Das Jahr neigt sich dem Ende zu, ein neues steht bereit.
He, was willst du denn hier? Du kommst recht ungelegen.
Nö, ich komme, wann ich will. Du bist hier fehl am Platze. Mach dich fort.
Ne, mein Lieber, ich bin noch nicht fertig. Hab noch sooo viel zu tun. Zwölf Monate sind einfach nicht genug Zeit.
Wofür? So lang war doch deine Liste nicht, dass du nicht fertig werden konntest. Jetzt bin ich dran. Mach dich vom Acker, Alter.
Immer langsam, meine Liste hatte so viel gute Vorsätze, so wenig Zeit zum Ruhen, so viele, die was von mir wollten, so wenig Gelegenheit für ...
Nu mach mal halblang. Ich bin ja bald an der Reihe. Gib mir die Liste. Ich schaffe das schon.
Immer dieselbe Leier. Stets kommst du daher, du Jungspunt, und willst mir sagen, was ich zu tun habe! Nichts werde ich, meine Liste kriegst du nicht!
Ja, ja. Du hattest überhaupt keine Zeit, ich weiß. Zwölf Monate stehst du dir selbst im Weg, deshalb geht nix weiter außer der Zeit. Und Deine läuft jetzt ab, mein Freund.
Ich will aber nicht!
Danach wirst du nicht gefragt, Alter. Du benimmst dich wie ein Kleinkind, das sein Förmchen nicht hergeben will! Sei still jetzt, gib mir den Zettel, ich bin dran.
So haben wir nicht gewettet! Ich will noch ein paar Dinge erledigen, sonst heißt es wieder: das Jahr ist um, die Arbeit nicht getan, der Lohn bleibt aus!
Selber schuld, mein Freund. Hättest du dich ein wenig mehr bemüht, dann ...
Ach, du Klugscheißer! Dir wird das Lachen noch vergehen! Wirst schon sehen: Vorsätze - nichts als kalter Rauch. Speck - den keine Diät packt. Pläne - nichts als Luftschlösser.
Also, was ist, Alter? Krieg ich jetzt den Zettel?
Da, Jungspund, haste den Wisch! Werde glücklich damit.
Siehste, geht doch. Lass mal sehen ... Ach, so schlimm ist das nicht. Ein paar Dinge haste ja abgehakt.
Wirst schon sehen, was passiert, mein junger Freund. Sie werden dir wieder ein paar unlösbare Aufgaben dazuschreiben. Dann will ich dich mal sehen: du wirst wie ich stöhnen ...
Ich doch nicht! Ich bin jung und frisch. Ich schaff das schon. Und nun, mein alter Kumpel, geht es für dich aufs Altenteil.
Wenn Worte wie Waffen durchs Netz sich verbreiten
und Lügen als Wahrheit uns blindlings begleiten,
wenn Stimmen sich heben, doch niemand mehr hört,
weil jeder den anderen im Eifer zerstört [ ... ]
April ist ein Maler mit Pinseln im Wind,
er malt jeden Tag, wie es ihm gerade gelingt.
Ein Tupfer aus Sonne, ein Strich aus Regen
und plötzlich tanzt ein Bogen dem Himmel entgegen.
In der Taverne, im roten Licht,
da saß ich lange und rührte mich nicht,
der Whisky brannte, der Abend war schwer,
und bald schon sah ich die Sterne umher.
Mag sein, wies den Anschein hat, doch recht vermessen,
daß das was wir denken, das wir je besessen,
doch nur als geborgt und geliehen sich zeigt.
Die Tränen von weit her die darob [ ... ]