Sie war vor 4 Jahren im Supermarkt umgefallen und nicht mehr aufgestanden. Bewusstlos war sie am Boden gelegen, bis eine Frau zu Hilfe geeilt war. Man hatte die schwangere Frau in ein Büro gebracht und einen Doktor gerufen. Die Frau war nicht mehr transportfähig gewesen.
Schnitt.
Das Kind ist gesund und wohlauf.
Rückblende.
Die Frau hatte, als sie wieder zu Bewusstsein gekommen war, nach einem Arzt gerufen. Nach einem Mann hatte sie nicht gerufen.
Schnitt.
Das Kind heisst Beat und weiss über seinen Vater nichts. Und das wird auch so bleiben.
Rückblende.
Die Entbindung im Büro des Filialleiters hatte sich als schwierig und äusserst blutig erwiesen. Die Spuren sind unterdessen entfernt worden.
Schnitt.
Der Vater von Beat heisst Ralf, mehr weiss die Mutter von ihm nicht.
Schnitt.
Beat wird einst nach seinem Vater fragen, und seine Mutter wird sagen, dass sie den Vater nur von einer Nacht her gekannt hätte, bevor er sich aus dem Staub gemacht hätte.
Rückblende.
Der Vater von Beat hat seinen Vater auch nie kennen gelernt.
Schnitt.
Die Mutter von Beat hat einen engeren Kontakt zum Filialleiter aufgenommen.
Rückblende.
Der Filialleiter war zur Zeit, als das Kind im Supermarkt geboren wurde, noch ledig gewesen und hatte bei der Mutter gelebt.
Schnitt.
Beat strahlt, wenn seine Mutter ihn im Kinderwagen durch den Supermarkt schiebt. Er fragt sich dann, wer der Mann ist, der ihn ständig in die Backen kneift.
Rückblende.
Bei der Geburt hatte der Filialleiter weiche Knie und ein grosses Herz bekommen.
Schnitt.
Ob Beat und der Filialleiter sich einst mögen werden, ist ungewiss.
Rückblende.
Die Mutter hatte nach der Entbindung zum Filialleiter gesagt: „Ohne Sie hätte ich das nie geschafft.“
Ich setzt mich hin und denke mir,
bring wieder mal was zu Papier!
Ob kluge Zeilen oder dumm,
sag einfach was – sei nicht mehr stumm!
So viel geschieht in dieser Welt,
das nur den wenigsten [ ... ]
Ein Name fällt ins flimmernde Licht,
getragen von Stimmen, doch kennt man ihn nicht.
Ein Flüstern wird lauter, ein Schatten wird groß,
und plötzlich erscheint etwas völlig [ ... ]
Es war nicht besonders schwierig, diesen Raum zu sehen; ein geringer Ruck meinerseits und dann lag er vor mir: der andere Raum, die andere Welt. Sie war in weißes Licht getaucht. Darin gab es viele [ ... ]
Menschen zu berühren,
Menschen mit ihren Gefühlen zu entführen.
Zu sehen, was sie empfinden, ohne sie wirklich zu kennen,
meine Gabe, mich in diesem Spiegel zu trennen.
Das Wasser nagt am morschen Steg,
der Rost frisst stumm am Eisen.
Ein Möwenschrei verliert den Weg
im Grau vergangner Reisen.
Ein Kranarm beugt sich müd und schräg,
als wollte er schweigend [ ... ]