Ich bin taub geworden für diese Welt, doch ein kleines Mädchen ließ mich wieder hören.
Es war ein fröhliches Pfeifen, das mir die Tür zu ihrer Welt öffnete. Ich nahm den Vogelgesang war, den ich zuvor nicht hörte. Ich sah einen Radfahrer, der einer jungen Dame die Uhrezeit veriet. "Danke dir", hörte ich die Dame sagen, als kenne sie den Fremden schon seit Jahren. Eingebettet vom Gesang, fuhr ich am Sportplatz vorbei, wo ich einen Schuss entnahm. "Ich will, dass du es immer wieder probierst", drang es herb in mein Ohr. Ich sah einen Ball ins Netz landen, im Tor das kleine pfeifende Mädchen. Nun waren es die schrillen Pfiffe des Trainers, der Vogelgesang übertönt. Die Tür fiel ins Schloss, das Mädchen niergends zu sehen. Nur noch der Trainer, erstaunlich schnell gealtert, stand mit krummen Rücken am Platz. Ich wollte gerade wieder aufs Rad steigen, da hörte ich den Trainer "Danke dir" rufen. Er fiel zu Boden, die Zeit blieb stehen.
Und ich? Mein fröhliches Pfeifen beschallte die Stadt, die seitdem keine Gehörlosen mehr hat.

P.Art.ULA


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Beschreibung des Autors zu "Danke dir"

Eine im Leben stehende Dame begegnet ihr junges Ich, welches sie wieder hören lässt.
Eine Kritik an unsere Gesellschaft, die taub geworden zu sein scheint und deshalb die kleinen Momente im Leben überhöhrt. Selbst das Worte "Danke" scheint nicht mehr selbstverständlich zu sein.



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