Schonungslos donnerte der Himmel seine Photonensalven auf den glühend grauen Asphalt nieder. Die Sonne schob sich wie ein zäher gelber Ladebalken über einen wolkenfreien Bluescreen und das Gras schimmert Grün unter einer Decke von frischem Morgentau. Ein seichter Wind weht durch die winkenden Kiefernäste und zieht durch das fast durchsichtige Fliegengitter meines halb-geöffneten Fensters. Geweckt von morgendlichen Lichtspielen mache ich mich auf zur Küche. Meine Füße wandeln auf kalt-schwarzen Fliesen. Mein Geist wandelt sich allmählich zum Wachzustand, während mein Gesicht noch das Kopfkissenmuster trägt. Ich gieße heiß-schwarzen Kaffee in meine große Tasse und setze mich draußen auf die Terasse. Die Vögel zwitschern eine engelsgleiche Melodie und das Rauschen der tanzenden Bäume beruhigt mich aufs tiefste. Ich klammere meine Hände um die angewärmte Kaffeetasse und spüre das Koffein durch meinen Körper strömen als die Flüssigkeit rauchend in meinem Rachen verschwindet. Meine Augen weiten sich und ich nehme frische Energie auf. Ich blicke in Richtung des scheinbar endlosen Horizonts hinter den goldenen Bergen und den bewohnten Feldern. Mein Handy vibriert imHerzschlagmuster. Als ich das teure Gerät mit einer kaum merklichen Geste entsperre und die Email meines Chefs lese ziehen sich meine Mundwinkel gen Norden. Ich habe heute frei. Ich lasse das Smartphone wieder in den Tiefen meiner Hosentasche verschwinden und schaue in meine Kaffeetasse. Milchbraune Blässchen bilden sich auf der Oberfläche. Ich werfe noch einen schneeweißen Zuckerwürfel ein. Heute ist ein guter Tag.


© Psycrow


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