Mutterschiff
Morgens
Augen auf
Der Blick ins Mutterschiff, ins Smartphone
Fragen:
Wie habe ich geschlafen?
Wie wird das Wetter?
Wie stehen meine Sterne?
Habe ich Likes?
Bin ich wer?
Stelle plötzlich Fragen, die mich eigentlich nicht interessieren
Warum?
Warte auf Antworten, die ich
gleich wieder vergessen werde
Digitales Kopfkino, Eintritt günstig, ein wenig Seele, was ist das schon?
Im Vergleich?
Ich bin ein Junkie, und brauche das, denke ich
Brauche diesen Spiegel, der mich bestätigen soll und hübscher machen soll, als ich bin
Und alles ist relativ, das weiß ich
Und alles ist Einsamkeit, das weiß ich
Trage mich und das Mutterschiff in den Keller
Und der Keller ist voll mit Mist aus vergessenem Leben,
Das Smartphone gehört nun dazu
Und nach ein paar Wochen des Entzuges
Schau ich in den Spiegel
Und fühle Freiheit
Und irgendwie fühle ich mich lebendiger, als ob ich aus einem schlimmen Traum erwachen würde


© [email protected]


4 Lesern gefällt dieser Text.



Unregistrierter Besucher
Unregistrierter Besucher

Diesen Text als PDF downloaden




Kommentare zu "Mutterschiff"

Es sind noch keine Kommentare vorhanden

Kommentar schreiben zu "Mutterschiff"

Möchten Sie dem Autor einen Kommentar hinterlassen? Dann Loggen Sie sich ein oder Registrieren Sie sich in unserem Netzwerk.