passanten, wo der Busbahnhof ist, finde ihn auch, und steige in irgendeinen Bus, Hauptsache raus aus der Stadt. Mein genaues Ziel kenne ich noch nicht. Ich habe nur ein Ziehen in der Magengegend, das darauf schliessen läßt, dass mich etwas erwartet am Ende dieser Reise,
Der Bus fährt heraus aus der Stadt, die Häuser links und rechts werden immer weniger, bis die Szenerie ländlich wird. Der Bus hält an einem kleinen Feldweg, und ich verspüre den Drang auszusteigen. Dann biege ich rechts ab, um den Feldweg langzugehen. Plötzlich sehe ich auf der linken Seite eine Reihe von Fachwerkhäusern. Ich öffne die Gartentür des ersten Hauses, gehe den gepflasterten Weg bis zur Haustür und klingle. Nach einiger Zeit öffnet sich die Tür, und eine kleine Frau mit dunklen Knopfaugen und einem streng nach hinten gekämmten Dutt lächelt mich an.
Und ich sage: „Ich höre, Sie haben Zimmer zu vermieten?“
Die Frau lächelt noch mehr, und bittet mich mit einer Handbewegung ein, in ihr Haus zu treten.
Und an dieser Stelle hört der Traum immer auf.
Ich habe ihn immer und immer wieder, mal nach weniger Zeit, mal nach längerer Zeit. Vielleicht wird dieser Traum ja irgendwann mal wahr, und ich komme am Ziel meiner Wünsche und Sehnsüchte an ...
Die Kälte lockt den Willen, meine Kindlichkeit zu leben,
wenn der Winter seine Pracht mir vor die warme Haustür legt.
Wie ins Geheim, im Stillen, tanzen Flocken mir entgegen,
dass mein pochend [ ... ]