Bruno der Wolf und seine Freunde
Der zugefrorene Teich


Bruno wohnte in der Nähe seiner neuen Freunde in einem alten verlassenen Fuchsbau.
Willi und Franz die beiden Eichhörnchen hatten ihm alles schön hergerichtet, hier konnte man es aushalten.
Es war noch früh am Morgen, als Bruno von lauten Stimmen und Lachen aufgeweckt wurde.
Wer war denn da schon wach? Waren das nicht seine Freunde?
Er reckte und streckte sich, noch mal gähnen, dann schaute er vorsichtig mit einem Auge aus seinem Bau.
Was war das denn? Alles war weiß, so etwas hatte er noch nie gesehen.
Er beobachtete seine Freunde, die sich gegenseitig mit weißen Bällen bewarfen und anscheinend viel Spaß dabei hatten.
Langsam kroch er aus der Höhle, ehe er sich versah, warf Willi so ein weißes Ding in seine Richtung, er konnte gerade noch zur Seite springen, bevor er es mitbekam.
»Was macht ihr da, was ist das?«, rief Bruno ihnen zu.
Alle riefen gleichzeitig, »Schnee, es hat geschneit!«
Uhu, die Eule saß auf dem Baum, unter dem Bruno stand, mit einem Schwung fegte sie mit ihren Federn, den Schnee von den Ästen.
Weiße Flocken wirbelten durch die Luft und landeten auf Bruno.
Sein Fell war vom Schnee bedeckt, er fand es herrlich.
Die Schneeballschlacht ging noch einige Zeit weiter, bis Franz vorschlug Mathilde, die Ente zu besuchen, die am Teich wohnte.
Uhu, Willi und Franz setzten sich auf dem Rücken von Bruno, da der Schnee ziemlich hoch war und sie so schneller vorwärts kamen.
Am See angekommen war dieser mit einer Eisschicht bedeckt.
Mathilde kam ihnen watschelnd entgegen.
Bruno sah erstaunt seine Freunde an.
»Sie kann auf dem Teich laufen?« Seine Freunde mussten lachen.
»Hast du noch nie einen zugefrorenen See gesehen?«, fragte Mathilde.
»Er kannte auch keinen Schnee«, kam von Uhu.
»Dann sollten wir ihm mal erklären, was passiert ist«, meinte Mathilde.
So fingen die Freunde an zu erzählen, woher der Schnee kommt.
»Wenn es richtig, so richtig kalt ist, gefriert der Regen in den Wolken zu Eiskristallen.«
»Aus vielen Schneesternen bilden sich dann die Schneeflocken, die zur Erde fallen.«
»Wir haben unsere Freude daran und Wasser erstarrt einfach zu Eis, wegen der Kälte.« »Deswegen können wir auf dem Teich herumlaufen«, kam von den Freunden.
Bruno sah zur Oberfläche des Sees, streckte sein rechtes Bein aus und wollte das Eis betreten.
In dem Moment riefen alle, »Stopp«.
Bruno erschrak so sehr, dass er ausrutschte und neben dem Teich auf seinen Po fiel.
»Du kannst doch nicht einfach auf das Eis gehen, du bist viel zu schwer«, sprach Franz ganz aufgeregt.
»Die Eisschicht ist noch zu dünn, wenn du darauf gehst, brichst du ein, gehst unter und ertrinkst«, redete Mathilde auf ihn ein.
»In ein paar Tagen, wenn es so kalt bleibt, kannst du am Ufer noch mal nachschauen, ob das Eis dicker geworden ist.«
Bruno war sehr enttäuscht, er wollte es einfach nicht verstehen.
Mathilde, die Eichhörnchen und andere kleine Tiere liefen doch auch auf den See herum und so schwer war er nun auch nicht.
Alle hatten ihren Spaß, nur er saß hier am Rand und musste zu sehen.
Uhu setzte sich neben Bruno in den Schnee.
»Sei nicht traurig, sobald das Eis dich tragen kann, gibt Mathilde dir Bescheid, sie wohnt schon so lange hier und kennt sich damit gut aus«, tröstete Uhu ihn.
Plötzlich hörte Bruno ein Rascheln hinter sich, er drehte sich um.
Hinter ihm stand ein Busch, darin bewegte sich ein Ast.
War das dort nicht eine Maus? Sofort viel ihm die Hexe Kaukasus ein, die in eine Maus verwandelt wurde.
War sie das? Er stand auf und stellte sich vor dem Strauch und beobachtete sie.
»Na, kennst du mich noch?«, sprach die Maus geschützt hinter dem Ast zu Bruno.
»Oh, ja du bist die Hexe, die vielen Tieren Leid zugefügt hat«, kam wütend von Bruno.
Mit einem Satz sprang Bruno in den Busch und wollte sie fangen.
Doch die Maus war schneller, sie hüpfte auf Brunos Rücken, er versuchte sie von seinem Fell zu schütteln, sie hielt sich aber fest.
Er zappelte weiter herum, dabei merkte er nicht, dass er dem Teich immer näher kam.
Erst als er auf dem Eis stand, die Maus von seinem Rücken hopste und davon lief, wurde ihm bewusst, wo er war.
Ein Tier nach dem anderen erstarrte, als sie sahen, dass das Eis unter Bruno brach und er zappelnd in das eiskalte Wasser rutschte.
Bruno war nicht mehr zu sehen, seine Freunde und die anderen kleinen Tiere, die auf dem See am Spielen waren, schrien durcheinander.
»Wir müssen ihm helfen, er ertrinkt!« Auf einmal tauchte Bruno auf, er hielt sich krampfhaft an etwas fest, bei genauerem hinsehen konnte man einen Baumstamm erkennen.
Seine Freunde liefen zu ihm, sie versuchten den Stamm mit Bruno, an Land zu schieben.
Doch alleine schafften sie es nicht, Mathildes Familie, sie hatte eine große Familie und die anderen Tiere, die alles mit angesehen hatten, versuchten zu helfen.
Zum Glück war Bruno nicht weit vom Ufer entfernt.
Gemeinsam versuchten sie ihn an Land, zu bringen.
Er krabbelte völlig entkräftet die kleine Böschung hoch, schüttelte sich leicht, damit sein Fell nicht so nass war und legte sich in den Schnee.
Willi und Franz versuchten ihn trocken, zu rubbeln.
Als es ihm nach einiger Zeit etwas besser ging, brachten sie Bruno nach Hause.
Dort wollte er sich ausruhen, doch auf einmal fing er an zu niesen, er hatte einen Schnupfen.
Da die Eichhörnchen für den Winter schon vorgesorgt hatten und sie alles besaßen, was man brauchte, konnten sie Bruno helfen.
Sogar einen Schal hatten sie irgendwann mal gefunden, dem sie ihm brachten, damit er es schön warm hatte.
Bruno hatte noch mal Glück, er war froh, dass er so tolle Freunde hatte.


© Inge Skrzybski Alle Rechte vorbehalten, besonders das Recht auf Vervielfältigung und Verbreitung, sowie Übersetzung. Kein Teil des Textes darf ohne schriftliche Genehmigung des Autors reproduziert oder verarbeitet werden!


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