Ich stehe am Rand des grossen Sees.
Eisige Kälte, violetter Himmel.
Hinter der Bergkette ein Wolkenturm.
Von der untergehenden Sonne beschienen.
Ich muss auf die andere Seite des Sees gelangen.
Bevor es dunkel wird.
Ein paar Eisschollen treiben mitten im See.
Vor mir ein kleines Boot, mit 2 Rudern versehen.
Kein Handyempfang hier.
Entweder komme ich auf die andere Seite.
Oder ich erfriere hier in dieser Nacht.
Ich steige ins Boot, beginne zu rudern.
Meine Hände sind klamm.
Auf der anderen Seite die Notunterkunft.
Die Dämmerung schleicht über den Himmel.
Einige Nebelfetzen über dem Wasser.
Unheimlich schön, schön unheimlich.
Ich rudere, komme kaum voran.
Stosse an Eisschollen.
Schiebe sie mit den Rudern beiseite.
Es beginnt zu dunkeln.
Werde ich es schaffen?
Nur nicht aufgeben.
Auch wegen ihr.
Sie ist schwanger.
Das Kind soll seinen Vater noch erleben.
Ich werde nicht aufgeben.
Wie konnte ich nur so leichtsinnig sein.
Sie wird sich sicherlich Sorgen machen.
Ich spreche ihren Namen vor mich hin.
Immer wieder, immer eindringlicher.
Rudere mit voller Kraft.
Es wird immer dunkler.
Ich schalte die Taschenlampe ein.
Das Ufer ist noch einige Meter entfernt, die Richtung stimmt.
Ich denke an mein ungeborenes Kind.
Alles tut weh, die Finger, die Arme.
Das Ufer rückt näher.
Ein Ruder bricht, fällt ins Wasser.
Ich rudere mit halber Geschwindigkeit weiter.
Rudere mal links, mal rechts.
Ich habe Hunger, friere am ganzen Körper.
Ich muss zurückkommen, das bin in meiner Frau schuldig.
Und dem ungeborenen Kind.
Ich kann fast nicht mehr weiter.
Ich bin erschöpft.
Nur noch wenige Meter trennen mich vom Festland.
Noch eine Eisscholle trennt mich vom Ufer.
Mit letzter Kraft manövriere ich das Boot um die Scholle herum.
Steige aus dem Boot ins eiskalte Wasser.
Schleppe mich erschöpft zur Notunterkunft.
Gebe dort ein Notsignal ab.
Wärme mich auf.
Mache ein Feuer.
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