Die Systeme der Gesellschaften zur Herrschaft, die Staatsformen zum politischen Management solcher, waren noch nie fair (für den einfachen Durchschnittsbürger). Aber welches Staatssystem, welche Herrschaftsform ist das schon und kann das schon sein?

Da in jeder bekannten Form irgendjemand (ob nun ein Einzelner oder eine Gruppe) mal eine Entscheidung treffen muss, (und man will ja weder auf den Pöbel hören, noch (sehr viel allgemeiner) irgendwelche Ansichten von (der jeweiligen Meinung nach) Ungebildeten als Grundlage für Entscheidungen setzen) darf bzw. muss dieser jemand oder diese Gruppe „höher stehen“ und kann somit ihren Willen bzw. ihre Entscheidungen rechtlich gesehen über etliche Köpfe hinweg durchsetzen.

(Und das geschieht zumeist ohne, das diese „Köpfe“ oder mehr, diese „Masse“, geschweige denn ein Einzelner, dabei wirklich die Macht hätte sie aufzuhalten oder das ihnen gar das Recht dazu zugestanden wird. Denn wie man weiß, beschränkt sich das sog. Einspruchsrecht meist darauf, vor den Medien dagegen zu „sprechen“, also als Sprache verständliche Geräusche, meist in Form von Sprechchören von sich zu geben und mit der Anwesenheit auf bestimmten Straßenzügen etwas erreichen zu wollen (Demos) oder man macht sich den Aufwand Unterschriften zu sammeln (Petition), die letzten Endes doch nichts bewirken. Aber das wars dann leider auch schon.

Denn an sich hat die Presse zwar Macht (die Macht Druck auszuüben), aber die Einzelnen nicht, und wenn eine Story nicht zieht, oder die Presse sie aus anderen Gründen, sei es wegen Abhängigkeit von diesem oder jenem Geldgeber, einer Verschwörung, Korruption oder einer Einschränkung von politischer Seite aus (Pressefreiheit einfach platt-treten), kann aus dem jeweiligen Anliegen ganz schnell eine kleine Lachnummer werden. Da Bedarf es schon fast internationalen Einsatz um überhaupt und nach maximalem Zeitaufwand + ausreichender Popularität der Story, etwas zu bewirken.)

Selbst in der Demokratie geht es nicht vollkommen gleichberechtigt zu: Man kann ja einem Fünfjährigen nicht dieselben Rechte zusprechen wie einem Vierzigjährigen. Ebenso verhält es sich mit dem Tagelöhner und dem hochdekorierten Beamten in einer staatlich wichtigen Institution; dem geistig stark Behinderten und dem intellektuell hochwertigen Professor dessen Jugend (und junges Erwachsenenalter) komplett für den Besuch diverser Elite-Unis draufging oder dem Asylanten und dem Muster-deutschen, mit Musterfamilie -beruf und -einkommen, sowie blütenweißer Weste in jeglicher Hinsicht.
Die können ja nicht alle gleich behandelt werden und die gleichen Rechte haben, DAS wäre ja unfair. Das "kann" man doch nicht machen.

Fazit: D.h. es können niemals ALLE in jeglicher Hinsicht GLEICH BERECHTIGT sein. (Und das bezieht sich auch bzw. vor allem auf das Recht eines Individuums innerhalb einer Staatsform.)

Hört man das Wort „Bürger“ könnte man annehmen, das es von dem Wort „bürgen“ kommt („für etw. bürgen?!“ - macht irgendwie Sinn, denn): würde auf dieses Thema übertragen heißen, das wir „Bürger“ für die Fehler einiger weniger „Staatsmänner“ die es mal wieder verbockt haben, oftmals bürgen, also gerade stehen müssen (häufig in Form von Geld z.B. Erhöhung von Steuern), da WIR ja (läppische Ausrede) der Staat seien (der Körper des Staates – recht unabhängig von der vorherrschenden Staatsform übrigens).

