„Ich will nicht, dass du Schmerzen hast“, sagt er während sie ihn mit Tränen ansieht. „Ich will nicht, dass du verletzt wirst. Das musst du verstehen!“, ruft er verzweifelt. Auch ihm steigen Tränen in die Augen. Auf jeden Fall bildet sie sich das ein, während sie selber kaum klar sieht. Die Tränen tropfen von ihrem Kinn auf den Boden. Es kommen immer mehr Tränen und sie kann sie nicht aufhalten. Der Schmerz wird stärker und droht sie zu überschwemmen. Dumpf hört sie seine Stimme, doch versteht sie nicht was er sagt. Er klingt verzweifelt und gestikuliert wild. Sie will sich abwenden, doch wie so oft hält er sie fest. Sie hat nicht die Kraft sich freizukämpfen. Sie weiß nicht, ob sie es will; ob sie von ihm weg will. Es wäre klüger, das weiß sie. Doch er hält sie fest. Lässt sie nicht frei. Plötzlich ergreift er ihr Gesicht. „Ich will nicht, dass wir beide verletzt werden! Ich mag dich zu sehr dafür! Das hast du nicht verdient! Wir sollten Abstand halten! Ich will dich nicht verletzen!“ Das ruft er immer wieder in ihr Gesicht. Lässt sie nicht los. Und immer wieder rammt er ihr die Klinge in den Körper, während sie nicht dagegen kämpft. Ihn nur mit Tränen in den Augen ansieht und ihm glaubt. Sie will nicht gehen, auch wenn es besser wäre. Doch er lässt sie nicht los und sie kämpft nicht dagegen. Es ist ein Teufelskreis der sie gefangen hält. Ein Teufelskreis der Unvernunft.

Beide wissen, dass es unvernünftig ist, doch kommen sie nicht voneinander los.
Er will sie nicht verletzen, doch hält er sie mit der Klinge fest. Und sie will ihn nicht verlieren, obwohl es jedes mal schmerzt.


© Emilia H.


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