Bruno der Wolf und seine Freunde Teil 2 von 4

Es war ein schöner Tag, besonders wenn man Freunde hatte, dachte sich Bruno. Endlich war er nicht mehr alleine. Heute wollten alle zusammen einen Spaziergang im Wald machen. Sie spielten unterwegs und alberten herum, sie schauten sich die Bäume und Sträucher an. Auf einmal meinte Mathilde, die Ente. „Kennt ihr schon die Geschichte von der Hexe Kaukasus“, so fing sie an zu erzählen. „Vor langer Zeit lebte tief im Wald eine Hexe. Sie wohnte in einem Haus, das ganz aus vielen Spiegeln war.“ „Wer dort vorbeikam und in einen von den Spiegeln sah, wurde zu einem Baum oder Busch.“ Die Geschichte war so spannend, dass sie nicht auf den Weg achteten. Sie kamen immer tiefer in den Wald hinein, noch tiefer als Bruno und die Freunde jemals waren. Es war sehr dunkel, obwohl eigentlich die Sonne schien. Die Bäume verdeckten den Himmel, sodass man die Sonne nicht sehen konnte. Sie wussten nicht mehr, wo sie waren, überall sahen sie die Hexe Kaukasus. Da, was war das? Bruno, Willi, Franz, Uhu und Mathilde waren auf einmal ganz aufgeregt und bekamen Angst. Das kleine Eichhörnchen war so am Zittern, dass es nicht mehr laufen konnte. Bruno nahm Willi auf den Rücken, alle versuchten, ihn zu beruhigen. „Ach hätten wir mal auf den Weg geachtet. Wir werden nie mehr nach Hause finden. Die Hexe wird uns verzaubern“, flüsterte Willi und weinte. Bruno, Franz, Uhu und Mathilde vergaßen, dass sie Angst hatten, weil sie so sehr mit Willi beschäftigt waren, ihm Mut zuzusprechen. Schon wieder. Was war das da zwischen den Bäumen? Sie konnten es nicht richtig sehen. Sie hörten auf einmal ein Rascheln und Jammern. Langsam, sehr langsam schlichen sie vorwärts. Dort zwischen den Bäumen war ein großer Busch zu sehen, schon wieder das Jammern, man konnte nichts erkennen. Die Eule meinte, „ich kann dort hinfliegen und von oben nachschauen, ob man vielleicht was sehen kann.“ Alle stimmten zu, so flog Uhu zu dem Busch. Willi beruhigte sich langsam, sah der Eule zu, wie sie davon flog und dachte so bei sich, dass Uhu ganz schön mutig ist. Am Busch angekommen, kreiste Uhu darüber, solange bis er etwas sah, denn er wollte nicht aufgeben. Er konnte aber nur sehen, wie die Blätter im Busch sich bewegten, also flog er zurück zu seinen Freunden. Uhu meinte, dass er wirklich versucht hätte etwas zu sehen, aber nichts richtig erkennen konnte. Da das Jammern immer lauter wurde, beschlossen alle zum Busch zu gehen. Obwohl sie ein mulmiges Gefühl im Bauch hatten, aber sie waren einfach zu neugierig. Dort angekommen schlichen sie um den Strauch herum, alle riefen durcheinander. „Ist da jemand?“ Bruno war so nervös, dass er zu knurren anfing und die Zähne fletschte. Seine Freunde erschraken so fürchterlich, dass sie alle durcheinander liefen, dabei stolperten sie übereinander. Sie bekamen so eine Angst vor Bruno, dass sie sich nur noch verstecken wollten. Franz lief vor Schreck in den Busch, aus dem das Jammern kam. Alle waren so entsetzt, dass sie aufhörten herumzulaufen, auch Bruno hörte mit dem Knurren auf. Es war still, Franz war nicht mehr zu sehen. Alle standen da, keiner bewegte sich. Eine Zeit lang passierte nichts. Da, der Busch bewegte sich, er wackelte hin und her, dann ein Krachen. Franz kam mit einem Lächeln im Gesicht aus dem Busch, hinter ihm kam ein kleiner Spatz. Alle atmeten auf. Der kleine Spatz erzählte ihnen, dass er eine lange Reise hinter sich hätte und ein Platz zum Schlafen suchte. Dabei hatte er sich im Busch verfangen, sodass er nicht mehr loskam. Franz hatte ihn befreit. Da der Spatz aus der Richtung kam, wo Bruno und seine Freunde zu Hause waren, erklärte er ihnen aus Dankbarkeit, wie sie wieder dorthin zurückkommen würden. Bruno, Franz, Willi, Uhu und Mathilde verabschiedeten sich vom Spatz, der davon flog, um seine Reise fortzusetzen. Die Freunde aber hatten noch einen langen Weg vor sich.


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Beschreibung des Autors zu "Bruno der Wolf und seine Freunde Teil 2 von4"

Auf YouTube, als Hörbuch von mir zu hören
https://m.youtube.com/watch?v=7cAU7LBFjOY

Diese Geschichte habe ich für einen besonderen kleinen Jungen geschrieben.



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