Der Buchtitel „ Möge das Schwein stets mit dir sein“ hört sich vielversprechend an. Aus diesem Grund schließe ich meine Augen und begebe mich in die Welt der Fantasie.
Möchte ich ein Schwein sein? Die Antwort kommt schnell und eindeutig:
„Jein“. Viele Aspekte sprechen dafür, ebenso viele dagegen.
Ich beginne gleich mit den Gegenargumenten. Wenn ich an den Gestank in einem Schweinestall denke, könnte mir schlecht werden. So würde auch ich nach ein paar Tagen intensiven Lebens in mitten der Tiere müffeln … Das will ich dann lieber nicht. Die Ställe sind mitunter in kleine Buchten eingeteilt. Die Klauen der Tiere sind kaputt, wund gescheuert. Kein Wunder, sie stehen auf einem Rost, dicht an dicht, nein das will ich nicht. Man darf nicht alle Halter von Tieren über einen Kamm scheren, es gibt auch Musterställe. Dort könnte ich mir ein Schweineleben vorstellen. Den lieben langen Tag nichts tun, außer faulenzen und fressen. Roberto Blanco hat bereits in dem Lied „ Ein bisschen Spaß muss sein“ das Thema aufgegriffen, als Schwein hätte ich sicher hier meinen Spaß. Sich mit Freunden in einem Schlammbad zu wälzen, der Gedanke hat was..., anschließend eine ausgiebige Schlammschlacht veranstalten... Wen interessierts, wo der Dreck überall rumfliegt? Du sagst es ...Niemanden, denn für Schweine ist es normal. Nicht einmal sauber machen muss man. Außerdem ist eine Schlammschicht auf der Schwarte gut für den Teint, so wie beim Menschen die Schönheitsmaske es bewirkt. Schlamm ist für diese Tiere also auch noch gesundheitsfördernd. Das gefällt mir sehr.
Nun kommt das große Aber …
Ich bin keine typische faule Sau, ich muss immer in Bewegung sein, brauche neue Herausforderungen.
Meine geliebten Gänseblümchen auf der Wiese schaue ich an, doch Foto`s aufnehmen ist passee und Schnee von gestern, denn ich bin in meiner Fantasie ein Schnüffeltier. Seid ihr mal einem fotografierendem Schwein begegnet? Ich glaube nicht. Die Gegenargumente kann ich immer weiter ausbauen. Max Raabe singt: „Kein Schwein ruft mich an“, ganz klar, Schweine telefonieren nie, sie schreiben auch keine Nachrichten bei Whatsapp.
Doch der allerschlimmste Gedanke: Faulenzerleben bedeutet fett zu werden. Ist dieser Zustand erreicht, führen sie mich zum Schlachter und schwupp die wupp ist alles hin, ich in der Wurst vermarktet bin.
Welch ein Schreck, der mir in die Gliedern fährt. Schnell die Augen auf und zurück zur realen Welt, die mir doch etwas besser gefällt. In diesem Moment wird mir erst richtig bewusst, ich möchte so bleiben wie ich bin, ein Mensch, denn „ICH BIN ICH“ .


© Monika Müller


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Beschreibung des Autors zu "Ich bin ich, so wie ich bin..."

Im Autorenstammtisch stellen wir uns ab und an Aufgaben, eine davon war diese hier:

Verfasse ein sympathisches Portrait von dir selbst. Beschreibe dich als ein Tier, einen Baum, einen See, einen Berg, einen Gegenstand oder eine Jahreszeit...

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