Was in so einer staatlich systematisierten Gesellschaft alles so laufen könnte und dies auch tut: hin und herlaufen, unterlaufen, überlaufen, schieflaufen und weglaufen, möchte ich anhand einer kleinen Geschichte bildlich und interpretatorisch übertragbar darstellen.:

In tiefer Stille, an einem schattigen kleinen Teich in der feuchtwarmen Luft des Urwald sitzt ein kleiner blauer Frosch mit seitlichen roten Streifen unter einem großen Blatt und denkt:
"Wenn alle korrupt sind und scheinheilige Verbrecher, die ihre widerrechtlichen Machenschaften hinter seriösen Fassaden verstecken. Welchem ist dann noch zu trauen? Dann ist wohl jeder auf sich allein gestellt, nach seinem Gutdünken zu erkennen, wofür die meisten blind sind oder gehorsam in diesem Trugbild von Ordnung und Rechtschaffenheit zu leben."

Das freche Flughörnchen einige Äste weiter droben überlegt sich indessen schon einen neuen Plan, wie sich einer große Beute zu bemächtigen ist.
Der dicke Marienkäfer sagt sich, "dass doch alles gut wäre, solange es noch dem Wohl des gemeinen Volkes diene."

Den Paradiesvogel kümmert nur, ob er sich aus jeder Sache herauswinden kann, ohne seinen Status und Reichtum zu verlieren. "Solange es der Creme gutgeht sind mir die Ameisen egal."
Auch das Pfauenauge gefällt nur sich selbst: "Wenn nur der warme Sonnenschein meine Flügel glitzern lässt."

Die pummelige Hummel brummt nur und kümmert sich lediglich um ihre eigenen Angelegenheiten. "Nur das Wohl eines Selbst ist von Bedeutung. Jeder hat für sich selbst zu sorgen. Was kümmern mich da die anderen."
Während die fleißige Biene, die längst bestochen worden ist, nun ihrerseits jemanden besticht.

Ein Makaken-Äffchen, listig und gerissen, täuscht jeden, wenn es nur einen Nutzen daraus ziehen kann. "Ich weiß wie man dieses Spiel spielt. Ich habe es mir nur eben abgeschaut und nun spiele ich es besser als sie."

Die lange hellgrüne Mamba windet sich an einem dicken Baumstamm entlang und zischelt leise in den Sonnenuntergang: "Wer mir nur das Rechte bietet, dem vergifte ich jeden, der ihm im Pfad der Trümpfe steht."

In der Abenddämmerung blinzelt der herrschaftliche Uhu durch seine großen Augen weise zu den Tieren herab und denkt sich, das "der kleine blaue Frosch Recht hat und unter ihnen noch der Klügste ist, auch wenn wir ihn oft oder gerade deshalb gerne zur Ernährung unserer Herrschaft verwenden."

In tiefer Stille, an einem schattigen kleinen Teich in der feuchtwarmen Luft des Urwald sitzt ein kleiner blauer Frosch mit seitlichen roten Streifen unter einem großen Blatt und denkt:

"Wenn alle korrupt sind und scheinheilige Verbrecher, selbst der Staat ist mit ihnen gespickt, die ihre widerrechtlichen Machenschaften hinter seriösen Fassaden verstecken. Welchem ist dann noch zu trauen? Dann ist wohl jeder auf sich allein gestellt, nach seinem Gutdünken zu erkennen, wofür die meisten blind sind oder gehorsam in diesem Trugbild der Herrschaft von Ordnung und Rechtschaffenheit zu leben."

Und dem kleinen Frosch wird klar, dass er nur noch an seinem kleinen Teich einigermaßen sicher ist.


© Robert Lier.scripts


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Kommentare zu "In tiefer Stille (full version)"

Re: In tiefer Stille (full version)

Autor: Selena   Datum: 29.04.2018 14:31 Uhr

Kommentar: Da würde jetzt nur noch ein Abschnitt für nicht herrschende Gleichberechtigung im Bildungssystem fehlen, bezogen auf Chancen für Beruf und Karriere. :)

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