Das neue Zuhause (3)

Der Vater hielt vor einem Haus mit runden Fenstern, bunten Fensterläden und einer runden Tür. Vor den Fenstern hingen Blumenkästen mit vielen unterschiedlichen, bunten Blumen darin.
„Das ist aber ein schönes Haus“. Maja hatte kaum ausgesprochen, schon stürmte eine Frau heraus. „Was freu ich mich, euch endlich in die Arme schließen zu können, ist ja schon sehr lange her, seit wir uns das letzte Mal gesehen haben; aber nun, endlich“.
Agatha stürmte zuerst auf ihre Schwester zu. „Katrina, ich bin so glücklich dich nach so vielen Jahren wiederzusehen“, und schon waren Maja und Bastian dran, sie wurden von oben bis unten abgeküsst und geherzt.
Bastian machte schon dicke Backen, für seinen Geschmack war die Begrüßung ein wenig zu stürmisch.
„Lieber Schwager, Johannes, auch du sei herzlich willkommen. Aber kommt erst einmal herein, es gibt frischen Apfelkuchen und Kakao, und nebenbei könnt ihr von der Reise erzählen. Ich bin schon lange nicht mehr sehr weit aus unserm Dorf herausgekommen“. Agatha war ganz atemlos vor Aufregung. Alle fühlten sich nach dieser Begrüßung sehr willkommen. Die Anspannung und Aufgeregtheit war dann auch schon bald verflogen. Im ganzen Haus duftete es nach gebackenen Äpfeln und Schokolade.
Maja und Bastian sahen sich um, sie umgab ein wohliges Gefühl, ein prickelnder Schauer lief ihnen über den Rücken. „Werden wir auch so ein schönes Zuhause haben“? fragte Maja. „Ganz sicher“, bestätigte Tante Agatha. „Es ist nicht weit von hier; im Dorf helfen sich alle untereinander und so haben alle mitgeholfen euch ein schönes Zuhause zu schaffen, ich glaube es ist besonders schön geworden“. Nachdem die Familie sich gestärkt hatte, machten sie sich auf den Weg, um das neue Haus zu begutachten.
Es war ein schönes Haus mit bunten Türen und Fenstern.
Maja und Bastian waren sofort begeistert. „Und einen Garten haben wir auch“, freute sich die Mutter. Alle waren sehr überrascht wie gemütlich das Haus hergerichtet war. Katrina bedankte sich nochmal ganz herzlich bei ihrer Schwester. „Das hätten wir so nicht erwartet“. Die Schwestern umarmten sich wieder und wieder. Glücklicher konnte in diesem Moment niemand sein. „ Wir wollen, dass ihr euch wohlfühlt und das euer Vater“, zu den Kinder gewandt, „wieder ganz gesund wird“.
Nachdem der Apfelkuchen aufgegessen und der Kakao getrunken war, ging die Familie noch einmal durch das Haus und bewunderte wiederholt, wie schön und gemütlich es war. Die Kinder gingen nur noch mit offenem Mund durch die Räume und waren sprachlos; was nicht sehr oft vorkam. Das Zimmer für Maja und Bastian war ein einziges Kinderparadies, die Kinder waren froh auch hier in einem gemeinsamen Zimmer zu wohnen; es war einer ihrer erhofften Wünsche gewesen.
Langsam machte sich Müdigkeit breit. Agatha hatte noch einige Lebensmittel besorgt, damit die Familie am nächsten Morgen ausgiebig frühstücken konnte. Sie verabschiedete sich und ließ die Familie allein, sodass sie ihr neues Heim in aller Gemütsruhe noch einmal erforschen konnte.
Nach den Aufregungen vom Tag zuvor hatten alle länger geschlafen, als es für sie üblich war. Maja und Bastian rekelten sich immer wieder in den Betten hin und her und gaben schnurrende Geräusche von sich. Maja linste unter der Bettdecke hervor und beoachtete ihren Bruder, der schob sich wie eine Raupe vom Kopfteil zum Fußende hin. „Macht's Spaß“, neckte Maja Bastian, der warf nun die Bettdecke von sich, warf sich auf den Rücken und streckte alle Viere von sich. „Mannomann, ist das toll hier, so gut habe ich lange nicht mehr geschlafen.“ Bastian sprang aus dem Bett und zog auch der Schwester die Decke weg. „Komm lass uns Frühstück machen, heute wollen wir Mutter und Vater mit einem schön gedeckten Frühstückstisch überraschen, die schlafen jetzt sicher noch tief und fest“.
Ganz leise schlichen sich die Geschwister die Treppe hinunter, noch wollten sie die Eltern nicht aufwecken. Eier, Brötchen, Früh - stücksflocken, Toast, Butter, Marmelade, Schokocreme, ein Stück Käse und ein Ende
Mettwurst, Tee, Milch und Saft, Tante Agatha hatte an alles gedacht.
Teller, Tassen und Besteck fehlten noch, dann war der Frühstückstisch fertig gedeckt. Die Kinder waren ganz stolz auf ihr Werk.

