Der Blick in den Spiegel. Etwas Alltägliches. Hat jeder schon mindesten 100-mal gemacht. Und dennoch; heute stellt sich die Frage: wer ist eigentlich diese Person in dem Spiegel? Bin das wirklich ich? Wer ist ich? Was macht mich aus? Der Strich auf der Nase den ich seit meiner Kindheit habe? Meine Augen? Mein Mund? Und wenn all das mich ausmacht, machen dann die Pickel mich auch aus? All das, von dem ich mir wünsche, dass es mich nicht ausmache? Dass ich es nicht hätte? Wenn ich es nicht will, macht dieser Widerwillen mich dann aus? Oder ist es erst die Akzeptanz dieser Dinge, die mich ausmacht? Die dafür sorgt, dass diese Dinge mich ausmachen. Mal kann ich all diese Dinge akzeptieren. Denke mir: Ja, die gehören zu mir. Machen mir einzigartig. Aber dann wieder, scheint es unmöglich sie zu akzeptieren. Wünsche mir dann, dass ich anders bin. Anders aussehe. Und doch ist auch in diesen Momenten eine Stimme da, die mich begleitet. Die mir sagt, dass der Strich auf der Nase dazugehört. Dass ich ihn selber gemacht habe. Dass er mich ausmacht und wenigstens für Lacher sorgt, wenn ich die Geschichte dahinter erzähle. Und ich komme zu dem Schluss, dass ich sagen würde, dass mich das ausmacht, von dem ich sage, dass es mich ausmacht. Die Pickel und Makel sind nun mal da. Kann ich nicht ändern. Muss ich akzeptieren, aber dennoch machen die mich nicht aus. Oberflächlich gesehen, würde ich nur deswegen nicht sagen, dass ich hässlich bin. Schließlich ist doch eigentlich das, was mich ausmacht mein Verhalten, meine Art zu reden und mich zu artikulieren, und mein Charakter. Aber dennoch wird dieser Gedanke wiederkommen, wenn ich das nächste Mal in den Spiegel sehe. Aber dann konzentriere ich mich auf meine Nase mit dem Strich und meine Augen. Das sind die Dinge, denen ich bewusst werden will. Mich daran erinnern, dass ich es bin, und ich mich trotz meiner Makel und Fehler akzeptieren muss. Nicht rund um die Uhr. Mal darf ich mich nicht mögen. An mir zweifeln und meckern. Denn nur so kann ich mich ändern und verbessern. Aber wenn diese Phase vorbei ist, werde ich mich besser fühlen. Werde ich in den Spiegel schauen und denken: Ja, das bin ich!


© Emilia H.


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