„Früühhstüüück“!!! Tönte es nun laut durch das ganze Haus. Maja und Bastian öffneten ganz leise die Schlafzimmertür. „Mutter“, Bastian zerrte erst sanft, dann heftiger am Arm der Mutter, unwirsch versteckte sie den Arm wieder unter der Decke. Maja hatte mehr Glück, der Vater war sofort wach. „ Das ihr schon aufgestanden seid, überrascht mich doch sehr“, der Vater rieb sich den Schlaf aus den Augen. „Katrina“, jetzt versuchte der Vater die Mutter wachzurütteln.
„Hmrrmh, ich brauch noch einen Moment“, die Mutter schwang schonmal ein Bein aus dem Bett; der Anfang war gemacht.
Dann, mit etwas ziehen und schupsen hatte auch die Mutter es an den Frühstückstisch geschafft. „Wooow, das habt ihr wirklich ganz wunderbar gemacht, ich bin so stolz auf euch“, sie lächelte die Kinder an und biss dabei herzhaft in ein Schokobrötchen.
„Nach dem Frühstück gehen wir noch einmal gemeinsam durch das Haus, anschließend wird Vater den Doktor hier im Dorf aufsuchen, damit wir erfahren wie weit die Krankheit fortgeschritten oder sich verbessert hat“. Die Mutter trank eben noch den Saft aus und der Rundgang begann. Auch dieses Mal staunten die Kinder nicht schlecht, wie schön und gemütlich ihr neues Zuhause war. Die Eltern fassten sich an den Händen und sahen sich glücklich in die Augen. „ Jetzt müssen wir nur noch den Umzugswagen abladen, dann ist alles komplett“, der Vater war sehr zufrieden, hatte es doch alles besser geklappt als erwartet.
Vom Dachboden bis zum Keller wurde das Haus weiter inspiziert. Vor Aufregung hatten Maja und Bastian ganz rote Wangen bekommen. „Und jetzt in den Garten“. Bastian war total aufgedreht und schob Maja vor sich her. „Oh, sieh nur die Schaukel, komm, ich gebe dir Anschwung“, Bastian hob Maja auf die Schaukel und schon flog sie hoch bis in den Himmel. Das Johlen und Juchzen konnte man weithin hören. „So, nun bin ich dran“,Maja sprang von der Schaukel und ließ Bastian ebenfalls schaukeln.
Der Vater hatte sich inzwischen verab - schiedet, um den Termin beim Doktor einzuhalten.
Katrina machte sich große Sorgen um ihren Mann. Der Umzug war für ihn sehr anstrengend gewesen, aber der musste sein, für eine bessere und gesündere Zukunft.
„Mutter“, Maja sah die Mutter fragend an, „du siehst so traurig aus“? „Nein, nein, es ist nichts, ich mache mir nur etwas Sorgen was wohl der Doktor sagt. Warten wir es ab, bis Vater wieder zurück ist“.

„Vielleicht können Basti und ich in den Wald gehen, und Brombeeren oder Walderdbeeren sammeln“, fiel Maja ein. „Das ist eine gute Idee, Brombeeren zum Nachtisch. Aber bleibt nur am Waldrand, dass ist sicherer bis ihr euch besser auskennt“. Die Mutter gab den Kindern einen Kuß und drückte Maja einen kleinen Korb in die Hand, und schon waren die Geschwister verschwunden.

Fortsetzung demnächst.......

Maja und Adalar - Eine märchenhafte Geschichte über eine ungewöhnliche Freundschaft

© Soso / Das neue Zuhause


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Kommentare zu "Maja und Adalar - Eine märchenhafte Geschichte über eine ungewöhnliche Freundschaft"

Re: Maja und Adalar - Eine märchenhafte Geschichte über eine ungewöhnliche Freundschaft

Autor: Wolfgang Sonntag   Datum: 14.09.2021 12:38 Uhr

Kommentar: Liebe Sonja,
liest sich gut. Wenn alle Teile veröffentlicht sind, werde ich dein Werk noch einmal zusammenhängend lesen.
Bild süß.
Liebe Grüße in den kreativen Norden
Wolfgang

Re: Maja und Adalar - Eine märchenhafte Geschichte über eine ungewöhnliche Freundschaft

Autor: Sonja Soller   Datum: 14.09.2021 12:48 Uhr

Kommentar: Vielen Dank, lieber Wolfgang,
das freut mich :-). Sind 11 Kapitel, schön wenn du die Ausdauer hast.
So "naive" Bilder zu malen ist nicht so leicht für mich, ist das erste Mal. Male lieber aus dem Handgelenk und mit Schwung. Hahahahaha.....

Herzl.Grüße aus dem schwungvollen Norden, Sonja

Re: Maja und Adalar - Eine märchenhafte Geschichte über eine ungewöhnliche Freundschaft

Autor: Alf Glocker   Datum: 15.09.2021 7:23 Uhr

Kommentar: Feine Geschichte!

Herzl Grü aus dem staunenden Süden
Alf

Re: Maja und Adalar - Eine märchenhafte Geschichte über eine ungewöhnliche Freundschaft

Autor: Sonja Soller   Datum: 15.09.2021 10:48 Uhr

Kommentar: Vielen Dank, lieber Alf!!!!!!!

Herzl. Grüße aus dem lächelnden Norden, Sonja

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